Landwirte und Bauern fahren mit ihrem Traktoren im Rahmen der 7.
Auch ein Konvoi aus 130 Traktoren beteiligte sich an der Demonstration. Bildrechte: dpa

"Wir haben es satt" Tausende protestieren in Berlin gegen Agrarindustrie

Landwirte und Bauern fahren mit ihrem Traktoren im Rahmen der 7.
Auch ein Konvoi aus 130 Traktoren beteiligte sich an der Demonstration. Bildrechte: dpa

Parallel zur Agrarmesse Grüne Woche haben am Samstag mehr als 10.000 Menschen gegen die aktuelle Agrarpolitik demonstriert. Die Veranstalter sprachen sogar von rund 18.000 Demonstranten, deutlich mehr als die Polizeischätzung. Den Auftakt des Zuges vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor bildete ein Konvoi, an dem sich 130 Traktoren beteiligten.

Die Demonstration richtete sich unter anderem gegen Massentierhaltung und "Dumpingexporte" von Lebensmitteln. Der Sprecher des "Wir haben es satt"-Bündnisses, Jochen Fritz, sprach sich für ein Ende der Subventionen für die Agrarindustrie aus. "Stattdessen brauchen wir Anreize für Bauern, die Tiere besonders artgerecht halten und umweltschonend wirtschaften", sagte er.

Eine Agrarwende, die Bauern wieder eine Zukunft gibt, ist längst überfällig.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender

Das Bündnis machte die Bundesregierung auch für das Höfesterben verantwortlich. Fusionen großer Agrarunternehmen müssten gestoppt werden, hieß es. Aufgerufen zu dem Protest hatten rund 100 Organisationen, darunter sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Bauern, aber auch Tier- und Umweltschützer.

Protest gegen den Protest

Ein Traktor mit einem Plakat
Nicht alle teilen die Vorwürfe an die Politik. Bildrechte: dpa

Die Vorwürfe an die Bundesregierung teilten jedoch nicht alle. Unter dem Motto "Dialog statt Protest - Wir machen Euch satt!" versammelten sich am Hauptbahnhof einige Hundert Gegendemonstranten. Den Veranstaltern zufolge waren es rund 700 Menschen und 50 Traktoren. Eine Sprecherin betonte, vorrangige Aufgabe sei es, "Lebensmittel in ausreichender Menge und sicherer Qualität ressourcenschonend zu erzeugen".

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im Radio | 21. Januar 2017 | ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2017, 22:55 Uhr

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7 Kommentare

23.01.2017 11:07 andre 7

Ganz ehrlich, eine Industrie die man jedes Jahr mit Millionen subventionieren muss, damit diese im weltweiten Vergleich konkurrenzfähig bleibt, gehört abgeschafft oder reformiert! Es ist ja nicht so, dass wir zu wenig Nahrung auf unserem Planeten produzieren...

22.01.2017 17:58 Kritischer Bürger 6

@Landwirt 4: Vielleicht sollte man wieder die Hofvermarktung einführen. Bei den Wegen heutzutage, die von (oft älteren) Kunden zu bestreiten sind und ggf. ohne Flexibilität würde sich so etwas im Landleben sicher bewegen lassen. Dann wird eben die Rohmilch nicht mehr an große Zwischenhändler / Veredler geliefert, sondern am Hof selbst verarbeitet für die dörfliche Bevölkerung im Ort oder in der näheren Umgebung. einst hieß es mal: Die Städter sind von Dörflern abhängig wenn es um Essen, Trinken und Alltägliches geht. Vielleicht sollte man dies mal wieder in Erwägung ziehen.

22.01.2017 15:35 frank 5

Der "Laden" ist vom Konstrukt her krank. In der EU werden jährlich ca. 89 Mio Tonnen Nahrungsmittel vernichtet. Schlimm, deren Produktion wird aus Steuermitteln subventioniert. Mal bitte konsequent bis zum Ende denken, liebe "Politiker" (Lobbyisten).

22.01.2017 15:06 Landwirt 4

So Recht wie die Bauern haben, sowenig haben sie eine Lösung. Die kleinbäuerlichen Höfe haben keine Zukunft. Sie sind einfach zu teuer. Die Marktwirtschaft frisst ihre Kinder. Kostensenkung, Effektivität, Rationalisierung bestimmen das wirtschaftliche Handeln egal ob Industrie oder Landwirtschaft.

22.01.2017 11:44 HERBERT WALLASCH, Pirna 3

Nunja, in anderen Systemen ging es auch darum sich unabhängig vom Import zu machen, im Kriesenfall. Da war noch eine andere Wertschätzung der Arbeit und Arbeiter öffentlich vermittelt worden. Heutzutage, in der Globalisierung, interessiert dies nicht mehr, nach dem Motto: "Ich gebe Geld, will es immer und immer billiger, woher und wie interessiert nicht" Bundesdeutsch war ab die 60iger immer mehr alles international ausgerichtet, schämten sich ja des Deutschseins und die Resultate sind nicht mehr rückgängig zu machen. Die Schweiz ging einen nationalen Weg, dort waren und sind(?) Importwaren teurer.

22.01.2017 10:42 Fragender Rentner 2

@ zu 1

Da gibt es doch noch eine andere Fastenzeit, an der nehmen bestimmt auch viele dran teil.

22.01.2017 06:28 Spottdrossel 1

Statt meckern sei die Fastenzeit, die von Aschermittwoch, dem 1. März bis Ostersonnabend (15. April) geht, einzuhalten. In dieser Zeit sich sparsam ernähren, Fleischverzicht üben, regelmäßig Sport treiben und so die eigene Gesundheit befördern und über diese 6 Fastenwochen das eigene Körpergewicht um etwa 5 kg verringern.

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