Asylsuchende Deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen

2015 kamen rund 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Im vergangenen Jahr waren es etwa zwei Drittel weniger. Bundesinnenminister de Maizière führt das unter anderem auf die Schließung der Balkan-Route zurück. Die Zahl der Asylanträge ist allerdings gestiegen.

Im vergangenen Jahr sind rund 280.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Diese Zahl nannte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin. Er berief sich auf vorläufige Berechnungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Im Jahr 2015 hatten noch rund 890.000 Flüchtlinge in Deutschland Schutz gesucht.

Minister: Haben Migrationsgeschehen gesteuert

De Maizière führt den starken Rückgang unter anderem auf die Schließung der Balkan-Route und das Abkommen zwischen der EU und der Türkei zurück. Der CDU-Politiker sagte, die Maßnahmen hätten gegriffen. Es sei gelungen, den Flüchtlingszustrom zu steuern.

Weniger Flüchtlinge, mehr Asylanträge

Dem Minister zufolge ist die Zahl der Asylanträge aber gestiegen. Nach Angaben seines Ministeriums wurden 2016 insgesamt 745.545 Asylanträge gestellt. Das sind 268.869 mehr gewesen als im Vorjahr. In Sachsen wurden 24.684 Asylanträge gestellt. In Sachsen-Anhalt waren es 20.142 und in Thüringen 16.044.

Ein großer Teil der Antragsteller war bereits 2015 eingereist. Viele von ihnen konnten aber wegen der Überlastung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht sofort einen Antrag stellen. Etwa 36 Prozent der Asylbewerber kamen aus Syrien, rund 17 Prozent aus Afghanistan und 13 Prozent aus dem Irak.

Asylanträge in Deutschland 2016
Deutschland (gesamt) 745.545
Sachsen 24.684
Sachsen-Anhalt 20.142
Thüringen 16.044

Berg an Asylanträgen wird abgetragen

Laut de Maizière hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im vergangenen Jahr mehr als 695.000 Asylanträge entschieden. Der "Berg unerledigter Anträge" werde abgetragen. Etwa 55.000 Flüchtlinge seien freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Etwa 25.000 Menschen seien in ihre Herkunftsländer abgeschoben worden. De Maizière sagte, das sei viel mehr als je zuvor. Die Zahl müsse aber noch weiter steigen.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 15:04 Uhr

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77 Kommentare

13.01.2017 03:58 Klaus 77

{ Caroline 72 ... nein, wir können nicht allen eine Wohnung bieten! } Wo hatte ich das geschrieben?

13.01.2017 03:54 Klaus 76

{ Neukirchner 73 } Sie können ja mit Ihren Kommentaren dagegen halten. Wie waren nochmal Ihre Vorschläge?
Oh, ich habe noch mal nachgesehen, da waren überhaupt keine zu finden.

13.01.2017 03:49 Klaus 75

{ Caroline 72 } 2. Teil: Noch besser wäre es natürlich, wir würden Kriege und Waffenhandel weltweit vermeiden. Aber da sind wir uns ja einig, dass wir das ohne die militärischen Großmächte nicht können. Das einseitige Einstellen des Waffenhandels wird von den Besorgten auch abgelehnt (Ausrede: das würde ja nichts bringen). Also bleibt doch nur den Menschen zu helfen, die zu uns kommen. Da wir zweifellos eine wirtschaftliche Großmacht sind, können wir das auch leisten. Die Frage wo das Geld herkommen soll, beantwortet sich von selbst, wenn man sich nur die Geldverschwendung am BER und vielen anderen staatlichen Projekten anschaut. Es geht also nicht um das Können, sondern um das richtige Organisieren und Wollen. Die Flüchtlinge werden sowieso kommen, da wir die Ursachen nicht abstellen werden, bzw. noch nicht mal unsere Beteiligung an den Ursachen einstellen wollen. Wir haben dann nur noch die Wahl die Flüchtlingshilfe richtig zu organisieren und diese Menschen zu integrieren.

13.01.2017 03:35 Klaus 74

{ Caroline 72 } Ich konstruiere nicht, sondern ich beschreibe Möglichkeiten, die es gäbe, wenn wir gut wären. Dass das nur umfassend funktionieren würde, wenn die anderen auch gut wären, hatte ich bereits geschrieben. Dies bedeutet aber nicht, dass wir auch gut sind, da wir an vielen Stellen an den schlechten Taten mitwirken (Waffenhandel, Kriege usw.) und damit auch viel Geld verdienen. Wenn wir dann im Gegenzug noch nicht mal für einen Teil der Folgen unserer schlechten Taten aufkommen wollen, dann sind wir eben ganz schlecht. Wenn man dann noch den Schießbefehl an der Grenze durchsetzen will, dann ist das nochmal mindestens drei Schubladen tiefer.
Das sind nun mal Fakten, die nicht zu leugnen sind. D. h. entweder wir tun etwas um zumindest die Folgen unserer schlechten Mittaten zu lindern, d. h. wenigstens den Menschen zu helfen, die es bis zu uns schaffen oder wir gehören zweifellos zu den ganz bösen Menschen.

12.01.2017 20:46 Neukirchner 73

Klaus du bist ja sehr fleißig bei den Kommentare schreiben , außer Mist nichts gewesen,
zahle weiterhin schöne Steuern, hast wo zuviel '
Geld dann gib dein Geld den Kindern, Rentner die arm sind, r Tafel u s w.
Solche Bürger wie du brauchen die noch dringend in der Regierung, also sofort melden.

12.01.2017 19:48 Caroline 72

also Klaus, Rhetorisch sehr gut, aber sie konstruieren sich eine Welt zusammen, die es so nicht geben wird.

ich möchte ihnen trotzdem "eine" Antwort geben:
nein, wir können nicht allen eine Wohnung bieten!

12.01.2017 19:40 Klaus 71

{ Kritischer Bürger 66 OH SCHADE habe mir so viel Mühe gemacht über Pro und Contra zu schreiben und nun ist "das Schweigen im Walde" } - Zwischendurch muss ich noch etwas für das Geldverdienen tun, Sie haben da vielleicht etwas mehr Zeit.
Sie machen einen entscheidenden Fehler, Sie sehen vieles einseitig. Es ist nun mal Fakt, dass wir für einen großen Teil der Flüchtlinge mitverantwortlich sind. Da helfen auch keine Ausreden.

12.01.2017 19:31 Klaus 70

{ Kritischer Bürger 58 } Ich bin kein Volksvertreter, von daher habe ich keine eigene Bevölkerung. Ein Teil meiner Familie ist deutsch, aber im Ausland geboren. Ein anderer Teil ist deutsch und in Deutschland geboren. Ein weiterer Teil ist weder deutsch noch in Deutschland geboren. Und eine Tochter hat sogar eine doppelte Staatsbürgerschaft. Eines ist aber bei allen gleich, keiner hat je vom Staat je irgendeine Leistung aufgrund mangelnden eigenen Einkommens erhalten. Und Hilfe sollte unabhängig von der Nationalität gewährt werden. Die Grundlage ist die Bedürftigkeit. Warum Sie da nach Nationalität unterscheiden wollen, ist mir ein Rätsel. Braucht jemand aufgrund seiner Nationalität mehr oder weniger zu essen?

12.01.2017 19:15 Klaus 69

{ Kritischer Bürger 63 } Das ist richtig, gegen den Schießbefehl bin ich auch nach wie vor und es ist nicht weiter verwunderlich, dass solche Vorschläge/Anregungen aus der rechten Ecke kommen. Das hat aber nichts mit einer geordneten Registrierung zu tun. Dass man gegen den Schießbefehl ist bedeutet ja nicht, dass man gegen eine geordnete Registrierung ist. Selbst die Polizeigewerkschaft hat die Anregungen der AfD als kompletter Unsinn eingestuft. Es ist aber interessant, dass man das Thema immer wieder hervor holt.

12.01.2017 19:07 Klaus 68

{ Kritischer Bürger 64 } Ich hatte es schon mal geschrieben, unsere Regierungen werden stets von der Mehrheit gewählt. Die Ausreden gelten deswegen nicht. Außerdem könnte ich auch sagen, was wollen Sie denn, niemand verlangt von Ihnen einen Flüchtling aufzunehmen.
Also wenn wir schon mitreden wollen, dann sollten wir alle von Deutschland initiierte Themen einbeziehen und je nach Wunsch einzelne Themen ausklammern nur weil das zur eigenen Auffassung nicht passt.