Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt mit dem Fahrrad auf den Pariser Platz in Berlin
Zum Auftakt der Wahlkampftour kamen Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt mit dem Fahrrad. Bildrechte: dpa

Wahlkampfauftakt | Grüne Grünen setzen auf Thema E-Mobilität

Der Bundestagswahlkampf geht in die Vollen und alle versuchen, in den letzten Wochen noch etwas zu reißen. Am Montag haben auch die Spitzenkandidaten der Grünen ihre Tour durch Deutschland gestartet. "Grüne" Themen haben auch die anderen Parteien im Programm. Das Bündnis 90 setzt deswegen auch auf das Thema E-Mobilität.

von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio für MDR AKTUELL

Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt mit dem Fahrrad auf den Pariser Platz in Berlin
Zum Auftakt der Wahlkampftour kamen Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt mit dem Fahrrad. Bildrechte: dpa

Rund zweihundert Grünen-Anhänger warten schon am Brandenburger Tor, als Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir eintreffen, auf knallgrünen Fahrrädern. In Berlins Mitte ist ein solcher Grünen-Auflauf allerdings leicht zu organisieren, schließlich haben Bundestagsfraktion und Bundesgeschäftsstelle eine Menge Mitarbeiter, die kann man mal vorbeischicken. "Wir wollen ab dem Herbst mitentscheiden", sagt Göring-Eckardt.

"Es geht um den dritten Platz. Es geht um die Entscheidung, wohin Deutschland in den nächsten vier Jahren gehen soll", sagt sie, "die dritte Kraft entscheidet, wohin dieses Land geht." Spiel um Platz drei also, Zünglein an der Wage. Platz drei wollen allerdings auch die Linken, die FDP und die AFD, alle liegen derzeit dicht beieinander.

"Grüne" Themen hat auch die Konkurenz

Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt
Die beiden Spitzenkandidaten der Grünen, Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt. Bildrechte: dpa

Echter Klimaschutz, Familien stärken, mehr Elektromobilität – die Themen, mit denen die Grünen durchdringen wollen, finden sich auf den Plakaten, die ihre Anhänger hochhalten.

Natürlich werde die Partei über Autos reden, so Göring-Eckardt. Man hoffe, dass es Elektroautos seien, die künftig auch in Deutschland produziert würden. Für die Grünen sei klar:

Klimaschutz ist die Existenzfrage der Menschheit, den kann man nicht mehr aussitzen, und den kann man schon gar nicht leugnen. Und dafür kämpfen wir jeden Tag.

Katrin Göring-Eckardt, Bündnis 90/Die Grünen

E-Autos sind zentrales Thema

Wobei die Grünen nicht als Spaßbremsen gelten wollen, meint Spitzenkandidat Cem Özdemir: "Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Leute davon überzeugt sind, dass es gar keinen Grund gibt, die Mundwinkel nach unten zu senken. Sondern viel Anlass in diesem großartigen Land Deutschland, die Mundwinkel nach oben zu richtigen."

Wir haben eigentlich alles, was wir brauchen: Wir haben tolle Forscher, tolle Entwickler.

Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen

Und die bräuchten – etwa, wenn es um die Autos der Zukunft geht – politische Unterstützung: von den Grünen. Bloß nicht als Verbotspartei gelten – diese Lehre aus früheren Wahlkämpfen ist deutlich zu spüren. Göring-Eckhardt und Özdemir schwärmen ab sofort getrennt aus: 130 Termine an 90 Orten haben sie in den nächsten sechs Wochen. Sie fahren dorthin nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto: in einem BMW-Hybrid. Trotz intensiver Suche, heißt es, hätten sie am Markt kein reines Elektroauto gefunden, das ausreichend Platz und Reichweite bietet. Bis zur nächsten Bundestagswahl 2021 müsse sich das ändern.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 14.08.2017 | 16:11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2017, 17:18 Uhr

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72 Kommentare

16.08.2017 15:29 Howard 72

@69.annerose will: Nur um Ihr gefährliches Halbwissen, was Sie hier verbreiten ein wenig richtig zu stellen. An der Brennstoffzelle wird seit den 40/ 50 Jahren des vergangenen Jahrhunderts geforscht. Ihnen ist schon klar, dass eine Brennstoffzelle Elektroenergie herstellt, mit welchen dann Elektromotoren angetrieben werden. Die Leistungsfähigkeit von Brennstoffzellen lässt gerade im mittleren bis hohen Leistungsbereich sehr zu wünschen übrig. Weiterhin muss, auch wieder durch Zufuhr von Energie, der Wasserstoff o.Ä. erzeugt werden. Unterm Strich kommt alles ungefähr auf den Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors. Wenn die Leistungsfähigkeit der Brennstoffzelle erhöht werden kann, müsste man nochmal darüber nachdenken. Momentan sind aber sämtliche Forschungsprojekte ob des Fortschritts bei der Entwicklung eher verzweifelt. Ich bin bei einem früheren Kommentar schon auf Möglichkeiten eingegangen, die die Kapazität der Akkus betreffen. Auch wenn erst ein Ansatz ist, so ist es eine Idee.

16.08.2017 11:21 Graf von Henneberg 71

Aus dem Schwarzbuch Rot - Grün:

Der Einzug der Heuschrecken: 1999 begann die Demontage ..., Euro-Millionären werden durch rot-grüne Steuerreformen 100.000 Euro erlassen – Jahr für Jahr.
Der Griff in die Taschen: Mit der "Reform" des Sozialstaats erfolgte die große Privatisierungswelle. Das paritätisch finanzierte Umlagesystem wird Schritt für Schritt durch private Vorsorge ersetzt. Die Folgen: siehe Armutsbericht.
Aus vier Millionen Opfern wurden fünf Millionen Täter: Das ist die Philosophie der Hartz-Gesetze: verschärfte Zumutbarkeit und Sperrfristen, Suspendierung von Kündigungsschutz, auf ein Jahr begrenztes Arbeitslosengeld I, Absenkung des ALG II auf Sozialhilfe, Mini-Job, Ich-AG.
Die Einzäunung des Rechtsstaats: Überwachung ... Das erfordert allseits verfügbare biometrische Daten und präventives Handeln...,

Was bleibt für die Grünen?
Die gleichgeschlechtliche Ehe, Windräder und Solardächer, das Dosenpfand ...

16.08.2017 09:41 WegWeiser 70

annerose will @69 - Die Familienpolitik der Grünen fördert die gesellschaftliche Basis, auf derer eine Familiengründung und das Familienleben beruhen. Wenn rechtlich mehr Menschen in die Lage versetzt werden, eine Familie zu gründen, ist dies bedeutsam um diese Lebensform zu stärken. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb sich die "Otto Normalfamilie" dagegen abgrenzt, dass auch bisher von der Familiengründung ausgeschlossene Kreise die gleichen Rechte erhalten. Wie man Familie lebt und was einem daran wichtig ist, kann eh nicht von Parteien bestimmt werden. Das ist eine individuelle Entscheidung.

16.08.2017 08:37 annerose will 69

Wenn schon sollten sich die Grünen für die Serienproduktion von Brennstoffzellenautos stark machen, denn E-Mobilität auf Batteriebasis wird auf absehbare Zeit nie die Leistungen von Verbrennungsmotoren ersetzen können. An Batterien wird praktisch seit den Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts schon immer mit Hochdruck geforscht. Seither gab es keine bahnbrechende Erweiterung der Speicherkapazität. Das Problem nun in ein paar Jahren lösen zu wollen ist utopisch. Stattdessen erzeugen die Batterien auch Umweltprobleme. Warum also den Strom nicht im Auto per Brennstoffzelle erzeugen. Das funktioniert und bringt gleiche Leistung. Es sollten endlich Fachleute und keine Ideologen Entscheidungen für Förderungen bestimmter Techniken treffen ! p.s. "Familien stärken" ??? Gerade die Grünen zerstören das klassische Familienbild , wovon letztlich die Gesellschaft lebt, wo sie nur können !

16.08.2017 07:57 Howard 68

@61.ralf meier: Sie haben keine Quellen genannt. Ich lese nur dass, was auch einige Medien abschreiben. Es ist ökonomischer, mathematischer und physikalischer Unsinn. Es werden einige Faktoren bei den Berechnungen weg gelassen. Ich kann Ihnen nur sagen, wir haben im Freundeskreis diese Berechnungen mal aus Spaß selber betrachtet und Eigene gegenübergelegt (Ja, wir sind Fachidioten). Die kommen auf ganz andere Werte. Zumal ja schon der Wirkungsgrad eines Elektromotors (kommt auf die Bauart an) ca. 0,6-0,9 beträgt. Verbrennungsmotoren, je nach Bauart dagegen 0,25-0,4. Sie schreiben, dass man acht Jahre mit einem Benzinmotor fahren kann, um einen Akkupack zu produzieren. Ja, wenn man die reine Fahrarbeit betrachtet. Wenn man die Produktion beider Gesamtfahrzeuge mit in die Berechnung nimmt sieht dies ganz anders aus. Wenn man dann noch die Stückzahlen beim Elektrofahrzeug erhöht, zuggegeben spekulativ, dreht sich die ganze Sache zugunsten des Elektromobils.

16.08.2017 06:57 D.o.M. 67

@wo geht es hin 60: nein, Name missbraucht worden

15.08.2017 00:19 Querdenker 66

@ralf meier 63 - - - Die kriminelle Autoindustrie hat aus Profitgier den Grünen (ungewollt) ein großes Geschenk gemacht. Und ist es besser den Grünen die Themen weg zu nehmen, wie bei der Atomkraft. Und das nicht aus Ideologie, sondern weil die Deutschen bessere Fahrzeuge schon vor Jahren hätten bauen können. Diese profitgierige Industrie hat sich aber bewusst dagegen entschieden, für etwas höhere Rendite und „geplante Obsoleszenz“.

Ich will keine autofreien Städte oder Fahrverbote, sondern ich will stolz auf unsere Autoindustrie sein, weil sie Autos für den Menschen baut. Und nicht Autos, die schleichend die Bürger mit „kriminellen Abgasen“ vergiften.

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ den Satz kennen sicher viele. Die Autoindustrie ist dabei, die Zeit zu verschlafen. Das kann sich bitterlich rächen. Siehe „China und die E-Autos Das große Zittern vor der Quote“

15.08.2017 23:45 Querdenker 65

@ralf meier 63 - - - Mit ihren Erläuterungen zum Feinstaub bzgl. Bremsen und Reifenabrieb sind Sie ganz auf der Linie der Grünen, denn die wollen autofreie Innenstädte. Motto: Elektroauto oder nicht, die Teile wirbeln zu viel Staub auf oder stehen in der Gegend herum. Siehe „Autofreie Stadt Grüne fordern einen Sonnenstraßen-Boulevard“ und „gruene fraktion Autofreie Altstadt für bessere Luft und mehr Lebensqualität“

Den Grünen kommen diese Dreckschleudern nämlich denke gelegen und wenn die Autobauer bei den alten Diesel die Hardware nicht nachrüsten dann bleibt das Problem ja. Und die Grünen haben weiter ihr Thema für Wahlkämpfe.

Zum Thema Feinstaub kann ich die Dokus „ZDFzoom Es stinkt!“ und „Dicke Luft Wenn Städte ersticken“ empfehlen.

15.08.2017 23:23 Querdenker 64

@ralf meier 63 - - - Ja natürlich muss man das Kind beim Namen nennen. Wir haben es mit einer kriminellen Autoindustrie zu tun. Und wer derartiges getan hat, dem kann man auch kein Vertrauen entgegen bringen. Zumal diese Branche sich ja bzgl. Wiedergutmachung verweigert. Der deutsche Autofahrer wird mit einen lächerlichem Softwareupdate abgespeist (im Gegensatz zu USA).

Was Sie beschreiben ist schlichtweg „geplante Obsoleszenz“. Immer schön in kleinen Mini-Schritten die Autos verbessern, damit die Verkäufer ihre Verkaufsargumente haben (Zusammenspiel Politik + Wirtschaft). Das ganze Ding ist allerdings mit dem Dieselskandal und der Aufdeckung von dem Kartell wie ein Kartenhaus zusammengestürzt.

Fakt ist, wir könnten schon einige Jahre deutlich umweltfreundlichere Autos haben. Die sprechen sich offenbar schon seit den 90ziger Jahren ab, wodurch Wettbewerb vermieden wurde.

15.08.2017 21:03 ralf meier 63

@Querdenker Nr 58: es scheint Ihnen ein ausgeprägtes Bedürfnis zu sein, darauf hinzuweisen, daß die Autoindustrie kriminell ist. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen , ob die neuen Grenzwerte für Feinstaub besonders streng sind oder wie sie vermuten, unter dem Einfluß der 'kriminellen Autoindustrie' nicht streng genug sind. Schauen Sie sich aber mal die Entwicklung der Feinstaubgrenzwerte für Dieselmotoren an. Vom Euro 1 Grenzwert bis zum Euro 4 Grenzwert hatte die Industrie 13 Jahre Zeit, die Emmisionen auf ein 5-tel zu reduzieren. Mit Euro 5 sollten Dieselfahrzeuge nur 4 Jahre später ihre maximalen Emissionswerte für Feinstaub noch mal auf ein 5-tel bez. Euro 4 reduzieren. Das ist bei den Produktzyklen der Autoindustrie und den bereits mit Euro 4 erreichten massiven Verbesserungen eine vermutlich kaum erreichbare Forderung gewesen.