Polizei in Leipzig
In Leipzig ist ein Polizist für 291 Einwohner zuständig. In Dresden sind es 283. Allerdings gibt es in der Messestadt statistisch eine höhere Kriminalitätsrate pro Einwohner. Bildrechte: MDR/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sicherheitsdebatte in Leipzig Linke und Polizeigewerkschaft fordern mehr Polizisten

Nach der Vergewaltigung einer Joggerin in Leipzig unterstützen Linke und Polizeigewerkschaft die Forderung nach mehr Polizisten. Linken-Innenexperte Stange sagte MDR AKTUELL, Leipzig habe im Vergleich zu Dresden pro Kopf mehr Kriminalität. Es gebe eine höhere Belastung durch das Rockermilieu, durch Banden- und Einbruchskriminalität sowie gewaltbereite Linksextreme. Oberbürgermeister Jung hatte nach der Vergewaltigung der Joggerin die geringe Polizei-Präsenz in Leipzig beklagt.

Polizei in Leipzig
In Leipzig ist ein Polizist für 291 Einwohner zuständig. In Dresden sind es 283. Allerdings gibt es in der Messestadt statistisch eine höhere Kriminalitätsrate pro Einwohner. Bildrechte: MDR/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Leipzig arbeiten heute 250 Polizisten weniger als vor zehn Jahren. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat das kritisiert. Schließlich sei die Einwohnerzahl enorm gestiegen. Tatsächlich wurden bis 2013 Stellen abgebaut, seitdem aber wieder aufgebaut. Berücksichtigt man den veränderten Zuschnitt der Polizeidirektion arbeiten derzeit rund 70 Polizeibeamte weniger in dem Bereich als 2007.

Leipzig braucht mehr Polizisten

Im Schnitt ist ein Beamter für 291 Einwohner zuständig. In Dresden sind es 283. Der Unterschied scheint nicht gravierend zu sein.

In Leipzig gebe es aber mehr Kriminalität pro Kopf, wendet Enrico Stange ein, innenpolitischer Sprecher der Linkspartei: "Ich nenne die Eisenbahnstraße, das Rockermilieu, die Bandenkriminalität. Eine höhere Belastung durch Einbruch- und Wohnungseinbruchsdiebstahl. Dann hat Leipzig, so Ulbig und die CDU, ein viel stärkeres Problem mit gewaltbereiten Linksextremen. All das führt dazu, dass man eine höhere Anforderung an die Leipziger Polizei hat."

Im Einzugsgebiet der Polizeidirektion Leipzig  sind im vergangenen Jahr 36 Prozent aller in Sachsen begangenen Straftaten verübt worden. Die Polizeidirektion verfügt aber nur über 28 Prozent aller Polizeibeamten, sagt Cathleen Martin, Chefin der Deutschen Polizeigewerkschaft Sachsen: "Fazit ist, dass Leipzig durchaus einen Mehrbedarf an Beamten hat. Der Freistaat Sachsen kann es sich aber momentan nicht leisten, alle Beamten nur in Richtung Leipzig zu schicken. Auch andere Dienststellen haben Bedarf. Die Straftaten steigen eigentlich sachsenweit an."

Bereitschaftspolizei wird im Streifendienst eingesetzt

Blick vom Aussichtsturm im Leipziger Rosental auf die Leipziger Innenstadt
Im Rosental hat ein Mann eine Joggerin vergewaltigt. Die Polizei konnte den Täter bisher nicht fassen. Bildrechte: dpa

Tatsächlich bekommt die Polizeidirektion Leipzig seit Jahren die meisten Absolventen. Das ist aber offenbar nicht genug.

Von dem Vorschlag, den Stadtordnungsdienst Streife gehen zu lassen, hält Linken-Politiker Enrico Stange nichts: "In der Zwischenzeit sollten wir stärker darauf zurückgreifen, was ja schon gemacht wird, Bereitschaftspolizisten im Streifendienst einzusetzen."

Offenbar "Massives Sicherheitsproblem" in Leipzig

Auch Dirk Panter, der Fraktionsvorsitzende der SPD, will wieder Herr der Lage werden. Für die Regierungskoalition ist der Schlagabtausch zwischen dem SPD-Oberbürgermeister und CDU-Minister offenbar belastend. Panter sagt: "Dieses Rumgerechne ist völlig irrelevant. Wir haben ganz objektiv ein massives Sicherheitsproblem in Leipzig. Dafür müssen alle an einen Tisch."

Jung hat Innenminister nach Leipzig eingeladen

An einem Tisch haben Minister Ulbig und Oberbürgermeister Jung im vergangenen Jahr schon mehrfach gesessen, unter anderem nach den Ausschreitungen von Rechtsextremen in Connewitz. In dieser Woche erreichte dann noch ein Fax des Oberbürgermeisters das Ministerbüro, in dem er seinen Standpunkt deutlich macht. Der Minister könne sich die Lage in Leipzig auch gern noch einmal persönlich ansehen, heißt es am Ende sinngemäß. Ein gemeinsamer Termin vor der Bundestagswahl ist aber nicht zu erwarten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL: Radio | 08.09.2017 | 06:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 09:27 Uhr

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61 Kommentare

09.09.2017 16:39 Fragender Rentner 61

Wenn die Einen nicht die Probleme geschaffen hätten, dann gäbe es die Anderen möglicherweise nicht?

z.B. Waffenlieferungen u.ä., zu welchem Zweck?

Dann brauchten die Einen keine "Lösungen" zu beschließen, die die Anderen gefordert haben?

Lösungen können doch nur die beschließen die an der Macht sind, die Anderen können doch nur fordern oder etwa nicht?

09.09.2017 16:30 Fragender Rentner 60

Wie wäre es wenn man diese bösen Buben austrocknet?

09.09.2017 15:52 Atze 59

@Frank 43:
Fake. Lesen Sie nochmal nach!

09.09.2017 13:46 Altmeister 50 58

@ 46 sir-charles
Sie sollten Ihre Statistik mal mit einer anderen Statistik abgleichen. Gemäß einem Artikel des mdr vom 15. August 2016 ( zu finden unter dem Titel: "Warum immer mehr Ausländer in Sachsens Gefängnissen sitzen") wird zitiert:

"Es ist ein Trend, der sich auch in diesem Jahr fortsetzt. Zum Stichtag, am 10. August, waren in Sachsen knapp 3.500 Gefangene inhaftiert. Mehr als 800 von ihnen sind ausländische Gefangene, also knapp 24 Prozent aller Gefängnisinsassen. Der Anteil ausländischer Mitbürger an der sächsischen Bevölkerung liegt aber nur bei annähernd 4 % Prozent."
Das bedeutet übersetzt: Die Anzahl an gefängnisrelevanten Straftätern ist unter Ausländern 6 mal so hoch wie unter hiesigen Eingeborenen.
Im übrigen brauchen wir nicht nur mehr Polizisten sondern auch Staatsanwälte, Richter und Justizvollzug.
Die Forderung nach mehr Polizei ist so kurios, wie wenn man bei einem Rohrbruch nach mehr Eimerträgern ruft, statt den Haupthahn abzudrehen

09.09.2017 10:54 Tim 57

Mit jedem islam. Asylant sollten zwei neue Polizisten eingestellt werden. Hää, ohne Frage muss die Polizei aufgestockt werden. Was sich in Leipzig abspielt sind unsägliche Zustände. Fußgänger in Leipzig "einfach mal so" von einem "vermutlich arabischer Herkunft" Stammenden vor ein Auto gestoßen. - Wie krank will man denn die Zustände bitte noch haben! Wir werden von den Leuten vor ein Auto gestoßen, für die wir tagtäglich hart arbeiten müssen. Kaputter geht es einfach nicht.

09.09.2017 09:49 007 56

Ralf 53 ... Stimmt Kollege das ist der kausale Zusammenhang den unsere Politiker immer noch nicht verstehen. Je weltoffener eine Stadt um so mehr Polizei und Richter brauchts. Wir das Volk die ständig damit konfrontiert werden wissen das. Da können unsere Damen u Mädels selbst am helllichten Tag in Parks nicht mehr sicher Joggen ohne begrapscht oder überfallen zu werden. F. Weidel sagt dazu, es sind Quantitativ viel viel zu viele. Aber über die Qualität hat sie nichts gesagt, dass wäre wieder rassistisch. Wenn die Wahrheit in D. als rassistisch abgestempelt wird stimmt in unserer Gesellschaft nichts mehr. Aber der Hit ist, Merkel sagt offen ja zu den Familiennachtzug der 390 000 Syrier. Bei realistischen 3-4 Personen kommen nur von denen 1,2 -1,6 Mio. zu uns, aber erst nach der Wahl im Frühjahr versteht sich. Plus geschätzte 400 000 Asylanten sowieso + Illegale. Realistisch wären das nur in den nächsten beiden Jahren über 2,5 Mio. Wer wundert sich wenn da die Tomaten fliegen ...

09.09.2017 09:49 ralf meier 55

@Hippiehooligam Nr. 54: Also ich höre mir lieber das Geschwätz der 'bekannten Parteien an,' als die rassistische Hetze der linksextremistischen Bundessprecherin der Linksjugend Frau Sarah Rambatz. Die bat Anfang dieser Woche in der chatgruppe 'Deutsch mich nicht voll'
um Empfehlungen für antideutsche Filme. Am besten wären solche, wo Deutsche sterben. Der Fairness halber möchte ich erwähnen, daß dies selbst dem Hamburger Spitzenkandidat der Linken Herrn Fabio de Masi zu viel wurde. Er stellte dem Anlass entsprechend angemessen deutlich fest, daß er bei dieser Äußerung 'das kalte Kotzen' bekäme.
Diese Frau ist übrigends bei aller parteiinternen Kritik noch Parteimitglied und in verschiedenen Gremien tätig.
Da fehlt offensichtlich die klare Kante, die die AFD gegenüber Herrn Arppe zeigte.

Die Welt informierte über diesen Vorfall als eine der wenigen Qualitätsmedien unter Regionales/Hamburg im Artikel: 'Hamburger Linken-Kandidatin stolpert über antideutsches Posting' .

09.09.2017 07:32 Hippiehooligan 54

Traurigerweise bleibt Links in diesem Land die einzige Möglichkeit, wenn man nicht die Schwätzer der bekannten Parteien oder neonazistische Parteien wie AfD und NPD unterstützen will...

08.09.2017 01:34 Ralf 53

WIESO braucht Leipzig mehr Polizisten ???
In einer so GUTEN Stadt, die so WELTOFFEN, so TOLERANT, so MULTIKULTI, so KUNTERBUNT ist...., da müssten sich doch ALLE ganz toll LIEB haben und es dürfte NICHTS und NIEMAND in Gefahr sein???
Da braucht man nicht MEHR Polizei.

08.09.2017 01:03 Bernd Escher 52

OB Burkhard Jung sollte sich mal zu
Fuss auf den Weg durch "seine Stadt"
machen,schon am Tag kann jeder diese
Typen sehen/erkennen die auf dicke Hose
machen(unsere Muttersprache ist dort
nicht gewollt)ihr wisst schon wo,
abends/nachts ist die Innenstadt von
L.E.wie ausgestorben,für mich persönlich eine No-Go-Area.
Burkhard Jung als erster Bürger dieser
Stadt "bettelt" beim...
was für eine Armseligkeit.
mfg Bernd Escher