Kampf gegen Lebensmittelverschwendung Ernährungsminister fordert Aus für Haltbarkeitsdatum

Bundesernährungsminister Christian Schmidt will das Haltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen abschaffen. Er gehe davon aus, dass in wenigen Monaten der Entwurf für eine entsprechende EU-Richtlinie vorliege, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe. Schmidt monierte: "Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben."

"Intelligente Verpackung" für individuelle Entscheidung

Eine Kundin im Supermarkt, hält zwei Pakungen frische Nudeln in der Hand.
Gerade etwa bei Pasta ist das Haltbarkeitsdatum meist überflüssig. Bildrechte: IMAGO

Stattdessen warb Schmidt für eine "intelligente Verpackung". In Joghurtbechern etwa ließen sich elektronische Chips einbauen, die ermittelten, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändere. Eine Farbskala von Grün bis Rot könnte anzeigen, wie es um die Verzehrbarkeit stehe, erklärt der Minister. Der Verbraucher könne dann selbst entscheiden, bis zu welchem Grad er das Produkt noch verwenden wolle.

Schmidt setzt sich seit längerem dafür ein, dass weniger Nahrungsmittel weggeworfen werden. Laut einer 2012 vorgestellten Studie für sein Ministerium landen in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammt gut die Hälfte aus Privathaushalten.

Mindesthaltbarkeitsdatum Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird im § 7 der Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln vom 22.12.1981, respektive der Neufassung aus dem Jahr 1984 geregelt. Es wird das Datum definiert, in dem ein Lebensmittel unter "angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält". Es ist anzugeben mit den Worten "mindestens haltbar bis …" unter Angabe von Tag, Monat und Jahr. Allerdings darf bei Lebensmitteln, die unter drei Monaten haltbar sind, die Angabe des Jahres entfallen. Bei Lebensmitteln, die länger als 18 Monate haltbar sind, dürfen Monat und Tag entfallen. Nicht erforderlich ist es bei frischem Obst, Gemüse, Kartoffeln, Röstkaffee oder Tee, festem Zucker, Salz und unter anderen Lebensmitteln, die üblicherweise binnen 24 Stunden verspeist werden. Bundesgesetzblatt | http://www1.bgbl.de/

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2016, 11:38 Uhr

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75 Kommentare

26.03.2016 00:24 Vrabac 75

Das Reinheitsgebot beim Bier wurde auch abgeschafft und trotzdem werben viele Brauereien immer noch damit, das sie sich an das Reinheitsgebot von anno dazumal halten.

Dem MHD wird es ähnlich ergehen - selbst wenn die Pflicht ein MHD aufzudrucken entfällt werden die meisten Hersteller von Fleisch- und Milchprodukten es weiterhin drauf drucken. Zum einen um sich vor Schadensersatzforderung im Falle verdorbener Lebensmittel zu schützen und zum anderen weil die Verbraucher es erwarten.

26.03.2016 22:28 Hubert 74

@68 Kritischer - Teil 2 - Mein Ziel mit einer Neuentwicklung habe ich nicht erreicht, das bis dort ausgegebene Geld war futsch (d.h. ein paar hatten lange Zeit ein Arbeitseinkommen) und ich habe den Betrieb ohne Konkurs eingestellt. Schimpfe ich deshalb auf die Wiedervereinigung? Nee. Thats live. - Deshalb, komme mir nicht mit den Milchbauern. Ich kenne deren Probleme vergleichbar mit mir wegen der Langfristigkeit der Investitionen. Schau mal was die Kolchosen in den NBL machen. - Mischt sich der Staat ein ist es falsch, mischt er sich nicht ein, ist wieder falsch. Es gab ja vorher Milchquoten. Ich bin der Meinung, der Staat sollte sich nicht mit Subventionen einmischen. Der Preis muß die Produktionskosten widerspiegeln und nicht mit Subventionen verschleiern. Bezahlt werden müssen diese so oder so. Rahmenbedingen setzen und diese ggf. anpassen ist OK, mehr nicht. Dann geht eben der ein oder andere den Bach runter, ging mir auch so. Das wußte ich, als ich ein Unternehmen gründete.

26.03.2016 22:27 Hubert 73

@68 Kritischer - "Und ein heutiger Landwirt..." - Du sprachst von Hacke und Spaten und ich meinte mit meinem Satz die (Industrie-)Technik. Hätte mich korrekter ausdrücken müssen. Wo will denn ein Landwirt heute die Pferde für seinen Pflug herbekommen? Du würdest wahrscheinlich Flüchtlinge vorspannen, so wie ich dich kenne. Was die Marktmacht betrifft, sollten sich Landwirte zu Absatzkartellen zusammenschließen. Dann hätten sie auch mehr Macht, zu Lasten des Verbrauchers. Ich kann das Gejaule nicht hören. Das geht tausenden von (Klein-)Unternehmen so. Als ich mein Unternehmen gründete, war ich unter den ersten fünf in den ABL und war den ersten vier lange Zeit haushoch im Bezug auf das Verfahren überlegen. Dann kam die Wende, Neufirmen in den NBL kopierten die Technik und bekamen Subventionen. Der Markt, der vorher schon zu krieseln begann, bekam kurz noch mal Aufschwung, brach aber dennoch zusammen. Auf eine Ausschreibung bewarben sich vorher fünf bis zehn, später dann dreißig.

26.03.2016 22:27 Hubert 72

@65 Kritischer Bürger - Teil 4 - Zitat: "Aus den Reihen der Privatverbraucher (hier Leistungsbezieher) kann niemals soviel in der Biotonne landen, eher aus den Reihen der Elite-Schicht und jenen, die zu viel haben bzw. sich leisten können und es nicht wertschätzen können." - Da gab es ja nun etliche Sendungen über "Hartzer". Es einen Fall, (hat sogar meine Schwägerin in Österreich unter der gleichen Prämisse) gesehen: Die haben das Badewasser! (warum duschen die nicht?) für die Klospülung verwendet. Gleichzeitig hat der Mann die Kartoffeln mit dem Messer statt mit einem Sparschäler geschält. Mit einem Sparschäler habe ich je nach Kartoffelgröße 10 % bis max. 15 % Abfall, mit dem Messer mindestens 30 bis 50 %. Im ungünstigsten Fall schleppt der fast die doppelte Menge Kartoffeln nach Hause und wirft die Hälfte davon auf den Kompost - Kritischer, probiere aus und rechne nach. Auch Dummheit kann verschwenden. Ich finde diese Art von Sendungen übrigens saublöde, weil sie Vorurteile schüren

26.03.2016 22:26 Hubert 71

@65 Kritischer Bürger - Teil 3 - Übrigens, etwa vier Wochen halte ich ohne Einkauf aus, Grünzeugs müßte ich strecken, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Fisch und Fleisch brauchen nun mal "etwas Wärme" vor dem Verzehr. Fehlt mir nur die Gasflasche, Infrarotstrahler habe ich noch. Eine Straße weiter, die hängt an einer Flüssiggasversorgung, glaube aber, die kochen auch elektrisch wegen der dichten Häuser. - Kritischer, SGB hin oder her, Geld kann man nie genug haben. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich umsatzmäßig Millionen geschoben. Vieles ist aber auch durch die Finger gerieselt wovon ich nichts hatte. Sinks and Source, Quelle und Versickerung in der Waage zu halten ist das Kunststück. Geld ist wichtig, "ausreichend" Geld ist wahrscheinlich etwas besser, Zufriedenheit über Geld zu erreichen - da beginne ich zu zweifeln. Wenn Lebensmittel knapp werden, steigt auch ihr Wert, nicht nur monetär, ob mit oder ohne MHD/Farbenpracht. - Teil 4 folgt.

26.03.2016 22:25 Hubert 70

@65 Kritischer Bürger - Teil 2 - Lidl begann vor einigen Jahren mit einem 30%-Nachlass kurz vor Ende des MHD, Aldi zog dann nach. Von Aldi weiß ich, dass Produkte aus der Kühlung, die Kunden wieder aus dem Einkaufswagen nehmen und irgendwo in ein Regal legen statt sofort wieder zurückzubringen, alle weggeworfen werden. Ebenso, ist ein Ei angeknaxt, kommt die ganze Schachtel in die Tonne. Ich vermute auch (wissen tu ich nix), dass das meiste beim Handel, mehr noch beim Erzeuger vernichtet wird. Die Erträge schwanken nun mal im Freilandanbau. Ich denke auch, dass das meiste (in Tonnage) was an Lebensmittel vernichtet wird, Grünzeug ist. Da ist nun mal das meiste Wasser. So schnellen dann die Tonnen in die Höhe obwohl man besser in Tonnen Trockenmasse rechnen müßte. Besser Lebensmittel im Überschuss als Kohldampf schieben. - Teil 3 folgt.

26.03.2016 22:24 Hubert 69

@65 Kritischer Bürger 26.03.2016 17:35 - "diesen "hirnlosen" Farbenquatsch" wie Du ihn nennst beruht auf wissenschaftlicher Basis. - Dir geht doch nur um einen Politiker, der nicht deiner Farbe angemessen ist. Warum? Bleib doch sachlich. Mir geht es um die Sache, nicht um einen Politiker. - Es wird auch nur sehr wenige Lebensmittel betreffen, ich vermute in erster Linie Fleisch und Fischprodukte (Kühlkette) und da stelle ich die Sinnhaftigkeit (eben wegen der Kühlkette) nicht infrage. Bei Trockenprodukten und Konserven ist m.E. auch ein MHD Quatsch, die sind "unendlich" haltbar. Als meine Mutter von ihrem angestammten Wohnsitz zu mir zog, habe ich dort mindestens 30 Einmachgläser voll mit Zwetschgen ausgeleert und kompostiert. Die waren mehr als 20 Jahre alt. In dem Geruch der m.E. vollgenießbaren Zwetschgen hätte ich baden können, so angenehm war dieser. - Teil 2 folgt.

26.03.2016 18:43 Kritischer Bürger 68

@Hubert-59: Hab ja noch was vergessen: Lesen Sie Ihren Kom. 28 im Bezug auf Realität und im Vergleich zu Kom. 41, wo wer an was Schuld ist. Wie haben Sie doch hier (im 59) geschrieben? +...Und ein heutiger Landwirt ist ja nun total von der Industrie abhängig....+ nur mal zur Erinnerung! Erkennen Sie etwas in Ihrer Auffassung? In diesem Sinne; Tschau.

26.03.2016 17:51 Kritischer Bürger 67

Somit nun allen hier ein christliches Osterfest und einem solchen Minister einen saudicken Hasen aus Schokolade (steigert die Ausgeglichenheit) mit bunten Ohren auf der die Farbe dunkelrot leuchtet ( bitte nicht politisch sehen) sondern eher als Verbrauchsdatum eines ...... naja! Der MDR-Redaktion auch ein schönes Ostern trotz ihrer Arbeit. J.B.

26.03.2016 17:47 Kritischer Bürger 66

@Hubert-62: Muss da nicht nachsehen. Es wurde der Durchschnitt des finanziellen Bedarfes der Bürger mit geringen Einkommen bis hin zur Mittelschicht bewertet und davon ein Prozentsatz (meines Wissens 50%) als Grundsicherung des Lebensbedarfes im SGB in Form der Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz unter §5 ff festgeschrieben. Es ist jedoch mit 404 Euro als Grundsicherung nicht getan und mit daraus folgenden 130,00 Euro ohne Umverteilung aus den anderen restlichen 10 Abteilungen zum Vorteil für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke unzureichend. Also schlussfolgernd: Aus den Reihen der Privatverbraucher (hier Leistungsbezieher) kann niemals soviel in der Biotonne landen, eher aus den Reihen der Elite-Schicht und jenen, die zu viel haben bzw. sich leisten können und es nicht wertschätzen können.