Ein Bundespolizist steht mit einer Waffe im Anschlag im Foyer des Hauptbahnhofs.
Ein Bundespolizist am Berliner Hauptbahnhof. Bildrechte: dpa

Nach Anschlägen in Brüssel Deutsche für schärfere Kontrollen

Nach den Anschlägen in Brüssel wächst auch in Deutschland die Angst vor ähnlichen Angriffen. Im neuen ARD-Deutschlandtrend erklärte eine Mehrheit der Befragten, sie wünschten sich schärfere Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen und Bahnhöfen. Auch SPD-Politiker fordern mehr Geld für innere Sicherheit. Bundesjustizminister Maas ist in der aktuellen Debatte aber auch ein anderer Aspekt wichtig.

Ein Bundespolizist steht mit einer Waffe im Anschlag im Foyer des Hauptbahnhofs.
Ein Bundespolizist am Berliner Hauptbahnhof. Bildrechte: dpa

Die Mehrheit der Deutschen hat sich nach den Anschlägen von Brüssel für verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen und in Bahnhöfen ausgesprochen. Der jüngsten Deutschlandtrend-Umfrage im ARD-Morgenmagazin zufolge ist eine große Mehrheit der Deutschen dafür, die Sicherheitsmaßnahmen dauerhaft zu verschärfen. 77 Prozent der Befragten wünschten mehr Kontrollen an deutschen Flughäfen und Bahnhöfen. Dafür nehmen sie auch zusätzliche Kosten und Verzögerungen in Kauf. 21 Prozent sind dagegen.

Mehr Geld für die innere Sicherheit?

Haushaltspolitiker der SPD fordern inzwischen mehr Geld für die Terrorbekämpfung und die innere Sicherheit. Der SPD-Obmann im Haushaltsausschuss, Johannes Kahrs, sagte der Zeitung "Die Welt", die beschlossene Finanzplanung bis 2020 gehe in die richtige Richtung, reiche aber nicht aus. Die 3.000 neuen Stellen bei der Bundespolizei könnten nur der Anfang sein. Allein für Ordnungsaufgaben der Bundespolizei sehe er einen zusätzlichen Bedarf von rund 11.000 Stellen.

Das CDU-Mitglied im Haushaltsausschuss, Eckhardt Rehberg, sagte der Zeitung hingegen, es gebe schon ein Milliarden-Programm für die innere Sicherheit mit zwei Milliarden Euro zusätzlich in den kommenden vier Jahren. Auch bei der Bundespolizei sei bereits aufgestockt worden: Sie habe im Vergleich zum Vorjahr 1.600 neue Stellen und 500 Millionen Euro mehr erhalten. Auch Bundeskriminalamt und Nachrichtendienste seien personell gestärkt worden.

Justizminister Maas warnt vor Generalverdacht

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere und Justizminister Heiko Maas
Maas Bildrechte: dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas warnte unterdessen davor, Flüchtlingskrise und Terrorgefahr miteinander zu verknüpfen. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe sagte der SPD-Politiker, die meisten Männer, die in den vergangenen Monaten grauenhaft Anschläge begangen hätten, seien in Europa aufgewachsen. "Sie sind keine Flüchtlinge." Es müsse verhindert werden, dass Parallelgesellschaften entstünden, mahnte der Minister. "Stadtteile wie Molenbeek sollten möglichst erst gar nicht entstehen." In dieses Viertel von Brüssel führen die Spuren der Attentäter von Brüssel und Paris. Sie hatten am Dienstag mindestens 31 Menschen in den Tod gerissen und bis zu 300 verletzt. Bei den Pariser Anschlägen waren im vergangenem November 130 Menschen getötet worden.

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2016, 11:43 Uhr

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51 Kommentare

25.03.2016 20:11 Wo geht es hin? 51

Zitat aus dem Artikel: Bundesjustizminister Heiko Maas warnte unterdessen davor, Flüchtlingskrise und Terrorgefahr miteinander zu verknüpfen. Zitat Ende. Diese Worte haben wir schon so oft nach Terror europaweit oder Köln, Hamburg, Stuttgart usw. gehört, dass es sich schon wie ein Mantra anfühlt. Da stellt sich die Frage: warum? Ich bin überzeugt, dass die "Politiker" ganz genau wissen, DASS Anschläge in Deutschland kommen, nur eben nicht wann. Der Terror selbst tangiert sie nicht - sie sind ja gut geschützt. Aber das Szenario DANACH auf Deutschlands Strassen bereitet den Damen und Herren Kopfzerbrechen, es könnte sie nämlich ganz schnell wegspülen - und das mit allem Recht! Um dem vorzubeugen, wird eben diese Leier bis zum Erbrechen widerholt. Und es werden sich genug gutgläubige Lämmer finden, die diesen Schwachsinn auch noch glauben...

25.03.2016 09:01 Historiker 50

Minister Heiko Maas arbeitet in Berlin, wo fünf Stadtteile nicht mehr unter Kontrolle der Polizei stehen, da dort eigene Rechtsvorstellungen umgesetzt werden. Die Parallelgesellschaften gibt es doch schon längst. Vielleicht sollte er - in Zusammenarbeit mit dem Außenminister - täglich auf die Abschottung der reichen arabischen Golfstaaten hinweisen. Religiöse Konflikte müssen dort gelöst werden, wo sie ihre Wurzeln haben, sicherlich nicht aber in Kreuzberg, Marxloh oder Offenbach. Dass die Attentäter wohlbehütet an der Seite der Ungläubigen aufgewachsen sind, zeigt die fahrlässige Blauäugigkeit der Politiker.

24.03.2016 20:37 Nachdenklicher 49

@ Guter Schwabe # 31 "... Es wird in Deutschland auch dann nichts passieren, wenn solche Anschläge auch hier verübt werden..." Leider ist das wohl so. Nach jedem Anschlag wird dann wieder Mitleid geheuchelt, Solidarität mit Paris, Brüssel, London, ... usw. Je nach dem, wer gerade dran war. Aber das Offenkundige, das augenscheinlich Notwendige wird nicht getan. Schluss mit unkontrollierter und unbegrenzter Zuwanderung in unsere Sozialsysteme. Schluss mit Kuschelkurs: null Toleranz gegenüber Kriminellen und religiösem Fanatismus. Leitlinie deutscher Politik ist das Wohl des deutschen Volkes! [gekürzt durch Redaktion]

24.03.2016 19:57 Trojanisches Pferd 48

es fällt mir sehr schwer, die unkontrollierte Einwanderung der Flüchtlinge nicht mit dem Terror von Paris und Brüssel zu verknüpfen. Warum mir das schwerfällt? Weil die Attentäter mit dem Trojanischen Pferd Flüchtlingsstrom eingereist sind. So einfach ist das. Es verlangt dochg auch niemand, Weihnachten nicht mit dem Weihnachtsmann zu verknüpfen.

24.03.2016 18:26 Sven 47

Zum Glück haben wir fähige Leute wie Herrn Maas. Sein Gesülze ist so hohl, dass ich vom zuhören Kopfschmerzen bekomme und wegschalten muß. Wir brauchen auf jeden Fall mehr Geld gegen RECHTS und mehr Kuscheltiere !!! Und das hat alles nichts mit dem Islam zu tun !

24.03.2016 16:03 grünauerin 46

Einen Orden an Herrn Maaß: Die goldene Himbeere! Er ist ein schlechter Schauspieler. Entweder weiß er nichts und sollte deshalb seinen Platz räumen oder er lügt und sollte deshalb auch seinen Platz räumen. In Deutschland gibt es Parallelgesellschaften und Shariagerichte in denselben Stadtvierteln. Als JM sollte er das wissen.

24.03.2016 15:49 h2o 45

Grenzen dicht!!! Und folgendes Buch lesen: Kampf dem Terror - Kampf dem Islam. Chronik eines unbegrenzten Krieges von P. Scholl Latour

24.03.2016 15:46 Uli 44

Verfassungsschutz kontrolliert Asyl-Heime. Tja, aber da immer mehr kommen, wird die Gefahr umso größer werden. Die Gefahr kann nicht gebannt werdenm bei immer mehr Flüchtlingen. Deutschland kann das nicht schaffen, auch wenn es der Wunsch der Kanzlerin ist und einigen Unbelehrbaren.

24.03.2016 15:39 Michael 43

Der Islam ist in Europa angekommen. Die Moslems sind auch gut vernetzt, da kommen immer mehr illegale ins Westeuropa. Das makabere an der Geschichte ist, die ,,echten,, Flüchtlinge in der Türkei zb. sind den radikalen Terroristen egal. Polen nimmt nun die 400 zugesagten Moslems nicht. Kommen nun noch mehr nach D?

24.03.2016 15:38 Elisabeth 42

Ich habe muslimische Freunde, die voll integriert sind und liberal (sie überlassen auch ihren Kindern, was sie essen wollen), aber mit Kopftuchtragenden möchte ich absolut nichts zu tun haben. Das Kopftuch bedeutet für mich, daß sie gegen die volle Gleichberechtigung von Mann und Frau sind, so wie es in unserer Verfassung steht. - Vor ein paar Tagen las ich, daß bei einem Deutschkurs, wo Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern hingehen sollten, nur die Kinder im Unterrichtsraum waren und die Frauen saßen davor. Auf eine Nachfrage, warum sie nicht am Unterricht teilnehmen kam zur Antwort, weil ein MANN unterrichtet und dies ihre Männer nicht wollten.