Christian Worch
Christian Worch auf einer Demonstration in Bautzen. Am Wochenende ist er mit seiner Partei "Die Rechte" in Leipzig. Bildrechte: dpa

Rechten-Demonstration in Leipzig Noch kleiner als die NPD

Die Partei "Die Rechte" will in Leipzig demonstrieren. Rund ein Dutzend Gegendemonstrationen sind angemeldet. Die Polizei hat angekündigt, die Versammlungen mit einem Großaufgebot abzusichern. Damit haben die Anmelder der Demonstration wohl schon ein Ziel erreicht: zu provozieren und die Aufmerksamtkeit auf die Auseinandersetzung zwischen Linksextremen und der Polizei zu lenken. Doch wer steckt eigentlich hinter der Partei "Die Rechte" und wie aktiv ist sie in Sachsen?

von Ine Dippmann, MDR AKTUELL

Christian Worch
Christian Worch auf einer Demonstration in Bautzen. Am Wochenende ist er mit seiner Partei "Die Rechte" in Leipzig. Bildrechte: dpa

Er ist wieder da: Christian Worch, der inzwischen 61 Jahre alte Neonazi. Anfang der 2000er Jahre meldete er immer wieder Demonstrationen in Leipzig an. Viele Bürger wehrten sich mit "Bunt statt braun"-Kundgebungen, sodass den Neonazis die Lust am Demonstrieren verging.

Jetzt am Wochenende ist Worch mit der "Rechten" wieder in Leipzig. 2012 hatte er die Partei gegründet, in Konkurrenz zur NPD, allerdings mit mäßigem Erfolg. 650 Mitglieder hatte "Die Rechte" nach letzten Angaben des Verfassungsschutzes. Zwei Anläufe brauchte sie, um einen Landesverband in Sachsen aufzubauen. Der hat nach eigenen Angaben gerade einmal 37 Mitglieder.

Verfassungsschutz beobachtet "Die Rechte"

Vom sächsischen Verfassungsschutz werde die Partei trotzdem beobachtet, sagt dessen Präsident Gordian Meyer-Plath: "Die Partei ist noch zu schwach, um davon zu sprechen, dass sie irgendwo funktionierende Parteistrukturen hätte. Sie versucht sich auch als Sammelbecken sowohl für neonazistische Kleingruppen, für gewaltbereite Subkulturelle, auch für das Legida-Milieu und versucht, ein Player zu werden in Sachsen, aber auch darüber hinaus."

"Unsere Heimat, unsere Familien, unsere Zukunft" - programmatisch schöpft "Die Rechte" aus dem Repertoire der aufgelösten Deutschen Volksunion, DVU. Personell dominiert wird sie von ehemaligen NPD-Funktionären. So sorgte die einstige Bautzener NPD-Stadträtin Daniela Stamm mit ihrem Übertritt in "Die Rechte" für das erste und einzige Mandat der Partei im Freistaat.

Zentrale Figur: Alexander Kurth

Der Landesvorsitzende ist seit Dezember Uli Carsten Bayer, ein Elektrotechniker aus Bayern. Der Verfassungsschutz kennt ihn schon länger, sagt Präsident Meyer-Plath, will aber nicht mehr verraten: "Das ist eine Person mit rechtsextremistischem Vorlauf. Eine [andere] in Sachsen wichtige Person ist nach wie vor Herr Kurth, der zwar nicht mehr der Landesvorsitzende ist, aber nach wie vor für die Vernetzungsaktivitäten der Partei 'Die Rechte' zuständig ist. Er ist ja auch das Bindeglied zu 'Thügida', 'Wir lieben Sachsen' - einer asylfeindlichen, rechtsextremistischen Gruppierung, die auch überregional aktiv ist."

Alexander Kurth ist wohl das bekannteste Gesicht der Rechten in Sachsen. Auch er ist ein ehemaliger NPD-Kader. Kurth war an einem Überfall auf den Sänger der "Prinzen", Sebastian Krumbiegel, und den Schlagzeuger der Band, Ali Ziemer, beteiligt und musste deshalb eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen. Danach flog er auch aus der NPD.

Demo-Anmeldung für 300-400 Teilnehmer

In der Partei "Die Rechte" ist Kurth heute Vernetzungsbeauftragter. Und von dieser Vernetzung will die Rechte auch am Samstag in Leipzig profitieren. Auch der Bundesvorsitzender Christian Worch wird dabei sein. Er ist nur übers Handy zu erreichen und sagt: "Wir rechnen mit der Unterstützung von parteifreien Kräften."

Parteifreie Kräfte - wer das genau ist, will er nicht sagen. 300 bis 400 Teilnehmer sind angemeldet. Die Rechte könne mobilisieren, sagt Meyer-Plath, aber: "Im Vergleich dazu sind die Parteien 'Der III. Weg', aber auch die NPD, immer noch kampagnen- und schlagkräftiger als 'Die Rechte.'"

Wo die Partei Samstag tatsächlich demonstrieren wird, entscheidet sich erst im Laufe des Tages. Denn Parteichef Worch will gegen die von der Stadt beschlossenen Route weiter klagen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 17.03.2017 | 06:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2017, 05:00 Uhr

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29 Kommentare

19.03.2017 10:44 Wo geht es hin? 29

@VakuumTeamOst - Zitat von Ihnen: "Wollen Sie sich noch zu den 179 rechten Morden seit 1990 und den NSU Terroristen äußern?" Ich bin zwar nicht Ihr Adressat der Frage (sorry), aber ich mische mich ausnahmsweise doch mal ein. Zu den 179 rechten Morden gibt es wohl keine Zweifel. Meine Frage an Sie wäre, ob Sie auch für Ihre Behauptung hinsichtlich der sogenannten "NSU -Terroristen" Beweise haben? Wollen Sie sich dazu äussern?

19.03.2017 09:28 karstde 28

Auf dieser Seite Politik/Regional sind gegenwärtig 12 Artikel zu finden. Von diesen 12 Artikel befassen sich 7 mit Leipzig und Rechts. Mal ehrlich, gibt es keine anderen Themen? Es hängt einem in dieser Masse zum Hals raus.

18.03.2017 19:19 VakuumTeamOst 27

@Sandra Bertram, mir ist noch was eingefallen. Sie haben Worch unten ja als Nazihansel verharmlost. Dann sollte Ihnen aber bekannt sein, dass Worch 1977 mit der Hansabande aktiv war und den Holocaust geleugnet hat. Nur mal so als Hinweis.

18.03.2017 18:56 VakuumTeamOst 26

@24, Ähm welcher AfD Aufstieg? Habe ich was verpasst? Die steigen doch laut Unfragen eher ab! Also Sie mögen es nicht wenn die AfD mit Neonazis gleichgesetzt werden? Hm, nur seltsam das einige Mitglieder dieser Partei genau aus der rechtsradikalen Szene stammen. Solange die AfD einem Höcke, einer Storch und Co. Platz in dieser Partei bietet, muss man es als Abeghängter AfD Fan aushalten das es keinen Beifall vom Großteil der Bevölkerung kommt. Aber was soll ich sagen. Sie lenken von dem Artikel oben erst zur Antifa, dann zur AfD... egal wie Unzufrieden man ist. Rechte Politik ist keine Lösung. "Die Rechte", "NPD" oder andere Rattenfängern darf man keinen Platz lassen. Wollen Sie sich noch zu den 179 rechten Morden seit 1990 und den NSU Terroristen äußern?

18.03.2017 12:26 I. Maier 25

@ 24 Sandra Bertram: Lesen Sie bitte richtig. Ich zitiere mich selbst:

(1) Viele dieser versammeln sich unterdessen in der AfD (letztens hat im MDR sogar ein Vertreter der AfD dies zugegeben).

Ich schriebe, viele sind in der AfD.

(2) Die gewinnen schnell Oberhand und scharen eine Menge unbedarfter Leute hinter sich. Wenn man bedenkt, dass in Sachsen-Anhalt 25% AfD gewählt haben, um es der Frau Merkel zu zeigen.

Ich schrieb, 25% wählen dann AfD also auch Nazis. Ich habe nicht geschrieben, 25% der Wähler sind Nazis. Deshalb setze ich diese Wähler nicht geich mit Nazis.

Die AfD ist nicht mehr stark. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was Politiker verzapfen. Deshalb wähle ich doch nicht eine Partei, die Nazis aufnimmt. Unterdessen denken 90% der Deutschen Wähler so: Alles, nur nicht AfD. Ein Teil wird auch wieder Merkel wählen; ich werde das wieder nicht tun.

Wir haben ein Naziproblem. Die nehmen unsere Rechte war, als Rechte. Auch, wenn es wenig sind.

18.03.2017 11:09 Sandra Bertram 24

19 I. Maier: Sie setzen AfD und die 25% Wähler in Sa mit Nazis gleich- damit kann man Diskussion eigentlich beenden. Die Ursache für AfD-Aufstieg liegt wesentlich in Merkels Asylpolitik, die unserem Land schadet und bisher nicht korrigiert wurde. Die halbe Welt lacht darüber, dass in Deutschland jeder ohne Pass einreisen kann. Ich wurde kürzlich im ausdlan danach gefragt- danach gab es Kopfschütteln. Ich denke, verglichen mit anderen Ländern haben wir kein Naziproblem.

18.03.2017 09:06 I. Maier 23

20 (User ohne Name): Ungünstig, Diskussion ohne Ansprechpartner mit Nickname!

Ob 17 Recht hat, steht nicht auf der Tagesordnung. Ich habe in Post 12 bereits angegeben, die Nazis können in vielen wenig belebten Gegenden demonstrieren und friedliche Bürger und deren Kinder in Ruhe lassen. Das wollen die aber offensichtlich nicht. Ihnen und User "Torsten" ist das natürlich egal. Da können Sie sich über die Antifa in Wohngegenden aufregen. Ich rege mich aber über Nazis auf. Wie gesagt; in irgendeinem nicht genutzten Gewerbegebiet gibt es dann auch die Möglichkeit zu prüfen, ob die Antifa dann gegen die Rechten vorgeht. Auf alle Fälle haben die friedlichen Anwohner Ruhe. Das liegt aber nicht im Interesse von Neonazis und deren Anhängern im Forum. Menschen gehören schlechthin nicht zur Interessengruppe von Nazis; es sei, die gehören zu ihrer Minderheit. Diese Minderheit glaubt nun aber, Menschen zu belästigen sein angenehm. Sollen sich doch alle die kruden Parolen anhören; auch Kinder!

18.03.2017 08:58 Wo geht es hin? 22

@Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" - Zitat von Ihnen:"Linke' Politik hat meist zum Ziel, den Reichtum eines Landes gerechter in der Bevölkerung zu verteilen und dem Land so eine positive Entwicklung zu ermöglichen." Zitat Ende. Solche Ziele sind ja aller Ehren wert, aber können Sie mir auch nur ein einziges Beispiel nennen, wo dies auch erfolgreich nachhaltig umgesetzt wurde? Es ist wie bei allen anderen Parteien auch bei den Linken das Gleiche: mehr als Absichtserklärungen kommen da nicht und wenn man es doch mal an die großen Futtertröge geschafft hat, setzt die Demenz ein. Ich habe es vor langer Zeit schon mal geschrieben: wir brauchen ein ganz anderes Staatssystem, wo das Volk wirklich wieder das ist, was er eigentlich auch heute sein sollte - der SOUVERÄN! Das bedeutet, die ganzen Parteien (wenn man sich das mal rechnerisch vor Augen hält, wieviele Mitglieder die im Kontrast zum Rest haben und uns dennoch regieren) weg, dafür parteilose Menschen in die HAFTBARE VERANTWORTUNG!

17.03.2017 20:52 VakuumTeamOst 21

@18 Ja ne, is klar. Deswegen gibt es seit der Wiedervereinigung 1990 rund 179 Todesopfer durch rechte Gewalt. Die NSU haben Sie anscheinend wohl auch "vergessen" oder besser verharmlosen? Und was der oben genannte Artikel mit der Antifa zu tun hat, bleibt wohl ihr Geheimnis.

17.03.2017 19:36 @ I. Maier 16 20

Und Sie meinen, Ihren Kindern wird Besseres angetan, wenn durch Gegendemonstrationen Eskalationen provoziert werden?

Der Wahrheit kommt wohl #17 näher.

Wieso kann man für die von mir geäußerte Vorstellung nur "aus der Ecke der Anhänger dieser rechten Gruppen oder der Verbündeten bei Pegida und AfD kommen"?

Wer nicht denkt wie Sie, kann nur falsch liegen?