Teilnehmer der Veranstaltung «Rock für Deutschland» warten in Gera auf Einlass in einen abgesperrten Park.
Teilnehmer des Festivals "Rock für Deutschland" 2016, damals noch in Gera. Bildrechte: dpa

Thüringen Landkreis Hildburghausen will Neonazi-Konzerte verhindern

In keinem Bundesland werden so viele Rechtsrock-Konzerte veranstaltet, wie in Thüringen. Derzeit rückt das Städtchen Themar ins Blickfeld. Innerhalb von wenigen Wochen sollen im Juli hier drei Festivals mit Bands aus der rechtsextremen Szene stattfinden. Das könnte laut Verfassungsschutz bis zu 5.000 Neonazis aus ganz Europa anziehen.

Teilnehmer der Veranstaltung «Rock für Deutschland» warten in Gera auf Einlass in einen abgesperrten Park.
Teilnehmer des Festivals "Rock für Deutschland" 2016, damals noch in Gera. Bildrechte: dpa

In Themar in Südthüringen sollen im Juli mehrere große Rechtsrock-Festivals stattfinden. Nach Recherchen von MDR AKTUELL wurde im Kreis Hildburghausen nun auch das Neonazi-Event "Rock für Deutschland" angemeldet. Bisher fand dieses Konzert in Gera statt.

"Rock für Deutschland" wäre bereits das dritte große Rechts-Rock-Festival, das auf der Wiese in Themar stattfinden soll. Es wurde für den 1. Juli angemeldet. Für den 15.07. ist dann "Rock gegen Überfremdung" geplant und für das letzten Juli-Wochenende "Rock für Identität". 

Der Landkreis Hildburghausen kündigte an, die Neonazi-Konzerte verhindern zu wollen. Man werde nicht anerkennen, dass es sich dabei um legale politische Kundgebungen handele. Vize-Landrat Helge Hoffmann sagte MDR AKTUELL, man wolle dieses Event genauso wenig wie die anderen beiden. Nun müssten die Gerichte entscheiden. Der Thüringer Verfassungsschutz erwartet, dass allein "Rock gegen Überfremdung" bis zu 5.000 Neonazis aus ganz Europa anzieht.

Bis zu 7.000 Neonazis erwartet

Die Thüringer Linken-Politikerin König-Preuss erklärte zu den MDR-Recherchen, Themar werde damit im Sommer 2017 zum Rechtsrock-Austragungsort Nummer eins in Deutschland. Es sei insgesamt von 5.000 bis 7.000 Teilnehmern aus der Neonazi-Szene auszugehen, die auch ein erhebliches Gefährdungspotenzial mit sich brächten.

Wichtig sei es, die Stadt Themar nicht allein zu lassen. Die Linksfraktion erwartet ein angemessenes Sicherheitskonzept, das insbesondere den Schutz von Anwohnern, Geflüchteten, Journalisten und Zivilgesellschaft einschließe. König-Preuss ist Sprecherin für Antifaschismus der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag.

AfD-Mitglied vermietet Grundstück an Neonazis

König-Preuss verwies darauf, dass ein Thüringer AfD-Mitglied das Grundstück für die Neonazi-Konzerte zur Verfügung stellt. Das sei genauso bezeichnend wie die Äußerungen des sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Hütter, der die NS-Hassmusik in Themar als akzeptable "anderweitige Kultur" relativiere und darüber besorgt sei, dass bei einer Einstufung als Kommerzveranstaltung die Konzerte möglicherweise gefährdet wären. König-Preuss schrieb: "Wenn alle drei Konzerte über die Bühne gehen, verschwinden über 100.000 Euro in den mehr oder weniger verborgenen Kassen der Neonazis."

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.06.2017 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2017, 08:54 Uhr

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55 Kommentare

14.06.2017 23:21 Hans 55

Wo man singt da lass sich nieder, böse(!) Menschen kennen keine Lieder.

14.06.2017 22:52 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 54

@ 50. Abschluß:

Ihr könnt ja 'Festivals gegen Überfremdung' und 'Festivals für Identität' auf Privatgrundstücken aufführen. Sowas läßt sich schwer verhindern.

Wenn Ihr aber Eure Phantasien in die Realität umsetzen wollt, kommen die Jungs mit Helm und Schutzschild und stecken Euch in den Knast.

Und genau das ist der Unterschied zwischen 'Links' und 'Rechts': für unser Vorstellung von Gesellschaft müssen nicht erst Verbrechen begangen werden.

14.06.2017 22:48 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 53

@ 50. Walter:

Verschiedene Meinungen... Realtivierungen und 'Verhetzungen' werden von unterschiedlichen politischen Spektren ganz unterschiedlich aufgenommen.

Der eine meint, er argumentiere nur... der andere meint, er spreche nur die Wahrheit... wieder einer mache nur Musik, ohne zu diskriminieren...

Alles ganz pazifistische Künstler...

Wieso heißt eines der Nazi-Festivals "Rock gegen Überfremdung"???
Für eine 'Überfremdung' müßten wir Deutschen erstmal 80 Millionen Fremde aufnehmen.

14.06.2017 17:25 Ekkehard Kohfeld 52

@ Krause - 49 Rechte (solche wie Dich) muß man daran hindern, ihre Ausgrenzungsphantasien auszuleben!
Sonst sterben wieder Völker, wie sie heute nur verhetzt werden!##Ja warum versuchen sie immer ihre Fantasien andern Menschen unter zu jubeln das hilft ihnen nicht in der heutigen Zeit sind die Leute nicht mehr so dumm und fallen auf
Nazis rein die versuchen ihre wahren Beweggründe zu verschleiern sie wurden schon lange durchschaut können sie aber nicht akzeptieren so schwer von begriff?

14.06.2017 16:19 Micha 51

@46 Peter W Ja die bösen bösen rechten, ich kann es nicht mehr hören! Und genau deshalb werde ich bei zukünftigen Wahlen das Kreuz an der richtigen Stelle machen!

14.06.2017 11:58 Walter 50

49 Krause
Sie haben nicht einmal das mit den Schw... verstanden. Lassen Sie bitte bei persönlicher Ansprache du.

Ich habe nicht relativiert, sondern erklärt.

Da ich das Niveau Ihrer Kommentare mit persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen für unterirdisch halte, werde ich mich dazu nicht mehr äußern.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

14.06.2017 10:38 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 49

@ 45. Walter:
Ich würde mit solchen, die die Abgründe von Rechten relativieren, nicht mal Schweine hüten!!

Du kannst für Deine Relativierung eben von mir keine Respekt erwarten. Du willst mit solchen Relativierungen die FDGO untergraben, von daher sehe ich Dich als 'Gegner der Gesellschaft'.

Allein Dein Satz "2. Ich wollte zu Bedenken geben, dass links und rechts absolut gleich zu behandeln sind." zeigt, daß Du schon total unter Realitätsverlust leidest!!

Rechte haben seit 1990 über 180 Menschen umgebracht! Mörder (und deren 'Sympathisanten') behandelt man nicht wie Menschen, sondern wie Verbrecher!

Rechte (solche wie Dich) muß man daran hindern, ihre Ausgrenzungsphantasien auszuleben!
Sonst sterben wieder Völker, wie sie heute nur verhetzt werden!

14.06.2017 10:17 Peter 48

@47: Die unsägliche Verschmelzung von Nationalismus und Sozialismus im Namen einer Partei hat dem deutschen Volk über 6 Millionen Tote gebracht.
Das ist für mich antideutsch und deshalb gehört das neonazistische Gedankengut bekämpft.

14.06.2017 02:19 Agnostiker 47

Die antideutschen "Linken" wollen das Konzert "beobachten lassen".
Warum kommen echte Linke eigentlich nicht selber und rocken ein bisschen mit?

Ein bekannter deutscher Politiker sagte einmal, dass an dem Tage, an dem sich diese beiden Ideen (Nationalismus und Sozialismus) in eine einzige verschmelzen, sie unbesiegbar sind. /;=)

13.06.2017 00:07 Peter W. 46

@ Micha: "Es hätte sich sicher kein Schwein aufgeregt wenn der Vermieter kein AFD Mitglied wäre."
Das ist Unsinn. Es wäre genauso über die nun leider schon traditionelle Massenansammlung von Neonazis in Thüringen berichtet worden. Ihre in der Dauerschleife vorgetragene AfD-Opferrollenmentalität langweilt nur noch. Vielmehr ist die Tatsache, dass der Vermieter ausgerechnet bei der AfD politisch aktiv ist ein nur allzu gut passendes weiteres Puzzleteil in der Demaskierung des sich als ach so bürgerlich darstellenden Rechtsnationalismus mit offenem Rand zum Rechtsextremismus.