Lieberknecht in Russland : Thüringen kann auf Exponate aus Moskau hoffen
Thüringen kann auf Exponate aus dem Moskauer Puschkin-Museum hoffen. Bei einem Besuch von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in der russischen Hauptstadt beantwortete Museumschefin Irina Antonowa eine entsprechende Frage auf deutsch: "Ich glaube, das ist möglich." Konkrete Zusagen machte die 90-jährige Grand Dame des weltberühmten Kunsthauses nicht.
Thüringen plant Zusammenarbeit beim Kunstmuseum Gotha ...
Thüringen ist unter anderem an Moskauer Museumsschätzen für das Herzogliche Kunstmuseum Gotha interessiert, das noch bis 2013 saniert wird. Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch war eigens der Delegation nach Moskau nachgereist, um die Sache zu unterstützen. Roland Krischke, Kommunikationsdirektor der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha, zu der auch das Herzogliche Museum gehört, ist ebenfalls zuversichtlich, dass es zu einer Ausstellung von Exponaten aus Moskau kommt. Zwar habe Antonowa bei seiner vorsichtigen Frage nach Impressionisten deutlich abgewunken, doch dem Projekt als solchem stehe sie aufgeschlossen gegenüber. Das sei für die Stiftung, die seit fast einem Jahr Kontakt zum Puschkin-Direktorium hält, bereits ein erster Etappensieg.
.. . und der Jubiläumsausstellung zum Bauhaus
Noch stärker ist das Intersse an Exponaten für die Bauhaus-Jubiläumsausstellung im Jahr 2019. Das Moskauer Museum hatte bereits ein Projekt zu deutschen und russischen Bauhauskünstlern für das laufende Deutschlandjahr in Russland vorbereitet. Es wurde jedoch - offenbar aus finanziellen Gründen - nicht angenommen. Lieberknecht erklärte, die Arbeit solle nicht umsonst gewesen sein. Sie sei sicher, "dass wir das zu einem gemeinsamen Projekt entwickeln können".
Puschkin-Museum beherbergt sogenannte Beutekunst
Das Puschkin-Museum zählt zu den bedeutendsten Kunstsammlungen Russlands. In seiner heutigen Form besteht es seit 100 Jahren, die Anfänge reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Das Museum beherbergt auch viele zur sogenannten Beutekunst zählende Kunstschätze, die nach 1945 aus Deutschland in die Sowjetunion kamen. Die heutige Museumschefin war seit 1945 als Museumsmitarbeiterin am Auspacken und der Registrierung etwa des Priamos-Schatzes oder der Sammlung der Dresdener Gemäldegalerie Alter Meister beteiligt. In den 90er-Jahren lehnte sie eine Rückführung von Museumsstücken nach Deutschland rigoros ab. In den letzten Jahren holte sie viele Exponate aus den Archiven und machte sie zumindest der Öffentlichkeit zugänglich.



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