Rostocker Fans zünden Bengalos nach dem 1:0 durch Julius Perstaller
Die Zahl der gewaltbereiten Fans unter den Anhängern der drei Bundesligen schätzt die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) auf 13.500. Bildrechte: IMAGO

Fußball-EM Polizei warnt Hooligans vor Reise zu EM

Die Polizei hat gut zwei Dutzend gewaltbereite Fußballfans in Sachsen-Anhalt und Thüringen persönlich vor einer Reise zur Fußball-EM gewarnt. Wer trotzdem nach Frankreich will, kann dennoch problemlos hinfahren: Pass- und Meldeauflagen gab es keine.

Rostocker Fans zünden Bengalos nach dem 1:0 durch Julius Perstaller
Die Zahl der gewaltbereiten Fans unter den Anhängern der drei Bundesligen schätzt die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) auf 13.500. Bildrechte: IMAGO

Die Polizei in Sachsen-Anhalt und Thüringen hat gewaltbereite Fans vor Reisen nach Frankreich gewarnt. Das teilten Sprecher der Innenministerien der beiden Länder MDR AKTUELL mit. Demnach wurden in Sachsen-Anhalt bislang in insgesamt 13 Fällen das persönliche Gespräch gesucht sowie entsprechende Schreiben an die Betroffenen übermittelt. Das Innenministerium in Thüringen bestätigte 14 der sogenannten Gefährderansprachen.

Nach Frankreich reisen können die Betroffenen dennoch: Konkrete Reiseverbote, etwa durch Pass- und Meldeauflagen wurden den Ministerien zufolge nicht veranlasst. Die Behörden behielten sich diese Option aber noch vor.

Was sind Gefährderansprachen? Die Polizei kann bei bekannten gewaltbereiten oder vorbestraften Fußballfans Gefährderansprachen durchführen. Sie sollen signalisieren, dass polizeiliches Interesse an der Person besteht, die Polizei die Gefahr erkannt hat und die Lage ernst genommen wird. Damit könnten den Ministerien zufolge mögliche Pläne der Betroffenen, während der Fußball-EM nach Frankreich zu reisen, gestört werden.

Hooligans in Sachsen haben dem sächsischen Innenministerium zufolge noch keinen Besuch von den Sicherheitsbehörden bekommen. Stattdessen wurde einer Sprecherin zufolge "die Arbeit der fachkundigen Beamten in der Szene intensiviert". Bei entsprechenden Hinweisen werde unmittelbar reagiert.

Zwei Festnahmen nach Krawallen

Ungeachtet möglicher Besuche aus Mitteldeutschland wird bereits von ersten Krawallen im Zusammenhang mit der Fußball-EM berichtet. Am Vorabend der EM-Eröffnung kam es zu Ausschreitungen in Marseille. Britische Fußballfans gerieten mit Einheimischen sowie mit Sicherheitskräften aneinander. Es gab zwei Festnahmen, ein Fan musste mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Hooligan-Krawalle gelten als eines der größten Sicherheitsprobleme bei der EM in Frankreich: 15 der 36 Vorrundenspiele wurden als Risikospiele eingestuft, darunter auch die Partie Deutschland gegen Polen am 16. Juni. Weitere Spiele mit der höchsten Warnstufe drei sind die Partien England - Russland, Türkei - Kroatien, England - Wales und Ukraine - Polen. Die deutsche Polizei schickt deshalb Beamte zur Unterstützung ins Nachbarland.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2017, 16:03 Uhr

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8 Kommentare

11.06.2016 15:58 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 8

@ Henriette: Also erst lesen und dann schreiben! ;) Dann spart man sich die Anschuldigung 'falsche Aussage' durch Mitkommentatoren...

11.06.2016 11:48 Henriette 7

@Mal ne Anmerkung #6: -----jetzt halte mal den Ball flach, das war eine Frage. Aber ihre Reaktion zeigt schon mal ganz klar, das sie nur auf Krawall gebürstet sind. -----so, jetzt habe ich mich kundig gemacht "Linke und Grüne forderten am Mittwoch die Löschung der Datenbank." Diesen Parteien ist dann auch nicht mehr zu helfen. Zuerst fordern sie das löschen und dann kritisieren ;-)

11.06.2016 11:15 Mal ne Anmerkung 6

@4 Henriette-Na dann machen sie sich mal kundig ,bevor sie wieder auf die LINKEN und GRÜNEN losgehen!Es gibt eine bundesweite Datei und Sachsen hat extra noch eine,welche noch viel umfangreicher ist.Ihre Verbreitung von Lügen zeugt von Unkenntnis und nur zur Defamierung der LINKEN und GRÜNEN!
@5 Ludo United - Sie haben es nicht begriffen ,natürlich waren die "Krawallmacher bei Fußballspielen" Hools"nur wurden DIE so nicht genannt.Und warum habe ich den DDR Staatsapparat verharmlost oder belobigt?Und was ich der Berichterstattung geglaubt habe und was nicht ,ist eigentlich mein Problem.
Was ist den falsch an der Tatsache das dies "bekannten Hools" durch die Polizei unter Kontrolle genommen wurde?Es war nicht alles schlecht -:)!Aber da scheinen sie ja anderer Meinung zu sein.

10.06.2016 01:08 Ludo United 5

@Mal ne Anmerkung, sie liegen mit ihrer Aussage ""DDR-Hools waren weit weit weg vom Stadion" gehörig falsch. Oder sagen wir es so, sie glaubten den Staatsapparat in seiner Berichterstattung , den dort kam das Problem "Hooligan" so gut wie nie zu Sprache. Es gab sehr wohl Gewaltbereite Hooligans und die von Ihnen gemachte Verharmlosung oder gar Belobigung des Staatsapparates DDR ist eine krude alte Weltansicht.

10.06.2016 22:15 Henriette 4

@Mal ne Anmerkung #3: Zitat:"(es gibt ja eine bundesweite Datei) " ----hatten die Grünen oder die Linken nicht dagegen geklagt und die Datei musste gelöscht werden?

10.06.2016 20:37 Mal ne Anmerkung 3

Und warum werden die bekannten Hools(es gibt ja eine bundesweite Datei) nicht auch vor Spielen der Ligen in Deutschland mal "gewarnt"?Zu Zeiten wo noch Fußball in der DDR Oberliga gespielt wurde ,wurden bekannte "Krawallmacher bei Fußballspielen" zum ABV und aufs Revier "eingeladen" und somit waren sie weit,weit vom Stadion entfernt!

10.06.2016 17:38 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 2

@ 1. Harry: Sry, aber diesmal trifft der Satz 'Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!' leider zu! Zitat Bericht "Wer trotzdem nach Frankreich will, kann dennoch problemlos hinfahren: Pass- und Meldeauflagen gab es keine." *** Es wäre begrüßenswert, wenn auch die Sicherheitskräfte in Frankreich gewarnt würden! So viel Zusammenarbeit sollte möglich sein, daß man seine Freunde davor warnt, wenn sich 'eigene Gefährder' auf den Weg zu den Freunden machen (könnten).

10.06.2016 14:54 Harry 1

Mir ist nicht ganz klar, was hier mit Warnung gemeint ist. Eine Gefährderansprache soll signalisieren, dass man den Betreffenden im Blick hat, soweit klar. Eine Warnung ist immer die vorweggenommene Beschreibung von Konsequenzen eines Tuns oder Unterlassens. Wenn vor einer Reise nach Frankreich gewarnt wird (wohlgemerkt nicht vor dem Begehen von Straftaten sondern vor der bloßen Anreise) müsste der Satz lauten: Wenn du nach Frankreich fährst, dann passiert dir ...... Also was genau droht die Polizei an und auf welcher Grundlage?