Bundeskanzlerin Angela Merkel läuft durch ein Treppenhaus in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.
Sie will Neuwahlen statt einer Minderheitenregierung: Kanzlerin Angela Merkel. Bildrechte: dpa

Nach Jamaika-Aus Merkel: Lieber Neuwahl als Minderheitsregierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel will keine Minderheitsregierung. Sie plädiert für eine Neuwahl - mit ihr als Kanzlerkandidatin. Ob das passieren wird, läge in den Händen von Bundespräsident Steinmeier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel läuft durch ein Treppenhaus in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.
Sie will Neuwahlen statt einer Minderheitenregierung: Kanzlerin Angela Merkel. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel will im Fall einer Neuwahl wieder als Kanzlerkandidatin antreten. In einem Interview sagte sie, sie sei bereit, ihre Verantwortung auch weiterhin zu übernehmen.

Minderheitsregierung nicht in der Planung

Das Scheitern der Jamaika-Sondierungen nannte die Kanzlerin "bedauerlich". Sollte keine Regierung mit einer parlamentarischen Mehrheit zustande kommen, ziehe sie Neuwahlen einer Minderheitsregierung vor. Sie seien der bessere Weg, eine Minderheitsregierung sei nicht in ihrer Planung.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier müsse nun entscheiden, wie es weitergehe.

Merkel: Es gab Anzeichen für FDP-Ausstieg

Die Kanzlerin betonte, dass ihrer Wahrnehmung nach die Sondierungsrunde auf der Zielgeraden war. Dass die FDP aus den Gesprächen aussteigen könne, habe sich aber schon am Sonntagmorgen angekündigt: "Ich kann nicht sagen, dass es keinerlei Anzeichen gab".

Ob sie noch einmal mit den Sozialdemokraten über ein Regierungsbündnis spreche, werde sich erst entscheiden, nachdem Steinmeier mit den Parteichefs gesprochen habe.

Nicht an Rücktritt gedacht

An einen Rücktritt hat die geschäftsführende Kanzlerin eigenen Aussagen zufolge nicht gedacht. Diese persönliche Konsequenz habe nach dem Jamaika-Aus nicht im Raum gestanden. Deutschland brauche nun Stabilität.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 20.11.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2017, 19:35 Uhr

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22 Kommentare

21.11.2017 10:06 Jürgen 22

@ 17 Dominik
Die herausragenden "Qualitäten" der Frau Merkel: Aussitzen, sich die Ideen anderer zu eigen machen, "Querköpfe entsorgen". Aber: auch sie ist ersetzbar! Schneller als sie selbst, und offensichtlich auch Sie denken.

21.11.2017 07:56 REXt-Merkel ist am Ende, Rücktritt! 21

Merkel will lieber Neuwahlen? Warum fragt sie nicht ihre Basis? Interessiert sie nicht was die Basis denkt, war ja schon mal so zu einem Parteitag. Wie lange will sie noch stur“so weiter machen“? Hoffentlich nicht bis 93Jahre, wie Mugabe? Neuwahlen, bedeuten nicht Automatisch mehr STIMMEN für die CDU, da wäre ein noch unter 30% noch möglich, was dann? Will sie dann auch noch von Wählerauftrag sprechen? Kurz u. Bündig, sie ist am Ende!

21.11.2017 03:46 der Uwe 20

Der größte Fehler wäre jetzt, wenn sich der Wähler (durch Umfragen oder so) in die Karten schauen lässt, ob er jetzt eher FDP oder AfD wählt, das wäre für CDU/CSU reines Russisch-Roulette und sie könnten nicht mit Neuwahlen "taktieren". No Risk no Fun ! Anders bekommen wir diese Frau nicht los. Da sollte schon bei der CDU ein neues Zugpferd bereitgestellt werden, um überhaupt wieder eine rechnerische Mehrheit jenseits von Jamaika zu bekommen bzw. um kein "Risk" einzugehen. Die "schnellen Umfragen" vom 20.11. sind eh' mal schnell vor'm Kanzleramt gemacht worden, damit sie ins Bild passen. (Wenn ich eine Umfrage über "Schulfrei" machen würde, und gehe auf den nächstbesten Schulhof, bekomme ich auch solche Prozente) Am Ende könnte Lindner doch noch das geschafft haben, was der Wähler nicht hinbekommen hat....

21.11.2017 02:52 Gunseter 19

Warum wirft man die Stimmen aus den Wahllokalen nicht gleich in den Müll?

Den Parteien ist der Wählerwille ja offensichtlich nichts wert, solange ihnen das Ergebnis nicht passt.

Neuwahlen sind so unnötig wie ein Kropf. Die Wähler haben doch schon ihre Stimme abgegeben. Jetzt sind die Parteien am zug, um endlich eine Regierung zu bilden. Aber offenbar passt den Politikern das Wahlergebnis nicht. Allen voran SPD und FDP, die sich komplett den Koalitionsverhandlungen verweigern. Aber auch andere Parteien wie AFD sind nicht besser. Da wollen ja auch keine Verantwortung übernehmen.

20.11.2017 23:35 nasowasaberauch 18

Einer mußte den Schlusspunkt setzen und der soll nun den Schwarzen Peter bekommen. Bedenklich ist für den Betrachter eher der Chorgesang von CDU/CSU und den grünen wie einig man sich doch schon war. Dabei wird die CSU froh sein, dass ein anderer die Reißleine zog. Wie weit nach links will Merkel eigentlich für den Machterhalt noch rücken. Es ist gescheitert weil es von vornherein dazu verurteilt war und es ist gut so. Merkels Sache ist eine Minderheitsregierung nicht. Ständig in Sachfragen Mehrheiten gewinnen ist der Demokratie und dem Land förderlicher als Fraktionsverkrustung, aber natürlich schwieriger als Politik nach Gutsherrenart.

20.11.2017 23:14 Dominik 17

Wenn ich hier die Kommentare lese kann ich echt nur den Kopf schütteln und mich wirklich ernsthaft fragen.... geht es Ihnen wirklich soooo schlecht ??? Mensch, wir zerfleischen uns selber.
@Jürgen .. wer soll es den machen, nach Ihrer Meinung ?? das würde mich echt interessieren !?!? Afd ?? die gar nichts auf die Kette bekommen und wenn Petry mal irgendwann richtig gas gibt... wird es sie nicht mehr geben !! oder Links ?? Frau Wagenknecht ??? oder SPD .... die noch nie Verantwortung übernommen hat ?? Man, wir Deutschen sind so dumm und jammern auf so ein hohen niveau !! Ich bin auch nicht mit jeder entscheidung von Frau Merkel einverstanden, aber es gibt im Moment keinen anderen.... so ist es !! und ich muss Ihnen sagen , mir geht es gut in Deutschland.... ich glaube es nicht, wenn wir von der afd,linke,spd oder von den grünen regiert werden.

20.11.2017 23:04 maensen 16

Frau Merkel, wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Sie erinnern doch sicher noch daran?

20.11.2017 22:52 Freiheit 15

Neuwahlen auf alle Fälle. Fr. Merkel als Kanzlerin - Niemals. Punkt

20.11.2017 22:39 OHNEWORTE 14

Ich habe mir die Muehe gemacht ,weil ich niemanden auf den Schlips treten will,was nicht fair ist...... ,die Seite der GRUENEN aufzuschlagen ...mich kundig zu machen ueber das Programm der Gruenen..

Mir schlug sofort entgegen Kathrin und Cem..... ,nicht nur auf einer Seite. Ich kam mir sofort vor,wie auf der Seite der beliebten Volksmusik Stars Marianne und Michael....

Sind Einzelpersonen die Ueberzeuger einer guten Politik....???? Seit Oskar Fischer ....,der vorher Steine auf die Polizei warf ....,habe ich gelernt , traue keinem ,der sich Turnschuhe anzieht und Volksreden schwingt. Mit der Einsetzung Fischers als Aussenminister ....,dachten viele ..,der wurde gekauft um die Gruenen zu kontrollieren. Heute sitzt der feine Herr weitab der Sonnenblumen....

20.11.2017 22:32 Bernd Escher 13

Bei Neuwahlen wird sich beim
Wahlergebnis +/- pro Partei nicht
viel ändern,sei denn Frau Merkel
übernimmt Verantwortung und
dankt ab,Frau Merkel kann so ihr
Gesicht wahren.Es geht nicht um
Einzelpersonen+Posten sondern
um unser Land.
mfg Bernd Escher

Merkel und die Jamaika-Sondierungen