Ein Mann mit Mütze geht an einem Schild mit der Aufschrift -Video überwacht- vorbei.
Videoüberwachung ist umstritten. Kritiker befürchten den Verlust von Privatsphäre und beklagen eine pauschale Verdächtigung. Bildrechte: dpa

Mitteldeutschland Tausende Kameras überwachen öffentlichen Raum

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es mindestens 5.000 Überwachungskameras im öffentlichen Raum - vor allem auf Bahnhöfen und im Personenverkehr. Das ergab eine MDR-Umfrage bei Verkehrsunternehmen, Stadtverwaltungen und der Polizei. Straßen und Plätze werden nur sporadisch videoüberwacht.

Ein Mann mit Mütze geht an einem Schild mit der Aufschrift -Video überwacht- vorbei.
Videoüberwachung ist umstritten. Kritiker befürchten den Verlust von Privatsphäre und beklagen eine pauschale Verdächtigung. Bildrechte: dpa

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es mindestens 5.000 Videokameras an frei zugänglichen Plätzen wie Bahnhöfen und Flughäfen sowie in Fahrzeugen des Nahverkehrs. Das ergab eine MDR-Umfrage bei Verkehrsunternehmen, Stadtverwaltungen sowie der Polizei.

Die meisten Kameras - etwa 3.000 - entfallen der Umfrage zufolge auf die Verkehrsbetriebe. In den meisten Städten sind Straßenbahnen und Busse mit Videotechnik ausgestattet. Die Deutsche Bahn hat in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach eigenen Angaben rund 800 Kameras installiert – die Hälfte davon in großen Bahnhöfen, wie Leipzig, Dresden oder Erfurt.

Stark überwacht sind auch Autobahntunnel. Allein in Thüringer Tunneln hängen demnach 750 Videokameras. Auch auf Flughäfen sollen Kameras für Sicherheit sorgen. Am größten mitteldeutschen Flughafen Halle/Leipzig sind in öffentlichen Bereichen etwa 50 Kameras installiert.

Das tatsächliche Ausmaß der Videoüberwachung ist allerdings noch höher, da die Umfrage auf Behörden, öffentliche Einrichtungen und Kommunen begrenzt wurde. Darüber hinaus sind unter anderem in Sportstätten sowie im Einzelhandel Kameraüberwachungssysteme im Einsatz.

Plätze und Straßen kaum betroffen

Öffentliche Plätze werden nur sporadisch mit Videokameras überwacht, so etwa in Leipzig an vier Stellen. In Halle und Magdeburg werden jeweils drei öffentliche Plätze und Kreuzungen permanent gefilmt. In Dresden, Chemnitz und Erfurt gibt es keine derartige Kameraüberwachung.

In Sachsen-Anhalt werden auch in einigen kleineren Städten öffentliche Plätze gefilmt – zum Beispiel in Oschersleben, Irxleben, Eisleben, Merseburg oder auch in Burg. Eine zentrale Erfassung von im öffentlich zugänglichen Raum installierter Videotechnik gibt es nicht.

Merbitz für maßvolle Videoüberwachung an Brennpunkten

Der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz unterstützt die Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Er sagte dem MDR, Kameras an Brennpunkten der Kriminalität seien absolut notwendig. Zugleich stellte er klar: "Wir brauchen keine Videoüberwachung überall." Das sei auch eine Frage der personellen Kapazitäten zur Auswertung des Filmmaterials.

Aber bei der Kameraüberwachung etwa von Bahnhöfen dauen Merbitz die Diskussionen manchmal zu lange. Da sollte man schneller handeln.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.04.2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2017, 18:45 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

13 Kommentare

20.04.2017 14:08 emil 13

natürlich werden durch video-aufnahmen deliktbegeher gestellt werden. es wird sie aber nicht davon abhalten, verbrechen zu begehen.
es muss sich im gesellschaftlichen und sozialen, also von der exekutive her etwas tun. die exekutive wurde zugunsten der verwaltung vernachlässigt. das ist das problem.

20.04.2017 09:44 Bingo 12

Im freien Europa, mit offenen Grenzen und offener Gesellschaft an jeder Ecke eine Kamera ,"Ihr" habt es so gewollt. Das Verbrechertum, wird an solche Plätze ausweichen, wo es keine Kameras gibt.

19.04.2017 20:09 heribert54 11

Wenn die Kameras dann auch noch so "scharfe" Videos liefern, wie die in Banken und an Geldautomaten, kann man die auch einsparen.

19.04.2017 18:32 Agnostiker 10

"Nun sind sie halt da".
Was fuer "die Menschen, die gekommen sind um zu bleiben" gilt, muss nun auch fuer die Kameras (in Berlin schon mit Gesichtserkennung) und die automatisierte Verwanzung ("Schluesselbegriffe") unserer Telefone gelten.
Geht ja schliesslich alles nur um "unsere Sicherheit". XD

19.04.2017 17:47 Grestolf 9

Überwachungskameras im öffentlichen Raum können entscheidend helfen, Verbrechen aufzuklären.

Z.B. Schläger und Randalierer in der Bahn. Oft konnten Täter dank Videoaufzeichnung schnell identifiziert werden.

Und nein, es geht hier nicht pauschal um "Ausländer". Es gibt sehr viele Deutsche, die kriminell sind. Wenn z.B. Hooligans mal wieder einen Zug zertrümmern oder Menschen verprügeln, dann sind die Täter sicherlich in der Regel Deutsch.

Ich freue mich über jeden Kriminellen, der dank Videotechnik geschnappt werden kann.

19.04.2017 17:21 @Brennabor 8

Da können Sie eigentlich noch froh sein, das es 'nur' Kameras sind! Die nächste Erweiterungsstufe sind dann Mikrofone! :-)

19.04.2017 16:15 emil 7

personal wollen unsre politiker nicht einstellen. das kostet geld. also weichen sie auf elekronische überwachung aus. das sieht man an unsren grenzen, bei der polizei, bei der bahn und post usw. nur die verwaltung, die bläht sich weiter mächtig auf !!!
gell ihr politischen !!!

19.04.2017 15:59 karsuppke 6

Tausende Kameras überwachen öffentlichen Raum
- dann hat es ja Frau Merkel "geschafft", sie sagte vorher nur nicht so genau was sie damit meinte.

19.04.2017 15:55 Was läuft da falsch? 5

Man soll Straftaten nicht filmen und sich anschließend daran erfreuen, sondern man soll sie verhindern. Das können Kameras nicht, wohl aber Streifenpolizisten.

19.04.2017 14:57 Erni01 4

Angesichts der Verfahrensweise unserer europäischen Nachbarn und der Entwicklung des internationalen Terrorismus ist es wohl eher erforderlich die Videoüberwachung und auch die Gesichtserkennung auszuweiten.