Ermittlungen : Prügel-Vorwürfe gegen Polizisten noch nicht vom Tisch
Die Prügel-Vorwürfe gegen einen Polizisten aus Sachsen sind offenbar doch noch nicht ausgeräumt. Wie MDR 1 RADIO SACHSEN berichtet, hat der Anwalt des Opfers Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hamburg eingelegt, das Verfahren gegen den Beamten einzustellen. Es sei ein neuer Zeuge benannt worden. Dem Sender zufolge kann dieser die Polizeigewalt gegen eine Demonstrantin in Hamburg bezeugen. Sie hatte gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert.
Fünf Polizisten im Verdacht
Nach Ausschreitungen am Rande des Aufmarschs in Hamburg-Wandsbek im Juni 2012 war gegen fünf Polizisten aus Sachsen wegen Tatverdacht auf Körperverletzung im Amt ermittelt worden. Mitte Januar stellte die Hamburger Staatsanwaltschaft diese Ermittlungen ein, weil sich der Verdacht einer Sprecherin zufolge nicht erhärten ließ.
Den Polizisten war vorgeworfen worden, eine Demonstrantin schwer verletzt zu haben. Sie hatte nach eigenen Angaben auf Aufforderung der Polizisten eine Sitzblockade auf der Marschroute der Neonazis verlassen. Beim Weggehen sei sie plötzlich von einem Beamten geschlagen, mit Pfefferspray traktiert und anschließend an einen Beton-Poller geschubst worden.
Ursache für Sturz nicht zu ermitteln
Die 43-Jährige stürzte und erlitt einen Schädelbruch. Laut Staatsanwaltschaft konnte jedoch nicht ermittelt werden, ob das Opfer nicht von selbst über den Poller gestürzt war. Die Verfahren gegen vier weitere Polizisten aus Sachsen waren bereits im vergangenen Herbst eingestellt worden. Das Land Sachsen war bei der Demonstration am 2. Juni 2012 mit einer Hundertschaft an dem Einsatz beteiligt gewesen.
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