Ein Mann wird am 01.01.2016 in Köln am Hauptbahnhof von Polizeibeamten abgeführt.
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Übergriffe in Köln Polizeibericht beschreibt chaotische Zustände

Nach den Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht wird gegen 16 meist nordafrikanische Verdächtige ermittelt. Über 120 Anzeigen gingen ein. Nun sorgt ein interner Polizeibericht für Aufsehen: Demnach waren die eingesetzten Polizeibeamten mit der Situation völlig überfordert. Nach Aussagen eingesetzter Beamter wurden über 100 Personen bereits in der Nacht kontrolliert. Die meisten sollen Asylbewerber aus Syrien gewesen sein. Die Berichte widersprechen der aktuellen offiziellen Darstellung, wonach der Polizei das ganze Ausmaß der Vorfälle nicht klar war.

Ein Mann wird am 01.01.2016 in Köln am Hauptbahnhof von Polizeibeamten abgeführt.
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Nach massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln wurden nach Angaben der Polizei inzwischen 16 Verdächtige identifiziert. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Donnerstag handelt es sich um junge Männer "weitestgehend" aus dem nordafrikanischen Raum. Zwei Verdächtige sitzen bereits seit Samstag in Untersuchungshaft, ihnen werden Taschendiebstähle vorgeworfen. Insgesamt seien mittlerweile 121 Anzeigen von Opfern eingegangen. Dabei gehe es in etwa drei Viertel der Fälle um Sexualdelikte, teilweise verknüpft mit Eigentumsdelikten. Außerdem wurden zwei Vergewaltigungen angezeigt.

Eingesetzte Polizisten: Die meisten waren Asylbewerber

Unterdessen haben mehrere in der Silvesternacht eingesetzte Kölner Polizisten nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" (Onlineausgabe vom Donnerstag) der Darstellung der Polizeispitze über den Ablauf der Ereignisse am Hauptbahnhof widersprochen. Demnach seien durchaus etwa hundert Menschen kontrolliert und viele von ihnen auch vorübergehend festgenommen worden. Davon sei nur eine kleine Minderheit Nordafrikaner gewesen, die meisten dagegen Syrer. Dies habe sich aus vorgelegten Dokumenten ergeben, so der "WamS"-Bericht.

Die Zeitung zitierte einen Polizeibeamten mit den Worten: "Es wurden, anders als öffentlich dargestellt, sehr wohl von zahlreichen Menschen die Personalien aufgenommen." Ein anderer Polizist sagte demnach: "Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber."

Auch sei es nicht so, dass sexuelle Belästigungen vor allem dazu gedient hätten, Trickdiebstähle vorzunehmen. "In Wirklichkeit verhielt es sich genau umgekehrt", sagte demnach ein Beamter. Vorrangig sei es "den meist arabischen Tätern" um "ihr sexuelles Amüsement" gegangen.

Auch im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe) heißt es unter Berufung auf eigene Recherchen, es seien in Mitteilungen der Polizei Angaben zur Herkunft kontrollierter Männer verschwiegen worden.

"Spießrutenlauf durch stark alkoholisierte Massen"

Zahlreiche Menschen sind am 31.12.2015 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs zu sehen. In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und augeraubt worden
Vor dem Dom werden Menschen mit Böllern beworfen. Bildrechte: dpa

Zuvor hatten bereits "Spiegel" und "Bild" einen internen Polizeibericht zum Geschehen in der Kölner Silvesternacht veröffentlicht, der ebenfalls den offiziellen Angaben der Kölner Polizei widersprcith. In dem Bericht eines Leiters einer eingesetzten Hundertschaft heißt es, viele weinende und schockierte Mädchen und Frauen hätten in der Nacht Schutz bei der Polizei gesucht. Sie hätten Diebstähle, Schlägereien und sexuelle Übergriffe durch männliche Migranten und Migrantengruppen geschildert. "Frauen mit Begleitung oder ohne durchliefen einen im wahrsten Sinne 'Spießrutenlauf' durch die stark alkoholisierten Männermassen, wie man es nicht beschreiben kann", wird aus dem Bericht zitiert.

Zu viele Täter und zu wenige Beamte

Dem Bericht zufolge sei es nicht mehr möglich gewesen, die Täter insbesondere bei sexuellen Übergriffen zu identifizieren: "Die Einsatzkräfte konnten nicht allen Ereignissen, Übergriffen, Straftaten usw. Herr werden, dafür waren es einfach zu viele zur gleichen Zeit." Dass nicht jedem Opfer geholfen werden konnte, habe die Polizisten frustriert. Zeitweise sei es nicht möglich gewesen, Strafanzeigen aufzunehmen. Es seien zu wenige Beamte im Einsatz gewesen. Alle eingesetzten Polizisten seien "ziemlich schnell an die Leistungsgrenze gekommen". Immerhin aber hätten Polizei und aufmerksame Passanten vollendete Vergewaltigungen verhindert.

Menschenringe versperrten Weg zu Hilferufenden

Ein Streifenwagen der Polizei fährt in Köln (Nordrhein-Westfalen) am Hauptbahnhof vorbei.
Der Kölner Hauptbahnhof am Tag nach den schweren Übergriffen. Bildrechte: dpa

Dem Bericht zufolge wurden Polizeibeamte unter anderem durch enge Menschenringe daran gehindert, zu Hilferufenden vorzudringen. Zeugen seien bedroht worden, wenn sie Täter benannten. Platzverweise seien ignoriert worden, Wiederholungstäter hätten nicht in Gewahrsam genommen werden können, weil zu wenig Einsatzkräfte vor Ort gewesen seien.

Nach Gleissperrungen wegen Überfüllung seien Leute über Schienen auf den gesperrten Bahnsteig gegangen. Das Chaos sei derart außer Kontrolle geraten, dass die Beamten mit erheblich Verletzten und sogar Todesopfern gerechnet hätten. Als man sich dann für eine Räumung des Platzes entschieden habe, seien Polizisten mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Flaschen beworfen" worden. Auch nach der Räumung habe es immer wieder körperliche Auseinandersetzungen "vereinzelter Personen wie auch Personengruppen, Diebstähle und Raubdelikte an mehreren Ereignisorten gleichzeitig" gegeben.

"Personalmangel und Ausrüstungsschwächen"

In seinen ganzen 29 Dienstjahren habe er noch nie eine solche Respektlosigkeit erlebt, schreibt der Hundertschaftsleiter. Hauptgründe für die Überforderung der eingesetzten Beamten sind seinem Bericht zufolge Personalmangel und Ausrüstungsschwächen gewesen. Die gesamte Situation sei chaotisch und beschämend gewesen.

Der Bericht widerspricht der aktuellen offiziellen Darstellung, wonach der Polizei das ganze Ausmaß der Vorfälle von dem Hauptbahnhof nicht klar war. Zum Jahreswechsel hatten vor dem Kölner Hauptbahnhof rund 1.000 Männer versammelt, die einzeln oder in Gruppen immer wieder Frauen sexuell angriffen, bedrohten und bestohlen.

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2016, 21:25 Uhr

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318 Kommentare

10.01.2016 19:06 Klaus 318

{ 315. Diddy: ... Es sind eben nicht alle ehrlich und etwas dankbar. } Erinnert mich an Lutz Bachmann, der PEGIDA-Anführer.

10.01.2016 19:04 Klaus 317

{ 313. Wo geht es hin?: } Wer beklagt denn die ganze Zeit, dass die Flüchtlinge von unseren Steuergeldern unterhalten werden? Und jetzt soll das plötzlich nicht mehr wahr sein? Besonders schlau sind die PEGIDA-Leute aber nicht, widersprechen sich ständig selbst. Naja, was soll man von Leuten erwarten, die mit einem Galgen dem Bachmann hinterherlaufen. Während PEGIDA hetzt und dummes Zeug quasselt, halten wir den Laden in Ordnung und kümmern uns um die Flüchtlinge. Dieses Jahr sollen es ja wieder viele sein, es müssen also neue Wohnungen gebaut werden.

10.01.2016 16:41 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 316

@ 314. Wohin geht der Nazi?: "Ist es nicht auch für Sie erschreckend, wenn solche Vorfälle wie in Köln offensichtlich (Beweise liegen mittlerweile ja nun auch vor, nur die Hauptverantwortlichen werden noch nicht benannt) vertuscht werden sollten?" Meinen Sie die Steine schmeißenden PEGAGAs in Köln, die durch eigene Darstellungen stets innerhalb des 'Rechts' operieren?? Ja, diese PEGAGAs sind wirklich erschreckend!

10.01.2016 15:57 Diddy 315

Ja, da habe ich noch was zu unseren hochgelobten Asylantenthema.
In meiner Nähe ist ein Hotel als Asylantenunterkunft hergerichtet worden. Jetzt war das Abflussrohr verstopft und musste aufgeschnitten werden. Was glaubt Ihr was das Rohr verstopft hatte? Weggeworfene Pässe in Massen. Da dringt auch nichts über die Presse, oder die Polizei an die Masse der Öffentlichkeit. Das ist auch nur durch die Reparaturfirma durchgedrungen. Ich hoffe nur, das dies Asylanten auch bestraft werden. Ich bin mir sicher, das werden wir nie erfahren. Es sind eben nicht alle ehrlich und etwas dankbar. Genau wie unsere Regierung.

10.01.2016 15:12 Wo geht es hin? 314

@311. Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber": Um abzusehen, was in diesem Land zukünftig passieren wird, braucht man kein Prophet zu sein. Wer mit offenen Augen jeden Tag die Realität nicht verweigert, kann sich leicht selbst ausmalen, wo die Reise hingeht. Ein kleines Beispiel: Ist es nicht auch für Sie erschreckend, wenn solche Vorfälle wie in Köln offensichtlich (Beweise liegen mittlerweile ja nun auch vor, nur die Hauptverantwortlichen werden noch nicht benannt) vertuscht werden sollten? Warum? Sieht so ein funktionierender Rechtsstaat aus? Vor was hat man Angst? Vorm eigenen Volk? Vor der Wahrheit? Dann ist was faul im Staat! Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die Entwicklung derzeit wäre eine "gute" und "wir schaffen das"? Dann "schämen" Sie sich weiter und suhlen sich in Ihrer "Nazianprangererrolle"!

10.01.2016 14:59 Wo geht es hin? 313

@312. Klaus: Zitat von Ihnen: Mit meinen Steuern finanziere ich gleiche mehrere Flüchtlingsfamilien. Zitat Ende. Ach, Ihre Steuern können Sie also "zweckgebunden" abführen (so viel zum nicht auskennen)? Na das ist mal ne Neuigkeit! Da werde ich morgen glatt beim FA anrufen, auch meine Steuern (die auch nicht gering sind) bitte "zweckgebunden" zu verwenden. Sie sollten allerdings sicher stellen, dass auch die "richtigen"Familien mit "Ihrem" Steuergeld unterstützt werden. Mich würde sowieso mal interessieren, wie Sie das trennen. Ich habe da noch keine Lösung gefunden, die jedem gerecht wird. Na ja, wie Sie schon bemerkten, ausreichend Gelegenheit dazu werden wir wohl auch dieses Jahr ungefragt dazu bekommen...

10.01.2016 14:16 Klaus 312

{ 308. Wo geht es hin?: } Unser PEGIDA-Mensch kennt sich da offensichtlich überhaupt nicht aus. Mit meinen Steuern finanziere ich gleiche mehrere Flüchtlingsfamilien. Andere laufen lieber mit einem Galgen herum und belasten unseren Staat. Da sind mir die Flüchtlinge lieber als die Nazis. Und wie ich höre, kommt dieses Jahr wieder die gleiche Anzahl oder mehr.

10.01.2016 14:14 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 311

@ 309. Wohin geht der Nazi?: auf Grund meiner Einschätzung zu Ihrem Post #308 empfinde ich es für mich und meine Position eher als beschämend und abträglich, wenn Sie mir zustimmen. Sie sind auch nur ein schwarzsehender Prophet... und die Menschheit hat meiner Meinung nach schon viel zu viel unter Propheten gelitten.

10.01.2016 14:08 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 310

@ 308. Wohin geht der Nazi?: Selbst Sie heulen hier vor, daß die (humanistische) Aufnahme von Flüchtlingen viel Geld kostet!! Und nun wollen Sie einem Menschen, der seine Wohnungen auch an Iraner vermietet, bei denen durchaus die Möglichkeit besteht, daß sie aus politischen Gründen nach Deutschland immigrierten, als unglaubwürdig für sein Engagement für Flüchtlinge darstellen, weil er seine Wohnungen nicht kostenlos anbietet?? Früher dachte ich nur, Sie haben ein etwas verschobenes Weltbild. Mit so einer Argumentation verabschieden Sie sich mMn. selbst als Ernst zu nehmender Gesprächsgegner.

10.01.2016 12:54 Wo geht es hin? 309

@293. Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber": Bei diesen Worten von Ihnen gehe ich 1:1 mit Ihnen mit (das ich das noch mal schreibe..) und ich denke, dass ist auch für jedermann verständlich. Diese begrüßenswerte Haltung könnte noch ausgebaut werden, in dem Sie nicht gleich jedem, der Ihre POLITISCHE Grundhaltung nicht teilt genau auf die Stufe "Verbrecher" herunterbrechen, denn DAS ist etwas ganz anderes. Ich bin kein Nazi, nur weil ich die Politik unseres Landes verurteile und als verbrecherisch betrachte, denn wenn es hier so weiter geht, könnten auch solche Zustände HIER eintreten, vor denen Ihre Familie mal geflohen ist! Lesen Sie sich mal den Bericht auf "ZeitOnline" vom 3. Juli 2013 über die Vorkommnisse auf dem Tahir-Platz in Kairo durch - Sie werden erschreckende Paralellen entdecken!