Stromkosten Bundesrat für gerechte Verteilung der Netzentgelte

Weil im Osten mehr in neue Leitungen investiert wurde, sind dort auch die Kosten höher. Thüringens Umweltministerin Siegesmund kritiserte, dass nicht nur die Stromautobahnen hier die Landschaft zerschneiden, sondern die Bürger auch noch dafür bezahlen. Der Bundesrat fordert nun eine Neuregelung.

Der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, die Netzentgelte in der Bundesrepublik zu vereinheitlichen. Der Antrag dazu kam aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. Nun soll die Bundesregierung bis Ende August eine Verordnung vorlegen, die eine Angleichung vorsieht. Dann muss sich der Bundestag der Sache annehmen.

Nur wenn die Rechtsverordnung bis 31. August vorliegt, kann eine einheitliche Neuregelung ab Januar 2018 in Kraft treten. Sonst wird es nichts mehr in dieser Legislaturperiode.

Osten zahlt ungleich mehr

Derzeit sind die Strompreise im Osten höher, weil hier besonders viel Geld in neue Leitungen für die Energiewende investiert wurde. Die Netzbetreiber legen ihre Kosten auf die Verbraucher in ihrem Versorgungsgebiet um. Wo der Strom durch neue Leitungen fließt, sind die Netzentgelte entsprechend höher. Sie sind es auch deshalb, weil sie im Osten aufgrund der geringeren Industrie- und Bevölkerungsdichte von weniger Unternehmen und Bürgern bezahlt werden müssen. Diese Kosten machen bisher im Westen bei einem VierPersonen-Haushalt rund 262 Euro pro Jahr aus, im Osten und Norden sind es dagegen 338 Euro.

So liegen die Kosten für Netzentgelte im Osten und Norden bei einem Drittel des Strompreises, im Rest der Republik bei einem Viertel. Dieser Zustand sorgt im Osten schon seit Längerem für Unmut, was schließlich zu der Bundesratsinitiative führte.

Erleichterung bei ostdeutschen Politikern

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff sagte: "Es wird höchste Zeit, dass die Netzentgelte vereinheitlicht werden". Es könne nicht sein, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien gefordert werde, aber die Regionen, die dabei vorangingen, dann mit höheren Netzentgelten bestraft würden.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund forderte ebenfalls eine gerechte Verteilung der Lasten. Das betreffe auch die Trassen. Es könne nicht sein, dass Thüringen einerseits von einer Stromautobahn durchschnitten werde und dann die Thüringer auch noch die Kosten dafür aufbringen müssten.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatte schon im Vorfeld von Wortbruch gesprochen. Der Bund habe schon mit der Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für einheitliche Netzentgelte in Ost und West bis Ende 2016 zugesagt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 10.03.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2017, 22:30 Uhr

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3 Kommentare

10.03.2017 20:34 INS 3

Strom ist in Ostdeutschland viel zu teuer!

10.03.2017 20:07 @Paul 2

Nein! Verdammt nochmal!
Das bedeutet das die kleinen Leute ALLES KOMPLETT bezahlen und die Herrschenden und ihre Getreuen RICHTIG ab kassieren!

10.03.2017 17:33 Paul 1

GERECHTE VERTEILUNG? Das bedeutet das die kleinen Leute bezahlen und die Herrschenden und ihre Getreuen ab kassieren.