Eine Delegierte mit einem auffälligem Tattoo verfolgt am 10.06.2017 die Debatten des Bundesparteitages der Linken in Hannover (Niedersachsen). Vom 09.06 bis zum 11.06.2017 hält Die Linke ihren Parteitag in Hannover ab.
Die Delegierten des Linken-Parteitags lehnten russland-kritische Anträge für ihr Wahlprogramm ab. Dafür schafften es Nato- und EU-Kritik ins Programm. Bildrechte: dpa

Parteitag in Hannover Linke lehnen russland-kritische Anträge ab

Keine Kritik an der russischen Annexion der Krim oder des Bürgerkrieges in der Ost-Ukraine, dafür Kritik an der Nato und der EU. Die Linke bleibt gegenüber Russland auf freundlichem Kurs.

Eine Delegierte mit einem auffälligem Tattoo verfolgt am 10.06.2017 die Debatten des Bundesparteitages der Linken in Hannover (Niedersachsen). Vom 09.06 bis zum 11.06.2017 hält Die Linke ihren Parteitag in Hannover ab.
Die Delegierten des Linken-Parteitags lehnten russland-kritische Anträge für ihr Wahlprogramm ab. Dafür schafften es Nato- und EU-Kritik ins Programm. Bildrechte: dpa

Die Linke wird keine russland-kritischen Passagen in ihrem Wahlprogramm stehen haben. Auf dem Parteitag in Hannover lehnten die Delegierten entsprechende Passagen ab.

Gemäßigte Reformer scheitern

Sie stimmten gegen eine Verurteilung der Krim-Annexion als völkerrechtswidrig und einer Verurteilung des Bürgerkrieges in der Ost-Ukraine. Auch die Verurteilung von Menschenrechtsverletzungen in Russland und China schaffte es nicht ins Wahlprogramm. Beide Anträge des gemäßigten Reformerflügels der Partei fanden keine Mehrheit der Delegierten.

Kritik an Nato und EU-Sanktionen

Ins Wahlprogramm aufgenommen wurde dagegen die Auflösung der Nato. Gefordert wird zudem ein "kollektives Sicherheitssystem unter Einbeziehung von Russland".

Zudem werden die EU-Sanktionen gegen Russland sowie die Aufrüstung der Nato an ihrer Ostgrenze kritisiert. Im Programm heißt es, "Truppenbewegungen von EU und Nato an den Grenzen zu Russland gefährden den Frieden."

Ein Änderungsantrag, in dem der Westen bezichtigt wird, durch eine "Konfrontationspolitik" einen Krieg mit Russland in Kauf zu nehmen, wurde nur knapp abgelehnt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 10.06.2017 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2017, 18:52 Uhr