Ein afrikanischer Flüchtling kehrt nach einem Einkauf in die neue Flüchtlingsunterkunft in Magdeburg zurück
Migranten leben häufiger in Städten und besitzen selten Eigentumswohnungen oder Häuser. Bildrechte: dpa

Statistisches Bundesamt Warum Migranten im Schnitt mehr Miete zahlen

Migranten zahlen in Deutschland durchschnittlich höhere Mieten als Menschen, die schon länger in Deutschland beheimatet sind. Das hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Lässt sich aus diesen Zahlen auf eine Diskriminierung schließen? Eher nicht, sagen die Statistiker. Für die höheren Mieten seien andere Faktoren verantwortlich.

von Uwe Jahn, MDR AKTUELL

Ein afrikanischer Flüchtling kehrt nach einem Einkauf in die neue Flüchtlingsunterkunft in Magdeburg zurück
Migranten leben häufiger in Städten und besitzen selten Eigentumswohnungen oder Häuser. Bildrechte: dpa

Im Durchschnitt zahlt ein Mensch mit Migrationshintergrund 57 Cent mehr Brutto-Kaltmiete pro Quadratmeter als jemand, dessen Familie schon seit Generationen in Deutschland lebt. Das ist das Ergebnis des Mikrozensus, den das Statistische Bundesamt jedes Jahr erhebt und bei dem rund ein Prozent der Bevölkerung befragt wird.

Die Höhe der Miete hängt eben auch davon ab, wo man lebt, sagt Florian Göttsche vom Statistischen Bundesamt: "Menschen mit Migrationshintergrund leben häufiger in Städten als Personen ohne Migrationshintergrund. Da die Mieten in Städten teurer sind, ist es auch klar, dass Menschen mit Migrationshintergrund im Durchschnitt höhere Mieten haben."

Eigentumsquote bei Migranten niedriger

Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund führt weiter aus: "Die Eigentumsquote ist bei Migranten deutlich niedriger als im Rest der Bevölkerung. Das spricht dafür, dass sie in den Großstädten wie Berlin, Hamburg und München wohnen. Darüber hinaus wohnen sie häufiger in großen Gebäuden. Auch das spricht für die Großstadt und die Ballungsgebiete." Wenn sie dann noch eine höhere Bruttokaltmiete zahlten als der Rest der Bevölkerung, seien das alles deutliche Indikatoren dafür, dass Migranten primär in den deutschen Großstädten wohnten.

Keine Hinweise auf Diskriminierung

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: Migranten seien noch nicht so lange  hier verwurzelt, wie die meisten einheimischen Familien, sagt Florian Göttsche. "Menschen mit Migrationshintergrund leben noch nicht so lange in ihren Wohnungen. Das heißt, ihre Mietverträge sind jünger. Jüngere Mietverträge bedeuten in der Regel auch höhere Mietkosten." Dennoch stellt sich die Frage, ob es bei der Vermietung von Wohnungen nicht doch zu Benachteiligungen kommt.

Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund: "Allein aus den zur Verfügung stehenden Daten spricht nichts für eine Diskriminierung. Was nicht bedeutet, dass Migranten bei der Wohnungssuche nicht im Einzelfall durchaus schlechter behandelt werden, als Menschen, die Meier, Müller oder Schulze heißen." Nach der Definition des Statistischen Bundesamts hat eine Person dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 05:00 Uhr

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32 Kommentare

12.01.2017 14:39 Historiker 32

@ 24 Klaus
Könnte man den Beitrag mit etwas Inhalt anreichern?
Das übertrifft ja noch die Aussage der Statisten.

12.01.2017 08:02 Paulchen 31

"Eigentumsquote bei Migranten niedriger" ist völlig logisch und normal, wenn man bedenkt, dass Zuwanderer (keine Flüchtlinge) eben vermutlich kein Haus von Oma vererbt bekommen. Ich sehe auch kein Problem darin, uns z.B. mir geht es als Binnenmigrant nicht anders... und die Mietpreise orientieren sich am Markt, sodass man bei (häufigem) Um-/Zuzug natürlich bei allgemein steigenden Preisen mehr bezahlen muss.

12.01.2017 07:54 Wo geht es hin? 30

@Klaus - Zitat von Ihnen:"Warum bauen denn unsere Besorgten keine Wohnungen?" Zitat Ende. Nach den Berichten der meisten Medien sind die "Besorgten" ja die "Abgehängten der Gesellschaft". Nehmen wir mal an, so ein "Abgehängter" geht zur Bank und beantragt einen Kredit (ohne den bauen auch die meisten "Nichtabgehängten" keine Wohnung oder ein Haus). Was glauben Sie, was die Bank macht? Die zeigt dem "Abgehängten" die Stelle in der Wand, wo der Maurer das Loch gelassen hat. Haben Sie eine konkrete Lösung für das Problem? DAS wäre mal ein echt innovativer Beitrag von Ihnen, im Gegensatz zu Ihren sonstigen Phrasen...

12.01.2017 05:30 Caroline 29

@aridus #27

es geht ja hier in erster Linie um Richtigstellung. Die Migranten bezahlen nun mal keine Miete, dafür das Amt Höchstpreise für langjährige Mietverträge, zum Teil für leere Wohnungen.

11.01.2017 23:11 Bingo 28

Höhere Mieten für flüchtlinge:Ist es auch Diskriminierung, wenn der Beamte weniger Autoversicherung wie der normal Bürger oder Flüchtling zahlt?????? Alles nur dummer Mist von angeblicher Gleichberechtigung die gibt es nähmlich nicht und wird sie nie geben.

11.01.2017 22:10 aridus 27

Ich kann Menschen, deren gesamtes Weltbild aus Hass und Missgunst besteht, eigentlich nur bedauern. Weil sich daraus aber eine gefährliche politische Strömung speist, muss dieses Trugbild dennoch bekämpft werden!

11.01.2017 20:53 Bernd 26

11.01.2017 11:45 Stefan T
Spiele Sie hier nicht den Erkärbär, denn dafür sind Mattotaupa und Wessi zuständig. Sie liegen mit Ihrer Darstellung allerdings so falsch wie Mattotaupa und Wessi täglich mit ihren geistreichen Kommentaren falsch liegt.

11.01.2017 17:49 BöserWolf 25

Seit wannzahlen Migranten Miete, die meisten bekommen das Geld vom Amt.
Also wir dummen Steuerzahler zahlen die Miete, sonst keiner.
Weiter so, DeutschLand schafft sich ab.

11.01.2017 16:51 Klaus 24

{ Historiker 22 } Warum bauen denn unsere Besorgten keine Wohnungen? Wenn das Angebot groß genug ist, dann kann niemand zulangen. Kriegen die Besorgten das etwa nicht gebacken?

11.01.2017 16:19 Wo geht es hin? 23

@Stefan T - Zitat von Ihnen:Falsch."Gastarbeiter verdienen selbst Geld und bezahlen deshalb ihre Miete auch selbst. SIE bezahlen davon NICHTS." Zitat Ende. Ich würde sagen, Sie liegen falsch, denn um Gastarbeiter geht es in diesem Bericht nicht, sondern um Migranten. Den Unterschied kennen Sie?