MDR-Umfrage Deutlich mehr Angriffe auf Parteibüros und Abgeordnete in Mitteldeutschland

Die Zahl der Angriffe auf Politiker, Wahlkreis-Büros und Parteigeschäftsstellen in Mitteldeutschland ist extrem angestiegen. Das ergab eine Umfrage des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS bei den Innenministerien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Thüringen insgesamt 78 Übergriffe

In Thüringen wurden im vergangenen Jahr 45 Straftaten gegen Wahlkreisbüros gemeldet, fast doppelt so viele wie im Jahr 2014. Deutlich gestiegen sind auch die Straftaten gegen die Abgeordneten selbst. Wurden in Freistaat im Jahr 2014 noch neun Straftaten gegen Politiker registriert, waren es 2015 bereits 33. Besonders häufig betroffen waren laut Innenministerium Büros und Abgeordnete der Parteien DIE LINKE, der SPD und AfD.

Zuletzt wurden in der Nacht zum Montag, am 15. Feburar, im thüringischen Kahla das "Haus der Demokratie" und ein Wahlkreisbüro der SPD angegriffen.

Extremer Anstieg in Sachsen

Auch in Sachsen stieg die Zahl der registrierten Angriffe gegen Politiker und deren Einrichtungen. So wurden 2015 allein gegen die sächsische CDU 27 Straftaten registriert. Die LINKE und AfD waren im vergangenen Jahr jeweils 20 mal von Übergriffen betroffen. 2014 waren insgesamt lediglich vier Vorfälle gemeldet worden.

In Sachsen gelten derzeit sieben Personen als besonders gefährdet und werden vom Personenschutz des Landeskriminalamtes geschützt. Angaben zu den Betroffenen und deren Parteizugehörigkeit wollte das Landeskriminalamt mit Verweis auf Geheimschutz und die Gewährleistung der Schutzziele nicht machen.

36 Fälle in Sachen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat sich die Zahl der politisch motivierten Straftaten gegen Politiker und politische Einrichtung mehr als verdreifacht. Wurden 2014 noch zehn Straftaten registriert, sind im vergangenen Jahr 36 Übergriffe vom Innenministerium in Sachsen-Anhalt erfasst worden. Neben Sachbeschädigung kommt es immer häufiger auch zu Bedrohungen und Körperverletzungen. 

Die Innenministerien in Thüringen und Sachsen-Anhalt wollten zur Anzahl der nötigen gesonderten Schutzmaßnahmen für Politiker keine Angaben machen. 

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2016, 21:35 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

22.02.2016 17:00 Erhard 4

Gewalt gegen Personen und Sachen (Gebäude) sind nicht meine Sache. Trotzdem kann ich es nachvollziehen, wenn manchen Menschen mal der Sicherungs- bzw. Geduldfaden reißt.

22.02.2016 16:43 (-_-) 3

Es gibt in der Tat Personen die in Deutschland gefährdet sind, die aber am Nasenring durch das Land geführt werden, nach Meinung von Presse und Schlaumeiern so ziemlich alles falsch machen was sie falsch machen können und Freiwild für jedermann sind. Ich Rede von Polizisten!!!

22.02.2016 15:23 Ansgar 2

@1, Nach Ihrer Lesart werden also Anschläge auf Büros der Linkspartei von "linken Chaoten" begangen. Ach, die Welt kann ja so einfach sein ;-). Mal zum Thema, was mich zum "besorgten Bürger" werden lässt, ist die exorbitante Häufung von Anschlägen auf Parteibüros, sind das doch letzlich Anschläge auf unsere Demokratie. Egal, ob von Links- oder Rechtsextremen, Anschlag bleibt Anschlag. Extreme Kräfte sind eine Gefahr für unsere Demokratie.

22.02.2016 07:24 Tod, Schweine, Scherben 1

"Macht kaputt, was euch kaputt macht" - von den linken Chaoten lernen heisst in dieser Scheindemokratie offenbar "siegen lernen". Traurig aber wahr.