Blood-and-Honour-Cover
"Blood and Honour"-Propagandamaterial, konfisziert vor dem Verbot im Jahr 2000. Doch offenbar haben die Anhänger des Netzwerks einfach unter dem Radar weitergemacht - zu sehen ist das nun in Thüringen. Bildrechte: dpa

Verbotene Neonazi-Gruppierung "Blood and Honour"-Strukturen in Thüringen wachsen wieder

Blut und Ehre: Das ist der Name einer Nazigruppierung, besser bekannt unter dem englischen Äquivalent "Blood & Honour". Dahinter steckt ein international agierendes Netzwerk der extremen Rechten. Kernspektrum sind Rechtsrock-Konzerte, Geld und Waffen. Schon im Jahr 2000 hat Deutschland diese Nazitruppe deshalb hierzulande verboten. In Thüringen tauchen aber wieder vermehrt Rechte auf, die sich offen zu Blood & Honour bekennen.

von Ludwig Bundscherer, MDR-AKTUELL-Thüringen-Korrespondent

Blood-and-Honour-Cover
"Blood and Honour"-Propagandamaterial, konfisziert vor dem Verbot im Jahr 2000. Doch offenbar haben die Anhänger des Netzwerks einfach unter dem Radar weitergemacht - zu sehen ist das nun in Thüringen. Bildrechte: dpa

Ein Hakenkreuz mit drei statt vier Armen, das ist das Zeichen von "Blood and Honour". Dieses Zeichen taucht trotz Verbots wieder vermehrt in Thüringen auf, sagt die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König: "In Thüringen ist das belegt durch eine Antwort, die ich auf eine kleine Anfrage erhalten habe, aus der hervorgeht, dass es circa 30 Vorfälle mit 'Blood & Honour'–Symbolik beziehungsweise 'Blood & Honour'–Bezug gegeben hat."

Nazistrukturen als "Saufkumpels" abgetan

Thüringens Verfassungsschutz-Präsident Stephan Kramer
Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer. Bildrechte: MDR/Karina Heßland

Auch das Landeskriminalamt bestätigt: Thüringen hat wieder "Blood and Honour"-Strukturen. Deswegen gab es schon im November vier Durchsuchungen in Suhl und Zella-Mehlis.

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer bemängelt, dass man solche Nazistrukturen lange als Saufkumpels abgetan hätte, die sich mit verbotenen Abzeichen wichtigmachen wollten: "Wir müssen aber feststellen, dass es internationale Vernetzungen – Österreich, Schweiz, Ungarn – gibt, die hier auch bei Veranstaltungen auftreten, sichtbar auftreten. Und dass sie umgekehrt auch unterwegs sind zu Schießtrainings ins Ausland."

"Combat 18" führt Bombenanschläge durch

Kramer hat in seiner Behörde deshalb die Arbeitshypothese ausgegeben, dass hier erste Anzeichen von rechtsterroristischen Netzwerken vorliegen. Man müsse genau hinschauen, fordert deshalb auch die Linke-Landtagsabgeordnete König: "Das Entscheidende bei 'Blood and Honour' ist, sie haben einen militanten, einen bewaffneten Arm, nämlich 'Combat 18'. Die führen Bombenanschläge durch und werben auch dafür. Denen kann man sozusagen nachweisen, dass die Durchführung von Bombenanschlägen, wie sie 'Combat 18' begeht, so eins zu eins vom NSU in Köln in der Keupstraße begangen wurde."

Laut Verfassungsschutz schmiedet "Combat 18" auch bei den zahlreichen Thüringer Rechtsrock-Konzerten neue Netzwerke. Das größte dieser Konzerte wird am 15. Juli stattfinden, vermutlich bei Hildburghausen. Mindestens 5.000 Besucher werden es wohl werden, meinen der Verfassungsschutz und auch die Landtagsabgeordnete König: "Bands, Kontakte, Redner, die dort auftreten, sind zu mehr als der Hälfte dem 'Blood and Honour'-Spektrum zuzurechnen. Da ziehen sich dann die Neonazi-Verbindungen nicht nur quer durch Deutschland, sondern bis nach Russland und in die Schweiz sowieso."

Internationale Verflechtungen

Vor allem die intensivierten Russlandkontakte der Thüringer Neonazis sind es, die Verfassungsschutzpräsident Kramer Sorgen machen. Einer der Mitorganisatoren des großen Rechtsrock-Festivals fliegt beispielsweise kommende Woche nach Russland: "Es gibt Vermutungen, dass diese rechtsextremistische Szene - wie alles andere, was sich in Russland abspielt - natürlich nicht ohne Aufmerksamkeit des Kremls beziehungsweise der russischen Sicherheitsorgane agiert. Insofern passt das in die Kategorie der Destabilisierungsstrategien, die in Russland gefahren werden und die wir auch in anderen europäischen Ländern erleben", glaubt Kramer.

Ziel sei es, die rechtsextremistische Szene international noch weiter zu vernetzen. Und dadurch, so fürchtet Kramer, steige die Gewaltbereitschaft.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.05.2017 | 05:07 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2017, 11:41 Uhr

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42 Kommentare

14.05.2017 10:42 B. Wand 42

Ein hier ständig von Blood & Honor ablenkender Herr „Kohfeld“ schreibt - sofern das Wort dem überhaupt gerecht werden kann - an anderer Stelle in den Kommentarspalten des MDR, er habe in der Bundeswehr gedient. Sicher nur ein weiterer, bedauerlicher Einzelfall in der aktuellen, längst überfälligen Diskussion.

14.05.2017 09:54 Ekkehard Kohfeld 41

@[...]38 Das Gegenteil von Rechtsextremismus ist doch nicht 'Links'!##Jetzt tun sie doch nicht so als wüssten sie nicht wer gemeint ist sie lesen doch sonst alles raus was gar nicht drin steht##Mit Mördern unterhält man sich nicht - die sperrt man weg!##Ach sie als einer der Obermoralapostel jetzt sind auf einmal alle Mörder,ich dachte man darf nicht pauschalisieren auch nein nur bei denen die sie aussuchen,entschuldigung das ich das vergessen konnte aber schon mal gehört das in unserm Rechtsstaat die Unschuldsvermutung angewendet wird ist ihnen als Ober Tatort Richter wohl entfallen.Und ob sie Linke Gewalt toleriert haben sie immer noch nicht drauf geantwortet,habe nichts anderes erwartet,Antifa Sympathisant?Also doch wieder Whataboutism.Wie könnte es auch anders sein.

[... Teile gelöscht. In Zukunft werden Kommentare, die dieses Wort in Bezug auf einen User enthalten, nicht mehr freigegeben. Die MDR.de Redaktion]

13.05.2017 20:54 I. Maier 40

@ 39 Ekkehard Kohfeld: Sie fragen ernsthaft, wieso ich erwarte, dass in einem Forum zu rechtsradikalen, seit vielen Jahre verbotenen, Gruppierungen in Thüringen Stellung nehmen. Das ist doch die Hauptsache hier in der Diskussin, sich zum Thema zu äußern. Das beinhaltet doch eine Stellungnahme zu "Blood&Honour" oder "Combat18" oder zu den Versäumnissen der Strafverfolgungsbehörde, damit Ihre Diskussionspartner wissen, welche Position Sie gegenüber diesen Gruppen einnehmen. Dabei dürfen Sie hier öffentlich Kritik an den Behörden oder der Terrorgefahr, die durch diese Gruppen ausgehen äußern. Wenn Sie das nicht machen wollen, warum beteiligen Sie sich dann an der Diskussion. Nur um andere User des Forums wieder einmal "niederzumachen". Als Beispiel sei Ihr letzter Post an mich genannt. Ich zitiere eine Ihrer Beleidigungen und wundere mich, dass bei Ihnen so viel durch die Moderation geht: Zitat - "Wo hat man sie den laufen gelassen?" So tief sollte man in einer Diskussion nicht sinken.

13.05.2017 19:23 Ekkehard Kohfeld 39

@ I. Maier 37 Dabei nehmen Sie selbst in keinem Beitrag Stellung zu den beiden genannten Gruppen.#Ach das heißt ich darf nur zu diesen beiden Gruppen Stellung beziehen und zu allen andern nicht die dürfen machen was sie wollen ich darf nicht sagen das ich allgemein gegen Gewalt bin,was für eine interessante Sichtweise.Wo hat man sie den laufen gelassen?

13.05.2017 19:13 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 38

@ 34. Ekki:
Zitat "@ Nazi 29 Wer nicht gegen Rechtsextremisten vorgeht, duldet sie!##Und genau das selbe gilt für Linke oder etwa nicht?##Bitte nicht Whataboutism loslassen sondern klare Antwort."

Nein, 'genau dasselbe' gilt nicht für 'Linke', solange sie nicht extremistisch werden.
Komm, mein Bester, das kannst Du doch besser:
Das Gegenteil von Rechtsextremismus ist doch nicht 'Links'! Da muß ich noch nicht mal zu 'Whataboutism' zu greifen.

Du hast in einem Punkt recht:
So ziemlich alle, die ick kenne, sind gegen Rechtsterrorismus; gegen Rechte, die sich in internationalen Gruppen zusammenschließen;
einfach gegen Gewalt - egal woher sie kommt - aber besonders gegen Gewalt gegen 'unschuldige', beliebig ausgewählte Opfer.

Wie viele Menschen müssen noch durch 'Rechte' sterben, bevor sie begreifen, daß sie für ihre Gewalt und ihre Ausgrenzung keinen Respekt, sondern nur Verachtung bekommen?

Mit Mördern unterhält man sich nicht - die sperrt man weg!

13.05.2017 09:33 I. Maier 37

@ 36 Ekkehard Kohfeld: Nein, lieber User, hier ist es unpassend falsche Behauptungen über Links aufzustellen, es sei man hat die Absicht "Blood&Honour" oder "Combat18" zu tolerieren. Nein hier geht es eben nicht um links. Hier geht es auch nicht darum, ob Sie gegen irgendwelchen Terror sind. Sie schreiben hier im Forum gegen Links mit der Absicht zu Unterstellen. Ich zitiere Sie erneut: "Und ob der Linke weniger macht wie der Rechte ist mir auch egal Terror bleibt Terror und auch Autos anzünden ist Terror." Sie unterstellen Linken, wie Sarah Wagenkecht, Antje Kipping oder auch mir, wenn ich Wähler der Linken wäre, Autos anzuzünden! Und das im Forum zu verbotenen rechten Terrororganisationen. Dabei nehmen Sie selbst in keinem Beitrag Stellung zu den beiden genannten Gruppen. Offensichtlich ist es Ihnen peinlich vor Ihren rechten Freunden allgemein hier in der Diskussion im MDR sich gegen die beiden genannnte Terrorgruppen auszusprechen. Nein, kein Wort, kein Satz gegen "Blood&Honour"!

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

13.05.2017 07:54 Ekkehard Kohfeld 36

@ I. Maier 35 Hier in diesem Forum, ich wiederhole mich, kann man Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen. Ich wiederhole auch nochmals, gegen die verbotenen "Blood&Honour"-Netzwerke, gegen verbotene Nazigruppen.##Ach so und deshalb darf man Gewalt von Links hier nicht erwähnen also ich bin wie schon mehrfach
mitgeteilt gegen jede Art von Gewalt wenn ihnen das nicht passt ist das nicht mein Problem wenn sie irgend eine Art von Gewalt ausklammern oder schön Reden dann muß man davon ausgehen das sie diese Art von Gewalt gut finden oder sie tolerieren.Ich empfehle mal zu googeln"Das Märchen von der „guten Gewalt“! "

12.05.2017 21:47 I. Maier 35

@ 34 Ekkehard Kohfeld: Hier in diesem Forum, ich wiederhole mich, kann man Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen. Ich wiederhole auch nochmals, gegen die verbotenen "Blood&Honour"-Netzwerke, gegen verbotene Nazigruppen. Gegen neonazistische Terrorgruppen wie Combat18. Wieso werden hier in der Diskussion von Ihnen, ich zitiere "genau das selbe gilt für Linke", "Linke" ins Spiel gebracht? Die Linke ist eine zu allen bundesdeutschen Wahlen zugelassene Partei. Es verbietet sich von selbst, Vergleiche mit "Blood&Honour" und "Combat18" zu ziehen indem ständig durch bestimmte User, wie Sie, hier Linke erwähnt werden. Oder wollen Sie ernsthaft andeuten, dass das Verbot von "Blood&Honour" im Jahr 2000 unrechtmäßig war, da diese ja nicht schlimmer als eine zugelassene Partei sei. Ich wundere mich doch sehr! Wie gesagt: 1000 Zeichen gegen Nazis, eigentlich sollte man nicht dafür sein! Nicht gegen Die Linke.

12.05.2017 19:28 Ekkehard Kohfeld 34

@ Nazi 29 Wer nicht gegen Rechtsextremisten vorgeht, duldet sie!##Und genau das selbe gilt für Linke oder etwa nicht?##Bitte nicht Whataboutism loslassen sondern klare Antwort.

12.05.2017 19:23 Steffen 33

An Nr.23 Was wollt ihr machen? Die Leute wie im Mittelalter auf Lebenszeit ächten? Manche werden ruhiger, manche nicht. Viel helfen da auch die Sportvereine auf ein normales Leben. Aber ein werden die Leute niemals ablegen und das ist die Gesinnung! Was wollt ihr machen? Sie rausprügeln, Gehirnwäsche, Lebenslang in den Knast? Denk mal darüber nach.