Mitteldeutschland Jedes Jahr Dutzende Angriffe auf Gotteshäuser

Sachbeschädigung, Volksverhetzung, verbotene Schmierereien: Gotteshäuser in Mitteldeutschland werden immer wieder Ziel politisch motivierter Attacken. Mehr als hundert waren es seit 2014. Besonders viele Angriffe werden in den Großstädten gezählt – vereinzelte Attacken verteilen sich aber auch auf ländliche Regionen.

Glaubenseinrichtungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden immer wieder Ziel politisch motivierter Anschläge. Das ergab eine MDR-Umfrage bei den jeweiligen Landeskriminalämtern.

Demnach wurden Kirchen, Moscheen und Synagogen in Mitteldeutschland in den vergangenen drei Jahren insgesamt 116 Mal attackiert. Mit 49 registrierte die Polizei die meisten Anschläge im Jahr 2015. Ein Jahr zuvor waren es 29, ein Jahr später 38.

Attacken auf Moscheen in Erfurt und Dresden

Ein Drittel aller Straftaten gegen Gotteshäuser sind auf Gebäude islamischen und jüdischen Glaubens begangen worden. Der Rest traf der Umfrage zufolge evangelische und katholische Kirchen.

Bei den meisten Attacken handelte es sich um politisch motivierte Sachbeschädigungen, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole sowie Volksverhetzungen.

Unter den Delikten befinden sich auch der Sprengstoffanschlag auf die DiTiB-Moschee in Dresden im September 2016 sowie eine Brandstiftung auf die Moschee in Erfurt ein Jahr zuvor.

Viele Angriffe in Großstädten

Die zahlenmäßig meisten Anschläge gegen Glaubenseinrichtungen wurden in den vergangenen drei Jahren in Großstädten verübt. In Erfurt registrierte die Polizei in dem Zeitraum 13 Vorkommnisse, in Dresden zwölf und in Leipzig neun.

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt: Sächsische Gotteshäuser waren insgesamt 54 mal das Ziel von Attacken, sachsen-anhaltische 29 mal und thüringische 33 mal.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL im Zuge der: ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" | 11. bis 17. Juni 2017 | Online, im Hörfunk und im Fernsehen


Das Datendossier zur ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" setzt sich aus Zahlenmaterial aus verschiedenen Einzelstudien und -erhebungen zusammen und stellt auch punktuell exemplarisch einzelne Datensätze gegenüber.

Um für das ARD-Gebiet eine bundesweite Vergleichbarkeit herzustellen, wurde beispielsweise das Statistische Bundesamt angefragt. Die Art und Weise der Erhebung des Statistischen Bundesamtes ist überall in Deutschland exakt gleich und erlaubt auf dieser Grundlage vergleichbare Schlüsse zwischen geografisch vollkommen unterschiedlichen Regionen. Es arbeitet dabei eng mit den statistischen Ämtern der Länder zusammen. Welche Daten herausgegeben werden, kann sich allerdings unterscheiden. Beim Zensus 2011 wurden in Fragen der Religionszugehörigkeit zwei verschiedene Erhebungen mit unterschiedlichen Methoden umgesetzt.

Aus diesem Grund liegen dem Statistischen Bundesamt und den Statistischen Ämtern der Länder zwei verschiedene Datensätze zu einem Thema vor. Diese werden allerdings nicht einheitlich veröffentlicht. Dadurch kommt es offenbar zu Abweichungen zwischen den Ergebnissen der Regional- und Bundesämter.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2017, 16:52 Uhr

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28 Kommentare

17.06.2017 13:50 Guenter 28

Also wenn man bedenkt wie wenige Synagogen und Moscheen es in Mitteldeutschland gibt so sind ein drittel der Anschläge auf die paar Gotteshäuser geradezu erschreckend hoch.

16.06.2017 11:48 bunter Rheinländer 27

Dass Synagogen und Kirchen gerne angegriffen werden ist nicht neu. Wenn die Täter aus dem unsäglichen Kulturkreis stammen, verstummt sogar der "Aufstand der Anständigen". Das war zur Jahrtausendwende nicht anders als heute.

Aber auch untereinander vertragen sich die Moslems selten, weil einer islamischer als der andere sein will - die arabischen Länder zeigen das gerade intensiv.

16.06.2017 10:52 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 26

@ 21:
Wer sich so sehr über 'Deutschkenntnisse' echauffiert, sollte sich wenigstens auch keine Fehler erlauben... sonst macht er/sie sich lächerlich...

Wie halt Du in der #21: "Nachholebedarf"

Sonst lacht der 'Rest' über Dich... und das ist hier nicht nur 'die Neige' oder 'der Bodensatz', sondern in dem Fall 'alle, die Deutsch können'... und das dürfte die Mehrheit sein.

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16.06.2017 10:22 Mediator 25

Viele Kommentatoren hier sind erstaunlich resistent gegenüber Argumenten und der Mathematik.
Es ist schon fast peinlich wie diese Leute weinerlich darauf hinweisen, dass 2/3 der angegriffenen GOTTESHÄUSER Kirchen sind. Jeder Grundschüler konnte sich das anhand der Zahlen des MDR leicht selbst ausrechnen.
Weiter wird ignoriert, dass es in Mitteldeutschland kaum Moscheen und Synagogen gibt und dass diese nach den vorliegenden Zahlen damit prozentual deutlich häufiger Ziel von Angriffen sind als christliche Kirchen.
Wer Moscheen und Synagogen angreift ist kein Christ und er wird auch nicht vor Angriffen auf Kirchen zurückschrecken, wenn diese sich z.B. für Flüchtlinge einsetzen.
Wer Gotteshäuser angreift, beschädigt und beschmiert ist ein Krimineller, dem zusätzlich schon etliche moralische Sicherungen durchgeknallt sind. Wer sich mit solchen Leuten gemein macht, der ist im Geiste nicht viel besser.
Alles in allem ein weiterer Mosaikstein, wer eigentlich von wem bedroht wird!

15.06.2017 22:28 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 24

"Bei den meisten Attacken handelte es sich um politisch motivierte Sachbeschädigungen, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole sowie Volksverhetzungen."

Man kann ja beim 'Sprayen' von Parolen verschiedenste politische Richtungen einschlagen. Eines gemeinsam haben solche 'Aktionen': es ist zumeist Sachbeschädigung, weil der Eigentümer des 'Hintergrunds' dies zumeist nicht für gut befindet.

Wenn dann aber dabei noch verfassungsfeindliche bzw. volksverhetzende Parolen geschmiert werden, hat dieses Schmieren eben gleich noch eine zweite strafrechtliche Ebene.

Wenn die 'politischen Attacken' dann aber in Richtung Terroranschlag gehen, müssen diese "jugendlichen Flausen" eben auch als Terroranschlag angesehen werden.
Wer Menschenleben gefährdet, gehört weggeschlossen.

Ein Drittel aller Gotteshäuser zu Moscheen und Synagogen machen, dann haut das auch wieder mit dem 'Durchschnitt' hin!

15.06.2017 21:51 sir-charles 23

Wutbürger sind schon eine komische Ausprägung der Menschheit.

Hier echauffieren sie sich über Formulierungen wie „1/3 und der Rest“.
An Glaube mangelt es womöglich auch noch, was nicht weiter schlimm ist.
Sie sind nicht betroffen.
Aber einfach mal rumpöbeln.
Das gewisse Gotteshäuser deutlich seltener rumstehen, als andere, wird ausgeblendet.
Aber einfach mal rumpöbeln.
Das diese seltneren Gotteshäuser rechnerisch deutlich stärker von Attacken betroffen sein könnten, interessiert hier nicht.
Aber einfach mal rumpöbeln.
Die Zeit, die sie bei der MDR-Kommentarfunktion verbringen, können sie glücklicher Weise nicht für böseres nutzen.
Danke, für die MDR-Kommentarfunktion.

15.06.2017 20:23 Taurentzien BB 22

@ 21 - "Beobachter": Muss man so einen Beitrag wie Ihren noch ernst nehmen? Außer viel Aufregung und Unterstellungen haben Sie ja nichts inhaltliches damit beigetragen.

Ob Sie einschätzen, wer hier ein Lexikon zu Hause hat, interessiert niemanden. Vielleicht bleiben wir einfach mal bei der Sache:

Wenn man von einem Ganzen ein Drittel wegnimmt, dann bleiben als Rest zwei Drittel übrig.

Oder: Um nochmal das Beispiel aufzugreifen, über das Sie sich wohl ärgern:

Wenn man von einer Wurst eine Scheibe abschneidet, dann kann man den Rest in den Kühlschrank legen. Und dieser Rest ist meistens größer als die abgeschnittene Scheibe.

Ist ganz klares Deutsch und eigentlich ganz leicht zu verstehen. Das zitieren von "sinnverwandten" Wörtern nützt auch nichts. Weil das andere Worte sind, die dem Begriff nur ähneln. Wenn sie hier schon mit Sachen wie "Bodensatz" usw. kommen. Ins Wiktionary kann übrigens jeder alles reinschreiben. Sie, ich, jeder.

Einfach mal tief durchatmen.

15.06.2017 19:09 Beobachter an Petersheimer45 #12 21

Ihnen scheint der Unterschied zwischen Mathematik und Sprache nicht klar zu sein. Zur Kenntnis der deutschen Sprache gehört auch das Wissen darüber, mit welchen Formulierungen man welche Narrative erzeugt. Hier haben Sie noch erheblichen Nachholebedarf, was Sie aber offensichtlich nicht daran hindert, sich einzumischen. Da haben wir mal wieder ein typisches Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt. Danke daß Sie sich so bereitwillig als Anschauungsobjekt zur Verfügung stellen. Sinnverwandte Wörter zu "Rest" sind u.a.: Bodensatz, Neige, Rückstände, Überbleibsel. Der Begriff "nur" ist dazu synonym. Vielleicht fangen Sie einfach mal an, sich zu informieren? Ich empfehle für den Einstieg den Wiktionary-Artikel "Rest". Denn so wie ich Sie einschätze, werden Sie kaum über ein gutes Lexikon oder über den Großen Wahrig verfügen.

15.06.2017 18:55 Ristauche 20

Der Anteil von Juden und Moslems in Mitteldeutschland ist sehr gering und liegt im einstelligen Bereich. Wenn aber ein ganzes Drittel aller Anschläge auf Häuser dieser Religionen entfallen, dann ist das ganz schön viel.

Ein Drittel sind nach Adam Riese nämlich : 33 Prozent!

Mit anderen Worten: Einrichtungen von Juden und Moslems sind überproportional hoch von Angriffen betroffen. Im Verhältnis zu deren Bevölkerungsanteil.

Im Allgemeinen werden Gotteshäuser nicht nur aus religiösen Gründen überfallen. Egal, ob christlich, Islam oder sonstwas. Manche Täter haben mit Religion gar nichts am Hut. Atheisten pur. Da schwingen dann ganz andere Tatmotive mit.

15.06.2017 18:20 Agnostiker 19

"Bei den meisten Attacken" gegen die ein Drittel (!) der Gesamtstraftaten ausmachenden Gebetseinrichtungen der juedischen und mohammedanischen Zuwanderer wird es sich gewiss um "politisch motivierte" Angriffe handeln.

Keine Frage.

Bei den "restlichen" zwei Dritteln der Angriffe auf Kirchen darf aber auch durchaus von einer "religioesen" Motivation ausgegangen werden.
Das zu erwaehnen wurde im Artikel wohl "vergessen"?

ARD-Themenwoche