Deutsche Polizeigewerkschaft "Die meisten Flüchtlinge werden durchgewunken"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat Berichte über eine umfassende Kontrolle der Flüchtlinge an der deutschen Grenze als zurückgewiesen. Das sei "hanebüchener Quatsch", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der Online-Zeitung "Huffington Post". Tatsächlich werde von den allermeisten Flüchtlingen nicht einmal der Name aufgeschrieben. Einzig der Fingerabdruck werde überprüft, um zu sehen, ob die Flüchtlinge schon einmal registriert worden seien. Nur rund zehn Prozent würden tatsächlich registriert, die übrigen aus Zeit- und Personalmangel mehr oder weniger durchgewunken.

An den Grenzen haben wir schon längst die Kontrolle verloren. Nun scheint es auch im Bundesinnenministerium einen Kontrollverlust zu geben, wenn Thomas de Maizière solche Behauptungen aufstellt.

DPolG-Vorsitzender Rainer Wendt in der Online-Zeitung "Huffington Post"

Auch Gewerkschaft der Polizei widerspricht

Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtet, die Polizei könne inzwischen bis zu 3.500 Flüchtlinge pro Tag erfassen. Damit würden nahezu alle Asylsuchenden grenznah und schon vor der Verteilung in die Bundesländer vollständig registriert.

Dem widersprach auch die Gewerkschaft der Polizei. GdP-Vizechef Jörg Radek sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Bundespolizisten könnten täglich nur 1.000 Migranten an der Grenze zu Österreich kontrollieren. Die Mehrheit der Flüchtlinge werde weiter bloß an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergeleitet und dort erfasst. Radek kritisierte, Innenminister Thomas de Maizière versuche, "den Eindruck zu erwecken, dass wir 100-prozentig Herr der Lage wären".

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2016, 21:50 Uhr

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89 Kommentare

25.01.2016 17:45 Meinecke 89

Jetzt lassen die sich schon wieder was neues einfallen um uns für blöd zu erklären, Bundestagsjuristen sind der Meinung, wir könnennicht jeden an unserer Grenze abweisen, z.B. Jugendliche alleinreisende und Leute wo schon Angehörige bei uns im Land sind. Was soll denn das, das würde bedeuten, das von allen die hier eingewandert sind der restliche Familienanteil von 2-8 hier herkommen kann. Aber ich bin der Meinung das dies wieder von denen ausgedacht ist und auf keiner rechtlichen Grundlage liegt. Wer in einem sicheren Land angekommen ist, Mus ja erstmal dort bleiben, da ja keine Gefahr für Leib und Seele besteht. Da gibt es ja dann noch das Bundesverfassungsgericht. Aber sie vsuchen es immer wieder und langsam ist man es leid. Die Wahlen Rücken näher , ich hoffe das dann vielleicht mal etwas zu Wohle des eigenen Volkes zustande kommt.

25.01.2016 17:05 Historiker 88

@ Klaus 84
Wenn Sie uns hier schon mit mühsam ergoogelten Fakten bombardieren, dann bitte auch die Zahlen für den 23. Januar (1.950) und den 24. Januar (1.160) nennen. Sind die Zahlen der Gewerkschaftsvertreter dann Lügenzahlen oder sind da Leute dabei, die heimlich, still und leise über die Grenze gekommen sind? Aber warum muss Deutschland eigentlich so dicht besiedelt werden? Bringt das irgendeinen Vorteil? In Dänemark leben 130,8 Menschen pro qkm, in Finnland sind es 17,9, in Deutschland kommen wir auf 230 (Zahlen immer für 2013). Okay, in Malta sieht es anders aus und natürlich in NRW. Aber ist das so erstrebenswert?

25.01.2016 16:47 Kurt Hugo 87

@81: Anmerkung des MDR: Lieber MDR, ich bemühe mich stets um Sachlichkeit. Das schließt meiner Meinung nach nicht aus, mit Ironie und Sarkasmus auf Meldungen zu reagieren, die von Widersprüchlichkeit über Selbstentlarvung bis zu Tendenziösität nicht zu überbieten sind. Und solche Meldungen haben nach meinem Empfinden einen erschreckenden Umfang angenommen.

25.01.2016 16:26 Klaus 86

{ 82. Carla: } Machen Sie doch mal einen Google-Kurs, das geht ganz einfach. Da kann man sich alle Infos selbst beschaffen. Warum haben die besorgten Bürger damit solche Probleme.

25.01.2016 16:23 Marianne 85

Was haben unsere Politiker eigentlich seit Beginn der Flüchtlingskrise Fertiggericht? Nichts rein gar nichts. Sie sagen immer sie wollen dies uns jenes machen aber sie versuchen uns zu vertrösten bzw zu verarschen. Jetzt kommt die Klöckner mit ihrem Pla A2 ich lach mich kaputt, die hat doch auch blos Angst um ihren Posten. Denn diesen Vorschlag haben die Bayern bereits seit Monaten gemacht und die wurden bisher immer aggressiv abgelehnt. Jetzt auf einmal kurz vor der Wahl Kriegen sie alle Kammersausen um ihre gut bezahlten Posten, aber für mich sind die erledigt, nur Lug und Trug.

25.01.2016 16:12 Klaus 84

{ 81. Historiker: } Donaukurier / Süddeutsche / T-online / Bild => einfach googeln, geht ganz einfach.

25.01.2016 15:48 Carla 83

Wie weit soll es eigentlich noch gehen mit der Belügerei und Betrügerei durch unsere Politiker. Herr de. Maizière im besonderen, diesem Menschrn kann man überhaupt nichts mehr Glauben. Habe FAZ gelesen, da schreibt Herr Wendt, das die ganzen Zahlen überhaupt nicht stimmen, er weis nicht wie er darauf kommt, es werden weder alle erfasst noch stimmt die Zahl der Zurückweisungen . Es laufen schon wieder Zehntausende unregestrierte bei uns im Land herum, ist interessant Mus gelesen werden. Scheint wenigstens die Polizei auf der Seite desVolkes zu sein. Diese ganze Bande sollte abtreten, denn sie fügen dem eigenen Volk nur Unheil zu und anschließend verdünnisieren sie sich ins Ausland und lassen uns hier mit dem ganzen Schlammassel. Jetzt bin auch ich soweit die AfD zu wählen, schlimmer geht es ja nicht mehr.

25.01.2016 15:06 Historiker 82

@ 80 Klaus Wo haben Sie denn diese Information her? Auf der Presseseite der Bundespolizeidirektion München steht sie gar nicht. Stammt die Zahl von der Arbeitsgruppe "Durchgezählt" aus Dresden?

25.01.2016 14:55 Kurt Hugo 81

Ich hatte hier in einem Kommentar konkret festgestellt, dass in dem Fall einer mit einer Dreistigkeit ohnegleichen lügt: der Innenminister oder seine Polizei!
Diese Frage verletzte offensichtlich Richtlinien, die ich nicht kenne, ging im Netz verloren oder fiel der nichtvorhandenen Zensur zum Opfer! Kann der MDR aufklären? (Hätten Sie diesen Kommentar ein bisschen sachlicher formuliert, wäre er vielleicht auch durchgekommen. MDR.DE_Redaktion)

25.01.2016 14:23 Klaus 80

Die Bundespolizeidirektion München sagt: Am Sonntag sind im Freistaat Bayern 680 Migranten eingetroffen. Da zählt und registriert man offensichtlich genau. Vielleicht sollte sich de Deutsche Polizeigewerkschaft mit der Bundespolizeidirektion München absprechen, was jetzt Fakt ist.