Büroarbeit
Frauen verdienen oft auch weniger, wenn sie die gleiche Arbeit erfüllen. Bildrechte: dpa

Koalitionsausschuss Gleicher Lohn für Frauen soll kommen

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Frauen verdienen oft auch weniger, wenn sie die gleiche Arbeit erfüllen. Bildrechte: dpa

Die Spitzen der großen Koalition haben sich auf eine Regelung für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern verständigt. In erster Linie sollen die Gehaltsstrukturen in den Unternehmen durchschaubarer werden.

So einigten sich CDU/CSU und SPD darauf, dass Firmen ab 200 Mitarbeitern künftig gleiche Bezahlung nachweisen und dokumentieren müssen. Arbeitnehmer sollen einen Rechtsanspruch erhalten, mit dem Frauen erfahren können, was ihre männlichen Kollegen auf vergleichbaren Posten im Durchschnitt verdienen. Allerdings sollen Unternehmen ausgenommen werden, die gültige Tarifverträge abgeschlossen haben. In tarifgebundenen Unternehmen soll der Betriebsrat diese Auskünfte einholen und erteilen. Sie sind Grundlage für Klagen auf gleiche Bezahlung. Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern sollen verpflichtet werden, die Lohngleicheit zu überprüfen.

Wenn jemand seinen Arbeitgeber fragt: Was bekomme ich für meine Arbeit und wie viel bekommen diejenigen durchschnittlich, die die gleiche Arbeit machen sollte diese Auskunft selbstverständlich sein.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) im "Spiegel" am 2.6.2016

Union sprach von zu viel Bürokratie

Die Union hatte den bisherigen Gesetzentwurf von Schwesig mit der Begründung abgelehnt, die Neuregelung erfordere viel zu viel Aufwand. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte nach der Einigung, die jetzige Vereinbarung sei wesentlich unbürokratischer. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach von einem großen Schritt. Etwa 14 Millionen Frauen seien betroffen.

Lohnlücke auch bei gleicher Arbeit

Themenbild Lohngleichheit:  Piktogramme von Mann und Frau mit Centmünzen und Geldscheinen
Seit Jahren wird über Lohngleichheit gestritten. Bildrechte: IMAGO

Laut Statistischem Bundesamt liegt der Bruttostundenverdienst von Frauen durchschnittlich 22 Prozent unter dem Verdienst von Männern. Studien ergaben, dass das zum großen Teil darin begründet liegt, dass Frauen viel weniger auf Chefposten sitzen als Männer, häufiger in Teilzeit arbeiten und häufiger Jobs in schlechter bezahlten Branchen haben, zum Beispiel in der Altenpflege oder der Kinderbetreuung.

Aber selbst, wenn diese Faktoren herausgerechnet werden, bleibt eine Lohnlücke. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland in punkto Lohngleichheit schlecht ab.

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2016, 20:40 Uhr

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20 Kommentare

07.10.2016 15:48 Fragender Rentner 20

Da frage ich mich, wen man zur BT-Wahl 2017 wählen soll, bei solchen schlechten Vorschlägen und auch Gesetzen wie z.B. bei der Mietpreisbremse?

07.10.2016 15:42 Hubert 19

@6 Atheist 07.10.2016 08:55 - "Da braucht man nicht zu kontrollieren sondern sich die Spalten von Tariflöhnen anschauen die bei gleicher Lohngruppe eine Spalte für Männer und eine für Frauen hat." Den Tarifvertrag würde ich gerne sehen. Eine deiner üblichen Einsprengsel, gespickt mit Unwahrheiten. Niemals hat eine Gewerkschaft einen Tarifvertrag getrennt nach Frauen und Männern ausgehandelt. Es wäre eine Steilvorlage für einen Gerichtsprozeß.

Du solltest mehr Verstand statt Bauch beim Schreiben einsetzen...

"Wenn ich überlege, wie weit uns die Wende zurück geschraubt hat unglaublich." Selbst Schuld. Keiner hat euch gezwungen. Nur komisch, daß sofort 1,5 Mio. Menschen die Flucht ergriffen und in den "goldenen Westen" gallopierten.

Keiner kann Ostalgie besser in Worte fassen als du.

07.10.2016 14:57 Ludwig 18

Mal ehrlich, wie viele Frauen mag es geben, die sich einen Partner wünschen, der mehr Geld nach Hause bringt als sie selbst ?

07.10.2016 14:46 andre 17

@schon traurig - ein bisschen Geschichtsverdrossen sind Sie aber schon?. Die DDR wäre seit ´84 aber spätestens seit`´86 ohne Devisen aus dem bayrischen Raum zahlungsunfähig gewesen, das sind FAKTEN! Und diese ganzen Annehmlichkeiten (Frauenruheräume, früherer Renteneintritt) gibt es heute auch wieder, halt nur nicht für alle, weil wir nicht mehr im Sozialismus leben! Und übrigens wird heutzutage der Muttertag fast genau so zelebriert, wie damals der Frauentag. Es war also nicht alles besser aber vieles anders.

07.10.2016 13:23 Ullrich 16

@15 - die DDR war vielleicht defacto 89 nicht pleite, aber mindestens nicht wettbewerbsfähig und somit auf dem besten Weg zur Zahlungsunfähigkeit (Anfang der 80 nur durch Strauss verhindert). Das die Regelung für Frauen mit 60 in Rente zu gehen diskriminierend waar vergessen sie dann völlig oder?
@14 sie vermischen Fakten. Im öffentlichen Dienst (Angestellte, Beamten etc) gibt es meins Wissens keine Unterschiede und die Wirtschaft / Gewerkschaften haben Tarifautonomie. Hier kann der Staat nur grundsätzliche Regeln schaffen und das versucht er jetzt. Ob das reicht ist eine andere Frage. Auf alle Fälle aber ein Anfang.

07.10.2016 12:38 Schon traurig 15

@13 Wie bitte ? Die DDR war nie Pleite! Sie wurde Pleite gerechnet. Und es war richtig die Frauen das Selbe verdient haben wie Männer dort. Frauen konnten in der DDR schon mit 60 Jahre in Rente gehen auch das war richtig und in den VEB Betrieben gab es einen Frauenruheraum. Die Frau wurde dort extra mit eine Frauentag gefeiert der immer am 8 März stattfand, wo es immer sehr lustig zuging.

07.10.2016 12:26 frank 14

In der Politik sind doch auch beide Geschlechter gleichgestellt, oder bekommen Frauen im Landtag weniger Diäten als die Männer? Aber unter dem gemeinem Volk, kann man gewollt Ungleichheiten schüren. Wenn man es nicht in den Griff bekommt die Geschlechter gleichzustellen, braucht man sich über weitere, miserable politische Entscheidungen nicht zu wundern.

07.10.2016 11:13 andre 13

Irgendwie haben viele noch nicht begriffen, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben und da bekommt man für höhere Produktivität eben auch mehr Geld = Kapitalismus! Und da Männer in der Regel nicht schwanger werden und in den meisten Fällen auch die Mütter bei der Kinderbetreuung zu Hause bleiben, ist das nur logisch! Ob man das gut findet ist eine andere Sache aber nachvollziehbar ist es in jedem Fall. @schon traurig - ja, in der DDR war alles gleich, wir waren aber auch total Pleite, schon vergessen?

07.10.2016 10:50 claire grube 12

Hier wird doch wieder ein totes Pferd geritten um sich hinterher wieder selbst zu feiern.

Wer heute einen abgeschlossenen Beruf hat und in einer Gehaltsgruppe nach Qualifikation eingeteilt ist, der bekommt auch den gleichen Lohn.

07.10.2016 10:48 Hor Es Te 11

Eines der vielen "neuen" Vorschläge , Beratungen hinsichtlich der Beruhigung ( oder ständige Verarsc... ? ) des Wahlviehs.Denn vor dem Jahr 2017 zeigen sie die unfehlbaren, allwissenden , alleinherrschenden Politiker auch damit ihre ANGST vor fehlenden Pöstchen , Macht , Kohle mit einer Nichtwiederwahl.Ja und die ersten haben sich bereits ihre neuen Posten , Macht, Kohle woanders gesichert und haben das sinkende Schiff verlassen ?