Landgericht Gera : Prozessauftakt gegen mutmaßliche Khat-Dealer
Vor dem Landgericht Gera hat am Donnerstag der Prozess gegen fünf mutmaßliche Rauschgifthändler begonnen. Den Männern im Alter zwischen 23 und 47 Jahren wird vorgeworfen, rund 2,8 Tonnen der verbotenen Kaudroge Khat in die Bundesrepublik geschmuggelt und weiterverkauft zu haben. Die Angeklagten schwiegen bisher.
Laut Staatsanwaltschaft wurden die leicht verderblichen Drogen aus Ostafrika über die Niederlande nach Deutschland gebracht und dann teils per Post weiterverschickt, zum Beispiel auch nach Nordamerika. Dabei haben die Beschuldigten demnach auch noch das Porto gespart, weil sie Kundendaten von Firmen ausgespäht und diese als Absender angegeben haben. Aufgeflogen war der Rauschgifthandel durch die Anzeige eines privaten Paketdienstes in Erfurt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten Teil eines professionell organisierten Netzwerkes sind. Das Landeskriminalamt spricht von einem "Ausnahmefund in Thüringen". Auch deutschlandweit ist den Experten kein Fall von Drogenhandel dieser Größenordnung bekannt. Ein Urteil wird frühestens im Dezember erwartet. Die Angeklagten befinden sich momentan in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen.
Khat
Khat ist eine Kaudroge aus Westafrika und dem Jemen. Kaut man die Blätter des Khat-Strauches, erzeugen sie einen leichten Rausch. Die Wirkung lässt nach, je älter die Triebe sind. Die Blätter enthalten Cathin, das mit dem Amphetamin eng verwandt ist. Bei dem Genuss der Droge kann es zu Schlaflosigkeit, Nervosität und Herzrasen kommen.


