Wahl-O-Mat
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 soll einen schnellen Überblick verschaffen. Bildrechte: dpa

Tool zur Bundestagswahl 2017 So funktioniert der Wahl-O-Mat

Insgesamt 42 Parteien treten bei der Bundestagswahl am 24. September an, um ihre Inhalte in das deutsche Parlament zu tragen. Wer am Ende tatsächlich in den Bundestag einzieht, entscheiden die Wähler. Damit sich diese vorher einen schnellen Überblick über die Programme der Parteien verschaffen können, bringt die Bundeszentrale für politische Bildung erneut den Wahl-O-Maten an den Start. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tool.

Wahl-O-Mat
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 soll einen schnellen Überblick verschaffen. Bildrechte: dpa

Was ist der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat ist ein Tool für den Computer und das Smartphone. Es soll Wählerinnen und Wählern vor der Bundestagswahl am 24. September eine Orientierung über die Inhalte der 42 antretetenden Parteien geben. Das Tool versucht, erste Antworten zu geben auf Fragen wie: Welche Parteien stimmen mit meinen Positionen überein? Welche kommt meinen Vorstellungen besonders nahe? Wo könnte ich am 24. September mein Kreuz setzen?

Um vor Wahlen Antworten auf diese Fragen zu finden, rief die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Wahl-O-Maten bereits im Jahr 2002 ins Leben. Seitdem haben nach Angaben der bpb mehr als 50 Millionen Menschen das Tool bei insgesamt 42 Wahlen genutzt. Bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren wurde das Tool mehr als 13 Millionen Mal aufgerufen.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Beim Durchlaufen des Wahl-O-Maten werden dem Nutzer insgesamt 38 Thesen angezeigt. Zu diesen kann der Wähler angeben, ob er zustimmt, nicht zustimmt oder der These neutral gegenübersteht. Auch ein Überspringen ist möglich. Am Ende können zudem bestimmte Thesen stärker gewichtet werden als andere.

Angela Merkel und Martin Schulz
Wer vertritt mich besser bei der Bundestagswahl? Auch die Positionen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer ist SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz kann man mit den eigenen Überzeugungen vergleichen. Bildrechte: dpa

Um das Ergebnis zu erhalten, muss anschließend angegeben werden, welche Parteien in die Berechnung aufgenommen werden sollen. Es können bis zu acht Parteien ausgewählt werden. Im Anschluss werden die Positionen, die die Parteien im Vorfeld für den Wahl-O-Maten angegeben haben, mit den eigenen Standpunkten abgeglichen.

Im Ergebnis wird in einem Balkendiagramm dargestellt, welche Parteien den eigenen Meinungen wie nahe kommen. Der Nutzer kann sich außerdem ansehen, welche Partei welchen Standpunkt zu den einzelnen Thesen angegeben hat und wie die Parteien ihre Voten begründen.

Was bedeutet das Ergebnis für die Wahlentscheidung?

Die Macher des Wahl-O-Maten betonen, dass das Ergebnis des Tools keine Wahlempfehlung darstellt. Stattdessen solle der Wahl-O-Mat Orientierung geben und ein Startpunkt dafür sein, sich noch besser über die zur Wahl stehenden Parteien zu informieren. Das Tool soll gewissermaßen "Appetitanreger" sein.

Dabei betont die bpb auch, dass viele Nutzer bereits vor der Nutzung eine Position für eine Wahlentscheidung haben. Wähler können also auch ihre Wahlpräferenz anhand der ausgewählten Themen überprüfen.

Gibt es Kritik an dem Test-Verfahren?

Tatsächlich wurde bei einigen Wahlen Kritik an dem Tool laut. So wurde etwa kritisiert, dass einige Angaben der Parteien im Wahl-O-Maten nicht mit den Inhalten in den Wahlprogrammen übereingestimmt hätten. Dazu muss man wissen, dass letztlich die Partein über die Angaben und Begründungstexte im Wahl-O-Maten entscheiden. Möglicherweise hätten sie ihre Wahlprogramme in manchen Fällen nicht ganz korrekt wiedergegeben, um auf diese Weise die Übereinstimmung bei den Wählern zu erhöhen. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt dazu aber klar, dass das Wahl-O-Mat-Team die Antworten kontrolliert und die Parteien auf eventuelle Unstimmigkeiten aufmerksam macht.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: MDR Fernsehen | 30.08.2017 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2017, 15:54 Uhr