Beschäftigte des Bombardier-Werks in Görlitz protestieren mit Tranpsarneten und Plakaten gegen Stellenstreichungen.
Bildrechte: MDR/Christian Essler

Aktionstag in Görlitz und Bautzen 1.800 protestieren gegen Jobabbau bei Bombardier

Beschäftigte des Bombardier-Werks in Görlitz protestieren mit Tranpsarneten und Plakaten gegen Stellenstreichungen.
Bildrechte: MDR/Christian Essler

Die Mitarbeiter des Schienenfahrzeugbauers Bombardier in Sachsen haben am Donnerstag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätz demonstriert. Nach Angaben der Industriegewerkschaft Metall versammelten sich am Standort Bautzen 800 und vor dem Werk in Görlitz 1.000 Beschäftigte. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags gab es auch Proteste in Braunschweig, Frankfurt am Main, Mannheim, Siegen und Hennigsdorf.

Politik und Beschäftigte auf einer Linie

An der Aktion in Görlitz nahm auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig teil. Der SPD-Politiker erklärte, Bombardier müsse sich darauf gefasst machen, dass die Politik die sächsischen Standorte verteidigen werde. Der sächsische Bundestagsabgeordnete der Grünen, Stephan Kühn, warf Bombardier betriebswirtschaftliche Kurzsichtigkeit vor. Der Verkehrsexperte verwies auf die vollen Auftragsbücher an den sächsischen Standorten.

Sachsen hat mit der Schienenfahrzeugindustrie in Bautzen und Görlitz genau die Standorte, die vom Boom zukunftsfähiger Nahverkehrssysteme profitieren können. Immer mehr Städte und Ballungsräume setzen auf moderne Straßenbahn- und Stadtbahnsysteme.

Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion

IG Metall sagt Konzernspitze den Kampf an

Mitarbeiter des Zugherstellers Bombardier stehen während einer Kundgebung im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen den geplanten Stellenabbau vor dem Bombardier-Werk in Bautzen (Sachsen).
1.000 Bombardier-Werker protestierten in Görlitz gegen die Sparpläne des Konzerns. Bildrechte: dpa

Der kanadische Bombardier-Konzern will bundesweit 1.430 der 10.500 Arbeitsplätze streichen. Die Hauptlast sollen die ostdeutschen Standorte Görlitz, Bautzen und Hennigsdorf tragen. Die Pläne sehen vor, dass in Görlitz 700 der 2.500 Stellen wegfallen, in Bautzen 230 von 1.000 Jobs. Das will die IG Metall unter allen Umständen verhindern.

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bautzen/Ostsachsen betonte: "Wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze." Er kündigte ein Gegenkonzept zum "nicht nachvollziehbaren Zick-Zack-Kurs" der Konzernleitung an, der "ideen- und innovationslos" sei. Sollte Bombardier Verhandlungen verweigern, will die IG Metall mit Streiks Druck ausüben.

Wo liegt das Problem?

Während das Unternehmen den Stellenabbau mit der nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit begründet, wirft die Gewerkschaft der Konzernleitung Missmanagement vor, dass nun kaschiert werden solle. Hintergrund sind die Probleme in der Flugzeugsparte von Bombardier. Der Konzern will mit einer neuen Maschine Airbus und Boeing Konkurrenz machen Die Entwicklung ist aber in Zeitverzug und deutlich teurer als geplant.

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2016, 20:43 Uhr

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19 Kommentare

19.03.2016 11:48 Helga - die Katze! 19

Chris und Lemon: kann Ihnen nur zustimmen. Ich bin oft in Görlitz unterwegs und habe weder bisher gesehen noch gehört,dass hier Ausländer angegriffen worden sind. Auch nicht,wenn junge südländische Männer laut redend durch die Straßen ziehen. Die Leute achten gar nicht darauf sondern gehen friedlich weiter. Aber das war ja schon immer so,Sachsen ist braun und vorher waren alle Arbeitslosen faul und ungebildet. Es ist ja leichter auf so einen Zug auf zu springen anstatt sich vor Ort selbst eine eigene Meinung zu bilden. Den Beschäftigten wünsche ich das Bestmögliche.

18.03.2016 22:41 Lemon 18

Da kann ich "Chris" nur zustimmen. Wenn man durch Bautzen geht sieht man eine bunte Mischung aller möglichen Nationen. Und kaum zu glauben - alles ist friedlich und ruhig. Unser Kindergarten macht regelmäßig Spieletage in einer von unserer Asylbewerberunterkünften. Hier wird schon den Kleinen gezeigt das "Fremde" unser Dasein bereichern können. Und zum Vorurteil des braunen Sachsensumpfes kann ich echt nur sagen: Kommt mal her und schaut euch Bautzen an! Ihr müsst schon viel Zeit und Geduld haben wenn ihr einen Glatzkopf finden möchtet. Oder ihr nutzt die Zeit und schaut euch einfach mal die Stadt und die Menschen an und bildet euch eine eigene Meinung und glaubt nicht nur eurem Fernseher.

18.03.2016 19:00 Chris 17

@ M.A. Beamtin, Max S. und alle anderen, die Sachsen als braunen Sumpf ansehen. Ich lade Sie ein, einmal nach Görlitz, Bautzen, Clausnitz oder sonstwohin in Sachsen zu reisen. Machen Sie sich doch einfach mal selbst ein Bild von uns 'kahlrasierten, ungebildeten und besoffenen Sachsen'. Zu behaupten hier wären alle braun ist in etwa so, als würde ich behaupten alle deutschen ernähren sich ausschließlich von Bratwurst, Sauerkraut und Bier.

18.03.2016 15:53 M.A. Beamtin 16

Zu Rene und alle anderen aus Sachsen: Man kann auch alles falsch verstehen,sicher sind nicht alle Sachsen braune Brandstifter,ich brauche mit Sicherheit keine Belehrungen,egal von wem.! Bin schon in Pension,habe nichts mehr zu befürchten. Ich weiß,daß auch ein Managementfehler dabei ist, aber der Standort in Ostsachsen hat einen schlechten Ruf,da führt kein Weg vorbei...Nur die Nachrichten belegen immer wieder das Bild.. Ich habe einmal Sachsen besucht,zu einer Zeit,als es noch friedlich zuging...

18.03.2016 14:27 mattotaupa 15

@#13: "Es sind aber nicht alle Sachsen braun." mag sein (bin ja selber sachse, glücklicherweise im exil) aber bilder aus sachsen vermitteln dieses bild und bestätigen aber auch, daß diese außenwirkung dem angeblich nicht brauen rest völlig am allerwertesten vorbeigeht. "Die eine hat mit der anderen nichts zu tun." die braune außenwirkung, welche als angebliche minderheitenmeinung dennoch stillschweigend hingenommen/akzeptiert wird, hat rein gar nichts damit zu tun, daß 1.800 von 3.500 standortbeschäftigten gegen jobverlust demonstrieren? falsch! die dünne beteiligung zeigt, daß es den in sachsen zurückgebliebenen an interesse für das schicksal anderer (entlassungsbedrohter kollegen / asylsuchender) fehlt. irgendwas ist in der emotionalen entwicklung falsch gelaufen.

18.03.2016 14:10 Nachdenkliche 14

Es kann doch nicht sein, dass einige hier egal zu welchen Thema wieder ihr braunes Steckenpferd reiten. Eine Entlassungswelle in dieser Größenordnung ist für die eh schon gebeutelte Stadt Görlitz und das Umland ein Super-Gau. Seit der Wende sind hier zehntausende Arbeitsplätze weggefallen, ohne das nur ansatzweise in nennenswerter Größenordnung Arbeitsplätze neu geschaffen wurden. Und die die kamen, hatten Löhne weit unter dem heutigen Mindestlohn. Wer keine Ahnung zu dem ganzen Drumherum hat, sollte hier besser mal die Kl..... halten.

18.03.2016 13:01 Rene 13

@Beamtin, es ist doch schön für Sie wenn Sie aus einem anderen Bundesland kommen und schlimme Bilder durch die Medien erfahren mussten. Es sind aber nicht alle Sachsen braun. Das ist nur eine Minderheit! Sie verdrehen und vermischen Tatsachen. Die eine hat mit der anderen nichts zu tun. @ Max S., Ich hoffe Sie kommen auch irgendwann in solch eine Lage, dann viel Spaß dabei. @alle die denken hier den braunen Mob als Grund für die Kündigungen einbringen zu müssen, wenn man den Mund nicht halten kann, einfach mal die grauen Zellen anstrengen. Hier geht es um hunderte Existenzen und deren Familien. Ja, auch um meine! Den Festangestellten und uns Leasingkräften viel Kraft

17.03.2016 23:19 V2Knut 12

@2.: Ideologisch sauber argumentiert: Eine glatte 1! In der Realität gehe ich aber eher von den Aspekten aus, die der User @3. [Volkmar] angedeutet hat. Unternehmen leisten sich eher keine Träumereien, sondern sind eher knallhart auf Zahlen fixiert - aber was soll man das einer "Beamtin" erklären...

17.03.2016 22:48 Frank 11

Also die Vermischung von rechtsradikalen Leuten und dem Arbeitskampf der Bombardier Mitarbeiter ist seltsam. Was hat der ausländerfeindliche Mob mit den falschen Managmententscheidungen der letzten Jahre zu tun? Wer so einen Mist schreibt hat keine Ahnung wo das Problem liegt. Sicher ist es einfach den Osten, speziell Sachsen zum braunen Sumpf zu machen doch ist ist falsch. Hier hat die Konzernführung schwere Fehler gemacht und der "kleine Mann" muss wieder leiden. PS: ich bin Bombardier Mitarbeiter....

17.03.2016 20:53 M.A. Beamtin 10

Zu 7:Danke Ihnen. Ich komme aus einem anderem Bundesland,habe nur die Bilder in den News gesehen,die waren so brutal von fremdenfeindlicher Hetze.Bei uns im Westen ist es Normalität mit Fremden zu leben,privat und beruflich.Meine Tochter spricht viele Fremdsprachen und war beruflich in Shanghai,Japan,Amerika,Dublin usw.. Tut mir leid für euch,..