Landtagswahlen AfD in allen drei Ländern stark

Die AfD hat die hohen Werte in den letzten Umfragen bei den Landtagswahlen sogar noch übertroffen. Bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist sie in allen drei Bundesländern auf zweistellige Werte gekommen. In Sachsen-Anhalt holte sie laut vorläufigem Endergebnis aus dem Stand 24,2 Prozent und wurde damit zweitstärkste Kraft, weit vor der Linken und der SPD.

Auch in Baden-Württemberg erreichte die AfD problemlos einen zweistelligen Wert. Im vorläufigen Endergebnis erhielt sie 15,1 Prozent. Damit wurde die AfD drittstärkste Kraft, hinter den Grünen und der CDU und vor der derzeit in einer Koalition mit den Grünen regierenden SPD. In Rheinland-Pfalz schaffte es die Partei nach dem vorläufigen Endergebnis auf 12,6 Prozent, damit wurde sie dort ebenfalls drittstärkste Partei.

Zweimal die SPD hinter sich gelassen, zweimal die Grünen - damit hat die Alternative für Deutschland bei allen drei Landtagswahlen noch stärker abgeschnitten als nach den letzten Prognosen erwartet wurde. Nur die CDU blieb in allen drei Ländern vor den politischen Emporkömmlingen.

Meuthen: "Feste parlamentarische Größe"

Der AfD Vorsitzende und Spitzenkandidat der AfD zur Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg, Jörg Meuthen (r), gibt in Karlsruhe (Baden-Württemberg) in der Grundschule Bergwald seinen Stimmzettel für die baden-württembergische Landtagswahl ab.
Der Spitzenkandidat der AfD in Baden-Württemberg, Jörg Meuthen. Bildrechte: dpa

Der Spitzenkandidat der AfD in Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, bezeichnete seine Partei als einzige echte Alternative im neuen Landtag. "Die AfD ist spätestens mit dem heutigen Tag eine feste parlamentarische Größe in unserem Land", sagte der 54-Jährige mit Blick auf das Wahlergebnis im Südwesten.

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat André Poggenburg zeigte sich mit dem Abschneiden seiner Partei zufrieden und kündigte eine "starke Oppositionsarbeit" an. "Wir sind mit dem Anspruch auf eine starke Opposition in den Wahlkampf gegangen und wir werden als starke Opposition in den Landtag gehen", sagte der 41-Jährige in Magdeburg.

AfD konnte Nichtwähler mobilisieren

André Poggenburg, gibt seine Stimme für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ab
André Poggenburg, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa

Ähnlich wie Poggenburg äußerte sich auch die Sprecherin der Bundes-AfD, Frauke Petry. "Wir haben uns bereits lange vor diesem Wahlkampf darauf eingerichtet, in der Opposition zu arbeiten", sagte Petry in der ARD. Das sei für eine junge politische Kraft auch ganz normal. "Auch da kann man Dinge bewirken." Petry machte den Kurs von Bundeskanzlerin Merkel für die Wahlerfolge ihrer Partei verantwortlich. Die "katastrophale Politik von Merkel hat den Menschen offenbar die Augen geöffnet". Man sehe, dass sich die Wähler von den großen Volksparteien abwenden. Trotzdem sei die AfD aber keine "reine Protestpartei, die nur von der Flüchtlingskrise profitierte".

Laut ZDF kommen die meisten AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt allerdings aus dem Lager der Nichtwähler. 40 Prozent der befragten AfD-Wähler gaben an, bei den Landtagswahlen 2011 gar nicht gewählt zu haben. Elf Prozent haben zuletzt die NPD gewählt, je 17 Prozent wählten 2011 die CDU oder die Linke. Zehn Prozent der AfD-Wähler stimmten 2011 noch für die SPD. Das zeigt, dass die AfD ihre Stimmen aus allen politischen Richtungen bekommt, insbesondere ist die Partei allerdings erfolgreich bei Menschen, die zuletzt gar nicht mehr an Wahlen teilgenommen haben.

Die Wahlbeteiligung war dieses Jahr in allen drei Ländern hoch. In Sachsen-Anhalt lag sie bei 63 Prozent, mehr als zehn Prozent über der Wahlbeteiligung von 2011. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gingen mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten zur Abstimmung.

Wir befinden uns auf der Siegerstraße - vor allen Dingen zum Bundestag 2017.

AfD-Chefin Frauke Petry

Mit der Fokussierung auf die Flüchtlingskrise hat die AfD den Nerv der Zeit getroffen. Dabei schreiben viele AfD-Wähler Umfragen zufolge der Partei wenig Kompetenzen außerhalb der Flüchtlingspolitik zu. So sehen laut einer aktuellen ARD-Umfrage aus Rheinland-Pfalz nur 24 Prozent der AfD-Wähler die Partei als kompetent in der Frage, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, trauen nur 40 Prozent der AfD-Wähler ihrer Partei Kompetenzen zu. 62 Prozent der AfD-Wähler in Rheinland-Pfalz gaben an, die Partei nicht aus Überzeugung zu wählen, sondern aus Enttäuschung von anderen Parteien.

André Poggenburg und weitere AfD-Politiker
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Aus dem Stand auf über 20 Prozent: Die Reaktion der "Alternative für Deutschland" auf die Prognose bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Video.

So 13.03.2016 18:46Uhr 00:18 min

http://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/video-4368.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
André Poggenburg
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2016, 00:56 Uhr

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22 Kommentare

15.03.2016 22:12 Klaus 22

{ 007 8 } Warum sollte die Regierung die Politik einer Oppositionspartei übernehmen? Das ist doch vollkommener Unsinn.

15.03.2016 12:24 Jörg Eckrich 21

@20 M. Jacob: So eine Polemik zeigt mir wie einige Menschen die Realität verkennen.

15.03.2016 06:45 M. Jacob 20

In Sachsen-Anhalt gibt es demnächst nur noch deutsches Benzin aus deutschem Rohöl an deutschen Tankstellen nur für Deutsche!

14.03.2016 16:17 der Silvio 19

Teil 2; Wenn die AfD wirklich so grottenschlecht ist, dann wird sich das zeigen und sie werden mit den Kosequenzen zu rechnen haben, egal ob das eine Nichtwahl der Partei bedeutet oder ein Verbotsverfahren. Aber bis dahin sollten unsere Politiker im Sinne der Demokratie sich doch auch mit denen befassen, die anderer Meinung sind als sie selbst. Aber sich hinstellen wie Kleinkinder und heulen: mit denen spiel ich nicht! ist auch keine Lösung, denn dann wird der Unmut im Volk nur noch größer. Sicher, die AfD hat den Wahlkampf mit deAsylpolitik geführt. Und mit was war das Thema der anderen Parteien? In den Medien war vorranigig ein Thema zu hören: Anti-AfD-Wahlkampf. Vernünftige, volksnahe Themen im Wahlkampf und nicht nur als Versprechen, hätten das Wahlergebnis sicher anders ausgehen lassen - für alle Parteien.

14.03.2016 16:08 der Silvio 18

@12 wyner23; was sie an andere kritisieren, nämlich Hass und Hetze, machen sie selber nicht besser! Kostruktive Kritik heißt deshalb konstruktiv, weil man auf dem, was man an Verbesserung zu sagen hat, aufbauen kann. Und das kann ich beim besten Willen nicht in diesem Beitrag erkennen. Unsere alteingesessenen Politiker hab ja nichts besseres zu tun, als über die Köpfe des Volkes hinweg zu regieren, die Sorgen und Bedürfnisse des eigenen Volkes zu berücksichtigen. Stattdessen wird jeder, der eine andere Meinung hat sofort abgeurteilt. Was ist daran bitteschön demokratisch? Ich würde mir wünschen, daß unsere Politiker mehr auf das Volk hören, schließlich nennen sie sich Vertreter des Volkes. Nur noch am Rande; statt sich zu fragen, worin der Wahlerfolg der AfD in BaWü liegt, freuen sich die Grünen ein Loch in Bauch, gewonnen zu haben. Den Linken (in der DDR waren die auch alles andere als demokratisch) gesteht man Plätze im Parlament zu warum nicht auch der Gegenseite? Teil 2 folgt

14.03.2016 15:24 Demut 17

Glückwunsch an Frau Merkel! Sie kann auf Grund, der CDU-Wahlergebnisse, ihre Flüchtlingspolitik fortsetzen. Das muss man auch als AfD-Wähler anerkennen. Leider gibt es für die AfD- Ergebnisse, von anderen Parteien, nur Hass und Hetze. Es steht eine harte Oppositionsarbeit bevor. Wir leben in einer rücksichtslosen Ellenbogengesellschaft!

14.03.2016 13:48 A. Mahnke 16

Wo ist der Klaus ? Hi hi h i h i ho ho ho ho ho ha ha ha ha .... Endlich siegt die Vernunft.

14.03.2016 12:54 Frank 15

Was hat die AfD eigentlich in den bisherigen 5 (!) Landesparlamenten, in denen sie vertreten ist, an Oppositionspolitik geleistet? Haaaloooo, jemand irgendwas gehört? Nein? Hm, na gut..., in Thüringen wollten sie die Anzahl der Homosexuellen zählen lassen. Aber sonst? Noch jemand eine Idee? Nicht, das man die im Landtag garnicht bemerkt..., das würde mir ja nun überhaupt nicht gefallen.

14.03.2016 12:08 wyner23 14

Selbstreflektion ist bei Ihnen anscheinend fehl am platz, wenn sie Ihren eigenen Neigungen verleumden. Dann sind Ihrer Meinung nach 25% die Absolute Mehrheit? Dreiviertel der Wähler haben sich eindeutig gegen die AfD ausgesprochen und der Rest wird es selber noch merken, dass die Populisten noch weniger Kompetenzen haben als die Altparteien. Spätestens, nachdem man mal mit dem Wahlprogramm beschäftigt hat

14.03.2016 10:11 007 13

14.03.2016 09:51 wyner23/ Nr.12.....Hahaha, rassistische Neigung, wovon reden sie denn? So ein Quatsch, da kann man nur drüber lachen. Die AfD ist nun mal in unsere Demokratischen Wahl als absoluter Sieger hervorgegangen, es ist hart aber fair. Tragen sie es mit Fassung und lassen sie ihre primitive Nazi Diskussion. Das ist out.