Am Rande einer Demonstration gegen Rassismus zeigt eine Person den Hitlergruß.
Geht so sächsisch? Die Sachsen-CDU sieht ihr Land falsch dargestellt. Bildrechte: dpa

Studie zu Rechtsextremismus im Osten CDU Sachsen erhebt Vorwürfe gegen Ostbeauftragte

Ist Ostdeutschland besonders rechtsextrem? Sachsens CDU-Generalsekretär Kretschmer bezeichnet eine aktuelle Studie der Ostbeauftragten Iris Gleicke als unwissenschaftlich. Der Flüchtlingsrat dagegen beklagt die Ignoranz der Landesregierung.

Am Rande einer Demonstration gegen Rassismus zeigt eine Person den Hitlergruß.
Geht so sächsisch? Die Sachsen-CDU sieht ihr Land falsch dargestellt. Bildrechte: dpa

Über die jüngste Studie der Bundesregierung zu Rechtsextremismus ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Michael Kretschmer, wies die Studienergebnisse als unwissenschaftlich zurück.

Kretschmer: Ostbeauftragte verzerrt die Lage

Kretschmer sagte MDR AKTUELL, es sei nicht richtig, aus Interviews mit 40 Personen in zwei Bundesländern auf 16 Millionen Ostdeutsche zu schließen. Der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), warf er vor, dadurch ein Zerrbild mitzuverantworten. Zudem bemängelte er, man würde Menschen rechtes Gedankengut unterstellen, die sich für ihre Heimat engagieren und über die Themen Identität, Leitkultur und Patriotismus sprechen. Solche Stereotype müssten sich die Ostdeutschen nicht gefallen lassen, betonte Kretschmer.

Flüchtlingsrat fordert von Landesregierung Haltung

Der sächsische Flüchtlingsrat reagierte mit scharfer Kritik an der Politik im Freistaat. Insbesondere die sächsische CDU versuche, die "Wissenschaft zu delegitimieren", erklärte der Flüchtlingsrat und beklagte eine "Ignoranz gegenüber der politisch brisanten Situation" durch die schwarz-rote Landesregierung.

Immer gibt es eine Entschuldigung für grassierenden Rechtsradikalismus und Rassismus in Sachsen, immer sind die anderen Schuld oder die Methoden falsch.

Sächsischer Flüchtlingsrat

Statt Haltung zu zeigen, suche man "wieder nach Strohhalmen, um ein sowieso ramponiertes Image des Freistaats zu retten", kritisierte der Flüchtlingsrat.

Tillich: "nicht wirklich neue Erkenntnisse"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich räumte indes Versäumnisse in der politischen Bildung an Schulen ein. Zugleich betonte er, die Studie liefere aber "nicht wirklich neue Erkenntnisse". Bereits der Sachsenmonitor, den die Landesregierung 2016 in Auftrag gegeben hatte, habe die bestehenden Probleme mit Rassismus aufgezeigt. Die große Mehrheit in Sachsen bewege sich aber auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, erklärte Tillich.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 19.05.2017 | 15:37 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 19:01 Uhr

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124 Kommentare

21.05.2017 17:09 Konrad 124

Wer nun ein interessantes und mit neuen Erkenntnissen, aufgrund neuer Forschungsausgangsszenarien, angereichertes Forschungsprojekt zum Thema "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland" erwartet hatte, wird meines Erachtens, aufgrund dieses Interviewpapieres, eher enttäuscht. Wie viele Male der Name anderer Parteien, respektive CDU und AFD fielen - naja, wir befinden uns eben in Wahlkampfzeiten.... Ich hoffe es wird sich diesem Thema auch mal mit seriöserer Natur genähert.

21.05.2017 17:05 Kritischer Bürger 123

Fortsetzung zu 119: Solche Studien, welche ja sehr einseitig sind und außerdem eine Unzahl von Quellen wiedergeben in den 232 Seiten wovon externe Quellen von Seite 204 bis Seite 232 angeführt werden, sind keine Studien die man wie beim "Sachsen-Monitor" mit 1000 Befragten untermauern könnte. Quellen dieser Studie der Göttinger Uni und in Verbindung mit den Ausführungen von Fr. Gleicke,die haben für mich eindeutig eine "Handschrift". Dies jedoch kann keine Grundlage für eine Diskussion sein und das bedeutet nach meiner (persönlichen) Ansicht hier soll entweder diese unsere Gesellschaft und deren Bürger noch mehr gespalten werden oder man will nur zeigen gegen wen sich Bürger zu entscheiden haben. Bei Letzerem =der Entscheidung= stellt sich die Frage nach der Meinungsfreiheit neu! Ganz unpoli. gesehen!

21.05.2017 16:53 Kritischer Bürger 122

@Wessi 119: Wahlpflicht wäre keine Lösung,denn das hatten wir in der DDR schon einmal! Kann sich nicht vereinbaren mit der Meinungsfreiheit auch an der Wahlurne.Menschen (jetzt aus meiner eigenen Erfahrung und eigenem Handeln zur entsprechenden Zeit vor 1989) wurden damals gezwungen.Ja da sind sogar entsprechende Leute mit der Wahlurne bis vor die Haustür der eigenen Wohnung gekommen+haben faktisch diejenigen gezwungen zu wählen.*Gut das Andere mit dem Elternbeirat mag möglich sein,nur wer findet sich als Bürger dafür?Wie hier zur entsprechenden Studie schon mehrmals in Kommentaren angeführt,das die interviewten Bürger anonym bleiben wollen heißt doch,das diese Angst haben. Also wer soll sich freiwillig oder auch ehrenamtlich bei solchen Grundlagen in einer/dieser Gesellschaft engagieren? ** Das mit der Angst v.jg. Menschen,weiß ich nicht! Ich kann dies nicht nachvollziehen,denn ich habe als Junge eine Erziehung erfahren, die heute verpönt ist,doch hat diese mir nicht geschadet!

21.05.2017 16:33 Wieland der Schmied 121

Dass die SPD-Gleicke einen ideologiebereinigten Bericht verfasst ist genauso abwegig wie von Aladins Wunderlampe Schulz eine Trendumkehr bei seiner rasanten Rutschfahrt zu erwarten. Und wenn schon Tillich sagt „keine wirklich neuen Erkenntnisse“, dann dürfte die Gute den Vorgängerbericht überarbeitet haben, was des aktuelle Datum anbetrifft. Spaß beiseite, Ernst herbei, das einzig segensreiche an Gleickes Märchendramaturgie ist, dass derartige Machwerke immer das Gegenteil bewirken als was sie sollten, denn der Bürger kennt diese Schwanengesänge aus dem ff und will endlich mal wieder handfeste Einschätzungen hören, wie man sie bei AfD, PEGIDA oder den Ostsendern rt, Sputnik oder epoch times hört.

21.05.2017 14:14 Antwortender 120

@O-Perler: Tjoar, die "Theorie" von Science Files zu der Studie ist ja nun falsifiziert. Die war schon falsch als der Super-Rechercheur „Herr Ernst“ (steht wirklich so auf der Seite) sie in die Welt setzte. Fragt sich nur, ob er zu dumm war, die Fußnoten zur Anonymisierung zu lesen oder diese bewusst ignoriert hat, um die Studie zu verleumden.

Das nenne ich, wie Sie sagen "passende 'Facts' zu fabrizieren, auslassen". Das ist in 30 Sekunden nachzuprüfen. Ich kann daher nur den Kopf darüber schütteln, dass Sie hier weiter versuchen diese absolut dümmlichen Fake News zu verteidigen. Und dann über Wissenschaftlichkeit urteilen wollen...oh Mann...wie lächerlich!!!11!

21.05.2017 14:01 der_Silvio 119

@108 Rasselbock; solche bodenlose Arroganz ist kaum noch zu fassen.
Sie urteilen über andere Menschen in einer Art und Weise, die nichts als Entzweiung und Spaltung zur Folge haben kann.
Ind trauriger Weise kann man Menschen wie sie nicht vom Gegenteil überzeugen.
Für sie sind Menschen aus Sachsen MVP, vielleicht aus ganz Ostdeutschland, nur Versager und Rechtsradikale - das lese ich aus ihrem Beitrag.
Ich bin auch flexibel, bin der Arbeit hinterhergezogen, verdiene aber doch "nur" Mindestlohn.
Wenn sie Erfolg mur an materiellem messen, tun sie mir sehr, sehr leid.

21.05.2017 12:55 Wolfgang 118

@118 meinen Sie wirklich das Ihre Unkenntnis über wissenschaftliche Methoden und das funktionieren von " Google" durch einen Doppelpost zur Wahrheit werden? Ihre "Alternativen Medien" arbeiten nachweislich mit Fake news, warum Sie allerdings seriöse , von Ihnen verteufelte, Medien nutzen um Ihre tatsächlich " hanebüchene Gedanken " unter das Volk zu bringen bleibt Ihr Geheimnis

21.05.2017 12:32 Wessi 117

@ 112 Problem ist"Verbieten".Dagegen spricht ,daß eine Tat einzeln nachgew.werden muß.(Unschuldsvermutung)Schauen Sie nur einmal, wie schwierig+langwierig das NPD-Verfahren war.(unabhängig v.d.Richtung).Bei f.d. Staat arbeitenden Menschen, muß man zu einem Teil auch sagen "das haben die sich so ausgesucht"(Polizisten).Spätestens seit 68, in der ehem. DDR seit 89, muß man wissen in welchem Beruf man arbeitet.Daß die Mehrzahl unserer Mitbürger Radikale verfehmen, kann man an Wahlergebnissen sehen.Ich sehe eine Lösung eher zm Beispiel in einer Wahlpflicht od. auch breites Erziehen z.demokratischen Beteiligung.(muß nicht politisch sein,Elternrat etc. gehört auch dazu).Unsere Generation kann nur noch durch Erfahrung helfen,Sie m. Ihren Grunds.,ich m. meinen.Und dem,was wir v.anderen Generationen gelernt haben+vor allem auch den Unterschieden,die wir kennen.Übrigens @ 110:DDR-Herkunft beeinflusst b. jungen Leuten durch Ängste d. Vorgeneration. Das ist wie bei uns beiden!(i.d.Unterschieden)

21.05.2017 10:17 Wolfgang 116

@Barbara Nummer105 meine Erfahrungen durch viele Gespräche mit Verwandten und Bekannten in der DDR bei Besuchen dort und nach der Vereinigung widersprechen Ihren " Äußerungen " es gab Alltagsrassismus und auch Angriffe auf Ausländer, Ihr Blick mag zwar romantisch zurückblickend sein, entspricht aber nicht den Tatsachen @114 ein durchaus schöner und differenzierter Beitrag, gerade die Entwicklung bis 33 zeigt, das es z Tdurchaus gut Gestellte waren die dem Postkartenmaler hinterherliefen, die Finanzierung kam durch die Großindustrie. Geschürt auch mit Falschen "Informationen " über die Arbeiterbewegung und Diskreditierung Derselben. Parallelen zur "AFD" sind da umübersehbar

21.05.2017 09:46 Antwortender 115

@Sandra Bertram(96) :
"Wo habe ich Falsches gesagt? Ich meinte, dass -wie auf Science files ausgeführt - dies keine Studie nach wissenschaftliche Kriterien ist. Das ist ja nun wohl klar erwiesen."

Wo SIE was falsches gesagt haben? Hmmmm. Hier fiel jetzt mehrfach der Hinweis, dass kein Interviewpartner erfunden wurde, wie auf der Internetseite dreist behauptet wird. Wer die genannten Fußnoten zur Anonymisierung nicht lesen kann bzw. will begeht mit dieser falschen Behauptung ziemlich offensichtlich Verleumdung. Und da Sie hier trotz mehrfacher Hinweise nicht von dieser von ihnen weiterverbreiteten falschen Behauptung abrücken, ohne auf die Belege innerhalb der Studie einzugehen, sind Sie entweder beratungsresistent oder schlicht ebenso verleumderisch!