Blick durch eine Brille auf Facebook-Logos.
Facebook hat im Vorfeld der Bundestagswahl zehntausende Konten aus dem Verkehr gezogen. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Im Vorfeld der Bundestagswahl Facebook löscht Zehntausende Accounts

Facebook hat Zehntausende Accounts aus dem Netz genommen. Der Grund: Sie verbreiteten Falschinformationen oder irreführende Inhalte. Der Anlass: Die Bundestagswahl. Ähnliche Aktionen hatte die Plattform bereits vor den Wahlen in Frankreich und Großbritannien gestartet.

Blick durch eine Brille auf Facebook-Logos.
Facebook hat im Vorfeld der Bundestagswahl zehntausende Konten aus dem Verkehr gezogen. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Facebook hat nach eigenen Angaben im Vorfeld der Bundestagswahl Zehntausende Konten gelöscht. Sie stehen dem Unternehmen zufolge im Verdacht, falsche Informationen oder irreführende Inhalte verbreitet zu haben. Wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte, kann Facebook anhand einer Analyse von Aktivitätsmustern inzwischen besser erkennen, ob es sich bei Konten um echte handelt oder nicht.

Facebook erkennt "nicht authentische" Inhalte

Die Systeme würden erkennen, wenn identische Inhalte wiederholt gepostet würden oder eine erhöhte Zahl an Nachrichten verschickt werde. Das erlaube es dem Unternehmen zudem, "die Verbreitung nicht authentischer Inhalte zu reduzieren - darunter Spam, Falschinformationen oder andere irreführende Inhalte, wie sie häufig von Personen verbreitet werden, die gefälschte Accounts betreiben."

Ähnliche Aktionen hatte es bereits im Vorfeld der Parlamentswahlen in Großbritannien und der Präsidentschaftswahl in Frankreich gegeben. Grundlage ist eine Richtlinie, die seit April öffentlich ist. Diese sieht auch eine engere Zusammenarbeit von Facebook mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor. Außerdem seien Parteien und Wahlkandidaten auf Sicherheitsrisiken hingewiesen und mit konkreten Sicherheitshinweisen versorgt worden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 22.08.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 20:49 Uhr

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69 Kommentare

23.09.2017 12:06 MuellerF 69

@1: Ihr Vergleich ist mal wieder hanebüchen: Facebook ist kein Staat, sondern ein Unternehmen! Niemand zwingt Sie, dessen Dienste in Anspruch zu nehmen! Jedoch haben Sie sich u.a. zur Einhaltung der AGB verpflichtet, wenn Sie dort Mitglied sind, müssen also auch die Konsequenzen tragen, wenn Sie es nicht tun!

23.09.2017 08:54 ralf meier 68

Auch ich werde misstrauisch, wenn ich höre, daß Facebook Acounts löscht und denke dann sofort an vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Maasschen Netzwerkdurchdringungsgesetz. So ein Löschen kann aber durchaus sinnvoll sein, wenn es sich um künstliche Accounts handelt. Das sind sogenannte Sozial Bots, die beliebig viele Fake Accounts mit manipulierenden Kommentaren erzeugen können.
Wie real diese Gefahr auch bei uns in Deutschland ist, zeigt z.B. eine von der Zeit konzipierte Unterrichtsreihe,
in der Schüler lernen können, was ein Sozial Bot ist und wie er von AFD Anhängern missbraucht wird. Die Zeit weist aber auch darauf hin, daß man auch gute Sozial Bots erstellen kann, um sich z.B. gegen Rassismus und Nazis zu engagieren. Näheres dazu inclusive Quellennachweis findet man in meinem Kommentar Nr 8 zum MDR Artikel 'Facebook prüft mögliche Wahlmanipulationen'.
Diese manipulierten Accounts kann man meiner Meinung nach gar nicht gründlich genug entsorgen.

24.08.2017 09:41 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 67

@ 66:
Da hast Du natürlich ein sensibles Thema angesprochen:
Eine gewisse Grundkenntnis braucht man natürlich, um gewisse Ereignisse, Taten oder Worte vernünftig einsortieren zu können.
In der heutigen Zeit ist es kein Problem, in geltende Gesetze zu schauen: dafür muß man nicht mal mehr aus dem Haus gehen, da alles im Internet zu finden ist.

Und dann ist es eben auch kein Problem, gewisse Ereignisse, Taten oder Worte selbst zu beurteilen.

24.08.2017 07:42 Teomann 66

Aber über Erdogan sich aufregen. Wo bleibt der Meinungsfreiheit hier in angeblich demokratischen EU. Wo will man wissen wer was falsches schreibt oder nicht. Also keiner ist besser als der andere aber immer die anderen beschuldigen das können unsere Politiker auch sehr gut.

Mfg.

24.08.2017 07:23 O-Perler (1. V.) 65

Es ist sehr wahrscheinlich, daß im Falle dieses Maasschen Konstrukts nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Zum einem gibt es schwere verfassungsrechtliche Bedenken, die national und international auch vorgetragen wurden und dennoch mit bedenkenloser Hand vom Tisch gewischt worden sind. Verfassungsrecht ist ausdrücklich dafür geschaffen worden, um das Individuum, den einzelnen Bürger, vor der Willkür staatlichen Handelns ZU SCHÜTZEN! Jeder sollte mal dieses NetzDG daraufhin abgleichen. Zum anderen wird hier dreist darauf abgestellt, daß für Facebook kein Kontrahierungszwang bestehe. Mit derselben Einstellung dürfte mich jedes Verkehrsunternehmen, jede Apotheke, jeder Arzt u.s.w. willkürlich abweisen. Dürfen sie aber nicht; juristisch geregelt. Warum das bei Facebook als marktbeherrschendem Unternehmen anders sein soll. kann ich mir nur aus einem Grund vorstellen: Politische Willkür der herrschenden Kaste!

24.08.2017 07:02 Wo geht es hin? 64

@forsa - Zitat von Ihnen: "Und wie wollen Sie das erreichen wenn diese Lüge von einem Fakeaccount, am Besten noch aus dem Ausland, kommt?
Solange bleibt diese Lüge bei fb und kann gesehen werden. Ist ja dann auch nicht so, dass es genug Leute gibt, die diese dann glauben." Zitat Ende. Da gebe ich Ihnene recht - das ist ein rechtliches Problem, für das ich auch keine Lösung habe. Aber komischerweise funktioniert z. Bsp. die Abwehr von unberechtigten Forderungen der sog. "Reichsbürger" aus dem Ausland doch auch? Warum sollte es auf diese Art nicht auch bei Facebook funktionieren? Ich weiss, ist weit her geholt, aber im Ansatz sollte man vielleicht mal darüber nachdenken. PS: Und Lügen bleiben selbst hier in D in zig Medien ungestraft stehen und jeder kann sie lesen und auch glauben....

23.08.2017 23:50 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 63

Ein 'kritischer Bürger' ist sich selbst nicht zu schade, einen offen bekennenden Antidemokraten zu verteidigen. Das ist das gleiche Thema, als wenn sich Witschas und Wruck "liebe Grüße" entsenden und dabei 'Staatsgeheimnisse' austauschen.

Man mag Heine zitieren wollen mit:
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.

... und doch scheint der geopferte Schlaf als Nichts gegenüber dem, was man verhindern kann.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

23.08.2017 21:32 Kritischer Bürger 62

@Peter 61: NA UND was haben Kommentare die mal hintereinander zu lesen sind damit zu tun was man daraus poli. Absichten erkennen will? (wie Sie) JEDER BÜRGER kann seine Meinung, seine Überzeugung haben, ich auch, und Ihre Fehlinterpretation bezüglich der (meiner) poli. Ausrichtung kann ich nur antworten: Überzeugung hat schon manchen auch in der Vergangenheit vor 1989 nicht viel Anerkennung gebracht. Im Gegenteil! Wer eben nicht glaubt das ich KEINEM POLITISCHEM SPEKTRUM nachlaufe, mich auch nicht verpflichtet fühle oder gar Mitglied wäre, nun den Bürger/die Bürgerin kann ich nur bedauern. (Auch Sie, aber nur wenn ich mal Zeit hätte) Eine solche loyale Erkenntnis hat eben nicht jeder, wenn er/sie eben nur eine entsprechende Überzeugung wie Meinung hat kann das ja auch nichts werden!

23.08.2017 21:05 Peter 61

@60: Es trifft sich gut, dass Ihr Beitrag dem von "Agnostiker" folgt.
Wo dieser User ideologisch steht, sollte selbst Ihnen klar sein.
Wenn Sie mit dem ganz ganz weit rechten Rand gemeinsame Sache machen, ist das schon bezeichnend. Allerdings: Es wundert mich nicht.

23.08.2017 20:31 Kritischer Bürger 60

@Peter 57: Wird sich Ihnen sicherlich nicht vorstellen. Aber hier ist jemand =ICH= der bei Facebook keine Adresse kein Account hat aber trotzdem konnte man da mitlesen. 58: Vielleicht sollte man dann die Anonymität ein wenig einschränken! Hier geht es doch auch und eine Adresse kann durchaus bei solchen Fragen von Verbreitungen herausgefiltert werden. Ob nun dazu rechtliche Anweisungen benötigt werden oder nicht, das sollte in einem solchen Gesetz wie das von Hr. Maas mit einfließen! Ansonsten sehe ich es auch so das hier immer mehr DDR auf moderne Medien neu hervorgebracht wird. Man muss ja mit den Fortschritt gehen einschließlich der da noch kommenden Wege der Besp........ naja lasse ich mal!