Polizei Sicherheitsmaßnahmen rund um das Stadion
Polizisten im Einsatz bei einem Fußballspiel (Archivbild) Bildrechte: Picture Point

Polizeireform Polizei in Sachsen im Dauereinsatz bei Fußballspielen

Die Belastung der Polizei in Sachsen bei Fußball-Einsätzen ist unverändert hoch. Die Linke kritisiert, das sei bei der anstehenden Polizeireform nicht ausreichend berücksichtigt worden. Das Innenministerium in Dresden weist den Vorwurf zurück und verweist auf geplante neue Stellen. Auch eine Einschränkung der Zuschauerzahlen sei denkbar.

Polizei Sicherheitsmaßnahmen rund um das Stadion
Polizisten im Einsatz bei einem Fußballspiel (Archivbild) Bildrechte: Picture Point

Die Polizei ist in Sachsen im vergangenen Jahr mehr als 171.000 Stunden mit rund 27.000 Kräften im Einsatz gewesen, um Fußballspiele abzusichern. Das geht aus einer kleinen Anfrage des Linken-Landtagsabgeordneten Enrico Stange hervor, die MDR AKTUELL vorliegt.

Jede dritte Einsatzstunde für Dynamo Dresden

Fast ein Drittel der Polizeieinsätze entfiel mit 64.846 Stunden auf die Absicherung der Spiele von Zweitligist Dynamo Dresden. In Leipzig leistete die Polizei 46.260 Einsatzstunden bei insgesamt fünf Teams (RB Leipzig, RB Leipzig II, Lok Leipzig, BSG Chemie Leipzig, FC Inter Leipzig).

Dahinter folgen die Spiele von Zweitligist Erzgebirge Aue mit 24.086 Stunden und den Drittligisten FSV Zwickau und Chemnitzer FC mit rund 15.000 bzw. 10.900 Stunden. Vor allem bei Dynamo Dresden sorgen gewaltbereite Fans immer wieder für Ärger. So wurden beim letzten Auswärtsspiel der Saison in Karlsruhe durch Dynamo-Anhänger 15 Polizeibeamte und 21 Ordner verletzt. Der DFB ermittelt.

Linke sieht Fußball bei Polizeireform nicht berücksichtigt

Der Linken-Abgeordnete Stange kritisierte, dass das Thema Fußball bei der geplanten Polizeireform - "Polizei Sachsen 2020" - nicht berücksichtigt worden sei. "Im Abschlussbericht der sogenannten Fachkommission zur Evaluation der Arbeit der sächsischen Polizei spielte das keine Rolle, ja es wurde nicht einmal erwähnt", sagte Stange. Eine finanzielle Beteiligung der Vereine an den Kosten für Polizeieinsätze lehnt der Linken-Politiker aber ab.

Innenministerium weist Kritik zurück

Das Sächsische Innenministerium wies die Vorwürfe zurück. Sprecher Andreas Kunze-Gubsch sagte MDR AKTUELL, die Polizeireform 2020 sei bekanntermaßen überholt. Es sei längst beschlossen und in der Umsetzung, 1.000 neue Stellen bei der Polizei zu schaffen. Das Ministerium habe großes Interesse daran, die Belastung durch Fußballspiele in Grenzen zu halten. Vorstellbar sei dabei auch, bei Hochrisikospielen die Eintrittskarten zu personalisieren oder die Zuschauerzahlen einzuschränken.

Über dieses Thema berichtet das Magazin "FAKT": 23.05.2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2017, 19:40 Uhr

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30 Kommentare

25.05.2017 19:03 Ekkehard Kohfeld 30

@ Radebeuler 29was mich mal interessieren würde, wieviele Festnahmen,Randale,Zerstörungen usw gibt es denn bei den Heimspielen der SGD ? Ich frage mich jedes mal, wenn ich an den gelangweilten Polizeibeamten vorbei laufe, ob ich denen nicht nen Kaffee und ein Stück Kuchen geben sollte, damit sie nicht umsonst ihren freien Tag in Uniform verbringen müssen.##Vielleicht hat ja die starke Präsens dafür gesorgt das nichts passiert ist,wäre es anders rum würden sie wahrscheinlich meckern warum so wenig Polizei da wahr.

25.05.2017 18:01 Radebeuler 29

was mich mal interessieren würde, wieviele Festnahmen,Randale,Zerstörungen usw gibt es denn bei den Heimspielen der SGD ? Ich frage mich jedes mal, wenn ich an den gelangweilten Polizeibeamten vorbei laufe, ob ich denen nicht nen Kaffee und ein Stück Kuchen geben sollte, damit sie nicht umsonst ihren freien Tag in Uniform verbringen müssen.
Ich persönlich habe noch nie irgend welche Situationen erlebt, in denen es so eine Präsenz an Polizisten benötigt hätte. Allerdings muss ich auch zugeben, in letzter Zeit kommt es mir vor , als wäre die Gesamtstärke etwas "herunter" gefahren worden.

25.05.2017 08:33 enigma 28

@22, laut Bildbeschreibung ist es aufgenommen beim Spiel des "österreichischen" Verein RB L. gegen den SC Freiburg.

25.05.2017 07:52 Ekkehard Kohfeld 27

Dynamo-Army 24 Am WE ist Kirchentag , Bitte die Polizeirausgabendieser In Rechnung stellen . Schwachsinn##Was hat die Kirche mit Hooligans zu tun da ging es zum Schutz
gegen Anschläge oder Verkehrsführung und nicht um Prü­ge­lei und Randale von Hooligans ihr Vergleich hinkt nicht nur der humpelt gewaltig.Und wenn der Polizeieinsatz der gesamten Gemeinschaft dient ist das etwas Anderes als wenn tausende Polizisten jedes Wochenende von nur einer Gruppe (Hooligans) gebunden werden.Ihr scheint zu glauben ihr seid der Nabel Deutschlands ja Irrglaube ist auch ein Glaube.

24.05.2017 20:01 Ekkehard Kohfeld 26

@ Gretchen 23 Die Kosten der Sicherheitskräfte sollten für Fußballspiele budgetiert werden.Wird der Betrag erreicht, findet kein Spiel mehr statt.#Der Ansatz ist schon mal gut aber ich finde bei Profifußball wo man aber Millionen für Spieler ausgeben kann sollten die Polizeieinsätze komplett gezahlt werden.Jedes Wochenende nur noch Randale das hat doch mit Sport nichts mehr zu tun.

24.05.2017 19:49 Frank 25

an Gretchen: Sehr naiv - dies ist doch ein gesamtgesellschaftliches Problem - es werden äußerst selten Gewalttäter vor Gericht gebracht und dann werden Gewalttäter fast immer mit einer moderaten Geldstrafen oder Bewehrungsstrafen verurteilt - dies hat kaum abschreckende Wirkung!

24.05.2017 19:06 Dynamo-Army 24

Am WE ist Kirchentag , Bitte die Polizeirausgabendieser In Rechnung stellen . Schwachsinn

24.05.2017 15:16 Gretchen 23

Die Kosten der Sicherheitskräfte sollten für Fußballspiele budgetiert werden.
Wird der Betrag erreicht, findet kein Spiel mehr statt.
Somit wären die Fußball-Kapitalgesellschaften gezwungen, sich endlich von ihren "echten" Fans zu trennen bzw. diese zu disziplinieren.
Fußball-Fans reden immer noch über Vereine und Clubs. In Wirklichkeit sind sie Anhänger von Kapitalgesellschaften. Daher sollten auch richten Namen in der Tabelle sichtbar sein, wie z. B.
FC Bayern München AG,
Borussia Dortmund AG usw.

24.05.2017 11:03 Nur ein Leser 22

Hat sich jemand beim MDR gefragt, bei welchem Spiel das Bild eigentlich aufgenommen worden sein soll. Kann mich an kein Dynamo-Spiel in Dresden erinnern, bei dem die Polizei so schwer bewaffnet auftrat.
Vielleicht kann sich der MDR dazu erklären. Es trägt ja nur zur weiteren Kriminalisierung des Fußballs bei.

24.05.2017 10:27 Mustermann 21

Beitrag zum Zweiten:

Dieses Problem ist aber auch oft hausgemacht. Wenn man sieht mit wie wenig Sachverstand - teilweise - bei Fussballspielen jeder gegnerische Fan seinen "persönlichen" Polizisten dabei hat... Aber es sind ja nur Steuergelder die dafür herhalten müssen. Ein privates Unternehmen könnte sich solche Fehleinschätzungen auf Dauer nicht leisten u. könnte gleich Insolvenz anmelden. Auch hier gilt einmal mehr beim Personal: Qualität geht vor Quantität!

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