Christian Lindner und Armin Laschet
Wollen über Schwarz-Gelb in NRW verhandeln: CDU-Landeschef Laschet und FDP-Chef Lindner (Archivbild). Bildrechte: dpa

Nordrhein-Westfalen CDU und FDP wollen über Koalition verhandeln

Schwarz-Gelb an Rhein und Ruhr wird immer wahrscheinlicher. Zumindest wollen CDU und FDP nach Angaben ihrer Landeschefs Laschet und Lindner offiziell Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Zentrale Themen sollen Bildung, Wirtschaft und innere Sicherheit sein.

Christian Lindner und Armin Laschet
Wollen über Schwarz-Gelb in NRW verhandeln: CDU-Landeschef Laschet und FDP-Chef Lindner (Archivbild). Bildrechte: dpa

CDU und FDP wollen in Nordrhein-Westfalen über die Bildung einer schwarz-gelben Koalition verhandeln. Das teilten die Landesvorsitzenden Armin Laschet von der CDU und sein FDP-Gegenüber Christian Lindner am Freitag in Düsseldorf mit. Beide Politiker wollen den Landesvorständen ihrer Parteien am kommenden Montag eine entsprechende Empfehlung machen. Die Zustimmung beider Gremien gilt aber als sicher. Die Koalitionsverhandlungen sollen dann schon am Tag drauf beginnen.

Bildung, Wirtschaft, Sicherheit

Wahlsieger in NRW: Armin Laschet (CDU)
Laschet hatte schon kurz nach der Wahl Schwarz-Gelb präferiert. Bildrechte: dpa

Laschet machte deutlich, dass CDU und FDP Nordrhein-Westfalen vor allem in der Bildungspolitik, der Wirtschaftspolitik und in der inneren Sicherheit noch vorne bringen wollen. "Es muss sich etwas ändern, es muss sich etwas verbessern in Nordrhein-Westfalen. Die Erwartungen sind hoch." Die Atmosphäre bei den Sondierungsgesprächen sei sehr freundlich gewesen, sagte der CDU-Landeschef: "Die Ideen sind vielfältig, der Wille zum Gestalten ist groß."

Linder betonte, man sehe nach einem "sportiven Wahlkampf" auf beiden Seiten die Bereitschaft zu fairen Einigungen, durch die beide Parteien ihr Profil schärfen und dem Willen ihrer Wähler gerecht werden könnten.

Eine Stimme Mehrheit

Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag hatte die bisherige rot-grüne Koalition ihre Mehrheit verloren. Die CDU wurde mit 33 Prozent stärkste Kraft und kommt mit der FDP (12,6 Prozent) zusammen auf eine Stimme Mehrheit im künftigen Landtag. Die SPD hatte Anfang der Woche eine Große Koalition mit der CDU ausgeschlossen. Deshalb gilt Schwarz-Gelb als die einzig realistische Regierungskonstellation in NRW.

Keine unüberwindbaren Hindernisse

Laschet und Lindner hatten bereits zwei Tage nach der Landtagswahl betont, dass es keine unüberwindbaren Hindernisse für ein schwarz-gelbes Bündnis gebe. Während Laschet vor allem die innere Sicherheit als möglichen Streitpunkt zwischen CDU und FDP genannt hatte, sah Lindner vor allem die Energie- und die Wirtschaftspolitik als Konfliktfeld bei Koalitionsverhandlungen. Auch über die Zuwanderung und die Integration von Flüchtlingen werde man "länger miteinander sprechen müssen", hatte Lindner gesagt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.05.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 13:17 Uhr

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22 Kommentare

20.05.2017 15:42 Wessi 22

@ 21 geht mir genau so.Da braucht die CDU nur mit Bosbach-Ideen zu kommen...und schwups weiß die FDP nur zu genau,daß schwarz/gelb eben keine Wiederauflage von vergangenen Koalitionen ist, sondern, wie Lindner es sagte, etwas völlig Neues.Liberal bleibt liberal und hat gar nichts mehr mit Macht zu tun.

20.05.2017 03:36 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 21

Zitat #18:
"Da werden die zwei Husaren wohl den Stier bei den Hörnern packen wollen, ein Ritt auf der Rasierklinge bleibt es allemal."

@ Wieland persönlich:
Nie war ich näher an Deiner Position wie heute! Der Laschet ist nicht die Hausnummer - nicht mal für NRW - die sich die Union wünschen würde... und der Lindner ob seines zweistelligem Ergebnisses ist in seinem Höhenflug kaum zu stoppen.
Denk ich an Ikarus, wird mir warm...
Die "18%" waren offenbar nicht offensichtlich genug.

NRW ist sozialdemokratisch!
Ich rechne nicht damit, daß sich eine konservativ-liberale Koalition dort lange halten kann.

19.05.2017 22:00 Wieland der Schmied 20

@ 1 Morchelchen Zitat „Ich wundere mich immer noch, dass die Wähler den Biss dazu hatten, die SPD, die Linken und die Grünen, für die bisherige Versagensherrschaft abzustrafen.“ > Ja stimmt, soviel Mut und Rückgrat traut man ihnen nicht zu. Ich denke, ihr Hauptmotiv war ein anderes. Sie hatten eine panische Angst vor vor der medial aufgeblasenen Koalition Rot-Rot-Grün und das dann auch noch unter der Ägide von Aladins Wunderlampe Schulz. Sie haben stringent gegen SPD, Grüne, Linke gestimmt und als letzte Sicherung sogar noch eine Schippe auf die CDU draufgelegt, nicht aus Verehrung von Laschet oder Merkel, sondern zur Verhinderung von Schulz und dem Dreier-Komplott, was ja auch aufging. FDP und AfD waren davon nicht betroffen und konnten punkten. Es entwickelt sich.

19.05.2017 21:34 Wieland der Schmied 19

Da werden die zwei Husaren wohl den Stier bei den Hörnern packen wollen, ein Ritt auf der Rasierklinge bleibt es allemal. Lindners große Option wird aber nicht sein, in Düsseldorf mit der Ausrüstung eines Kanalarbeiters und mit dem C-Schlauch im Anschlag den unermeßlichen Unrat, den das Wohlfühl-Duo Kraft –Löhrmann angereichert hat, zu beseitigen, denn er will nach Berlin, wie er sagte. Laschet will seinen alten Vertrauten Bosbach als Sicherleitsberater gewinnen, vergnügliche Prozesse werden da keine lauern. Es steht viel auf dem Spiel. Nach Jahrzehnten im Einheitsparteienblock wird von nun an die AfD jede Menge unbequeme Fragen stellen, was dem sächsischen Regierungschef Tillich schon mehrmals an den Rand der Verzweiflung getrieben haben soll. NRW ist mehr. Wenn NRW fällt, fällt der ganze Westen und Berlin gleich mit, denn Berlin von heute ist das getreue Abbild.

19.05.2017 21:30 Wieland der Schmied 18

Da werden die zwei Husaren wohl den Stier bei den Hörnern packen wollen, ein Ritt auf der Rasierklinge bleibt es allemal. Lindners große Option wird aber nicht sein, in Düsseldorf mit der Ausrüstung eines Kanalarbeiters und mit dem C-Schlauch im Anschlag den unermeßlichen Unrat, den das Wohlfühl-Duo Kraft –Löhrmann angereichert hat, zu beseitigen, denn er will nach Berlin, wie er sagte. Laschet will seinen alten Vertrauten Bosbach als Sicherleitsberater gewinnen, vergnügliche Prozesse werden da keine lauern. Es steht viel auf dem Spiel. Nach Jahrzehnten im Einheitsparteienblock wird von nun an die AfD jede Menge unbequeme Fragen stellen, was dem sächsischen Regierungschef Tillich schon mehrmals an den Rand der Verzweiflung getrieben haben soll. NRW ist mehr. Wenn NRW fällt, fällt der ganze Westen und Berlin gleich mit, denn Berlin von heute ist das getreue Abbild.

19.05.2017 18:07 Frank 17

Na aber? Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung in MG und ausgerechnet bei der AfD. Ein Schelm wer an Zufall glaubt. Könnte Wahlanfechtung bedeuten. Schöne Demokratie.

19.05.2017 16:50 Torsten 16

Machen diese Verhandlungen Sinn ? Schließlich braucht die AfD nur einen Sitz mehr. Dann hat sich CDU/FDP erledigt. Und wie andere berichten ist es in mehreren Wahlbezirken in NRW mal wieder zu " versehentlichen " nicht gezählten oder auch mal " versehentlich " komplett anderen Parteien zugerechneten Stimmen für die AfD gekommen und die AfD lässt wohl nun zu Recht nachzählen. Ach übrigens. Zum versehentlich. Wenn sowas einmal in einem Wahlkreis passiert ok. Dann glaube ich an ein Versehen. Aber hey. In mehreren und zum wiederholten Mal ? Und jedes Mal zu Ungunsten der AfD ?

19.05.2017 16:49 Wessi 15

@ 7,007 kommen sie runter von dem Gedanken, daß die FDP jemals in eine Koalition mit Ihren braun-blauen gehen wird.Die haben schon Schwiergkeiten genug mit konservativeren Ansichten in der CDU.Vorratsdatenspeicherung, Überwachung von öffentlichen Plätzen, Asylbeschränkungen...alles nicht ins liberale Bild passend.Und Laschet? Ein echter+offener 100%-Merkel-Unterstützer, rechtsliberal+auch dem Gewerkschaftsflügel der Union nicht fern.Oppositionsführer wird die SPD,auch da kann Ihre Truppe nicht punkten.Seit Höcke hat die AfD ausgespielt,der Westen wird sich nicht bieten lassen, daß die Geschichte 180° Grad verfälscht wird...das würde nämlich bedeuten,daß der Westen sich selbst hassen würde- aber wir sind stolz auf unsere BRD...auch vor 1989!

19.05.2017 16:43 Winter 14

Nr. 4--9--11-- Alles gesagt!!Genau!! Der Laschet ist nur ein Schwätzer!! Viel Gerede ohne Aussage.Nur drum rum immer. Unglaublich das die Nordrhein-Westfalener diesen Mann und der CDU den Regierungsauftag erteilt haben.

19.05.2017 16:26 4711 13

Wer glaubt da noch an Zufälle? Immer wieder das gleich Schema, in Österreich mußte die BP Wahl wiederholt werden, na da kommt bei der BTW im Herbst ja was auf uns zu, das ist ja schon zu vergleichen mit der DDR Wahl 1989, da standen auch schon die Kanditaten der Nationalen Front vorher fest!