Manuela Schwesig
Manuela Schwesig gilt als Kämpferin. Bildrechte: IMAGO

Manuela Schwesig im Porträt Freundlich, fordernd, vorschnell

Als jüngste Frau im Bundeskabinett hat manch einer Manuela Schwesig vielleicht unterschätzt. Doch die SPD-Politikerin hat sich durchgesetzt. Seit rund drei Jahren ist sie Familienministerin. Und sie hat sich den Ruf erarbeitet, ihre Projekte ernergisch zu verfolgen. Wie kommt das bei ihren Kollegen an?

von Vera Wolfskämpf, ARD-Hauptstadtstudio für MDR AKTUELL

Manuela Schwesig
Manuela Schwesig gilt als Kämpferin. Bildrechte: IMAGO

Freundlich, aber bestimmt - so wirbt Manuela Schwesig für ihre politischen Ziele. Sie macht das wie kein anderer in der Regierung. Natürlich eignet sich das "weiche Thema" Familie besonders gut dafür. Und die SPD ist froh, sich in der Haushaltsdebatte mit Elterngeld und mehr Kinderbetreuung brüsten zu können. Der familienpolitische Sprecher Sönke Rix sagt: "Gerade diese Säulen - Zeit für Familien und Betreuungs-Infrastruktur für Familien - machen natürlich den größten Posten aus. Und da hat Frau Schwesig sehr gut gekämpft."

Standhaft und sozial

Die 42-Jährige aus Schwerin scheut auch keinen Streit mit dem eigenen Koalitionspartner. Das bringt ihr Anerkennung bei den SPD-Kollegen ein, meint Sönke Rix: "Manchmal muss Frau Schwesig mehr mit der CSU kämpfen als mit der CDU - zum Beispiel beim Thema Betreuungsgeld. Aber wir sind drei unterschiedliche Parteien und da ist es gut, wenn eine SPD-Ministerin auch das SPD-Profil hochhält. Sie weiß eben den besten Bündnispartner an ihrer Seite: die Familien. Und da lohnt es sich, auch mal mit dem Kauder über Frauenquote zu streiten oder mit dem Schäuble über das Geld für die Familien."

Manuela Schwesig musste sich aber auch einiges anhören - gerade zur Frauenquote: Da bezeichnete sie Volker Kauder, Chef der Unions-Bundestagsfraktion, vor zwei Jahren als weinerlich. Schwesigs klare Haltung nötigte aber selbst dem politischen Gegner Respekt ab. So sagte die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt damals: "Frau Schwesig ist eine hartnäckige Verhandlerin, was ja in Ordnung ist, und das fordert uns schon heraus." Gut so, ergänzte der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel:

Es ist ihre Aufgabe - in Anführungsstrichen - zu nerven, solange die Dinge so im Argen liegen. Frau Schwesig macht einen exzellenten Job.

Sigmar Gabriel

Das findet auch der SPD-Familienpolitiker Sönke Rix: Aus dem Koalitionsvertrag sei fast nichts mehr offen. Und Manuela Schwesig will noch mehr durchboxen. Gerade geht es um den staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, wenn das andere Elternteil nicht zahlt. Ab 2017 soll das für Kinder bis 18, statt bisher zwölf Jahre, und nicht mehr zeitlich begrenzt gezahlt werden.

Manchmal zu vorschnell

Das Ziel findet Marcus Weinberg richtig. Aber der familienpolitische Sprecher der CDU kritisiert, die Finanzierung stehe noch nicht: "Sie will sehr viel. Das ist auch gut so in der Familienpolitik, dass man immer vorprescht, dass man etwas progressiv fordernd ist. Aber schon ein wichtiger Punkt ist die Seriosität der eigenen Vorstellungen. Da ist es sicherlich hier und da so, das müssen wir leider sagen, dass wir uns gewünscht hätten, man hätte das bis zum Ende durchdacht." Gesetze und Ideen müssten auch handwerklich gut untermauert sein.

Das ist ein Manko, weshalb Manuela Schwesig vielleicht nicht alle Türen der politischen Karriere offen stehen. Aber abhalten lässt sie sich davon nicht. Diese Woche forderte sie mit dem SPD-Impulspapier für den Wahlkampf: "Zeit für Familie mit der Familienarbeitszeit und dem Familiengeld. Und wir wollen die Gebührenfreiheit für Kitas." Wie das umzusetzen ist, darum geht es ja frühestens nach der Bundestagswahl.

Diesen Beitrag sendet MDR AKTUELL auch im Radio | 24.11.2016 | ab 5 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2016, 10:25 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

24.11.2016 15:39 Die kleine Meerjungfrau an Blumenfreund (7) 8

Lieber Blumenfreund, ich habe bewußt auf die Nennung dieser Maßnahme verzichtet! Glauben Sie mir: Damit machen Sie sich keine Freunde!
Was glauben Sie denn, wieviele von den angedachten 100 Millionen Euro aus dem Familienministerium mit der 'Extremismusklausel' noch an ideologie-nahe Projekte und Vereine ausgeschüttet werden könnten?
Nicht mehr viele, stimmt!
Da wäre Frau Schwesig bei Hr. Schäuble aber klar in Erklärungsnot, warum sie das BIP-'Wachstum' in Deutschland so abrupt 'abwürgt'!*g*

24.11.2016 15:06 Blumenfreund 7

Ihre erste Amtshandlung damals die Abschaffung der Extremismusklausel. Und das als sogenannte Familienministerin. Seitdem dürfen linke Vereine ganz offen durch den Staat finanziert werden. Und die Linken schimpfen noch auf diesen Staat. Verückt!

24.11.2016 14:09 Sabrina 6

"Manuela Schwesig im Bild" wäre auch mal interessant.

24.11.2016 13:25 ach so 5

Immerhin sagt sie Herrenwitzen den Kampf an

24.11.2016 10:47 Blücher 4

Ein Küken ohne Lebenserfahrung, was nachplappert was man ihr vorbetet.

24.11.2016 09:19 Die kleine Meerjungfrau 3

Soviel Lobhudelei gab es noch nicht mal bei der 'aktuellen kamera'!
Manuela Schwesig, hat nix erreicht! ... aber auch gar nix! Ihre Gesetze z.B. das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" oder das " Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen" sind reine Schaumschlägerei!
Das .. was Sie im Sinne FÜR Frauen und Familie umsetzen hätte können, hat sie nicht (sic!) umgesetzt!: Das WECHSELMODELL für den Umgang mit Kindern getrenntlebender Eltern.

24.11.2016 08:30 Moni 2

sie gehört ja zu den ganz wenigen Politikern die (für mich) ehrlich rüberkommen, ihre Ziele verfolgt und vorallem nicht dauernd umkippt.
Ob es nun immer gut ist was sie macht, sei dahin gestellt.

24.11.2016 06:05 Querdenker 1

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD)? Das war doch die mit dem aufgebauschten Problem. siehe „Manuela Schwesig - Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem“ und siehe „Linksextreme Gewalt in Deutschland Immer brutaler“ und siehe „Linke verstehen es ihre Gewalttaten gut zu vermarkten“ - - - Bei mir hat sie sich jedenfalls einen sehr zweifelhaften Zitat „Ruf erarbeitet“.