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Bieterwettstreit um Q-Cells : Sachsen-Anhalt will langfristige Lösung für Q-Cells

Auf einmal hat Q-Cells zwei ernsthafte Interessenten. Seit Sonntagabend steht fest, dass der südkoreanische Globalplayer Hanwha Q-Cells samt Standort und Schulden für insgesamt 250 Millionen Euro übernehmen will. Am Montagvormittag kam ein zweites Gebot dazu: Das Solarunternehmen Isofotón mit Sitz in Madrid hat sein Versprechen wahr gemacht. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet am Mittwoch die Gläubigerversammlung.

Das Land Sachsen-Anhalt strebt beim Verkauf des insolventen Solarunternehmens Q-Cells eine langfristige Lösung an. Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff sagte am Montag bei MDR INFO in Halle, dass es für das Land wichtig sei, dass der Technologiestandort ausgebaut werde. "Wir wollen hochqualifizierte Mitarbeiter im Land behalten und wir wollen ein Konzept sehen, das nicht nach Übergang aussieht", sagte Wolff weiter.

Wolff: Von Anfang an mehrere Interessenten

Die Wirtschaftsministerin wollte sich nicht festlegen, ob die Landesregierung in der Gläubigerversammlung das südkoreanische oder das spanische Kaufangebot favorisiert: "Die Angebote haben sicher beide Stärken und Schwächen. Die letzte Abwägung muss man aber dem Insolvenzverwalter und der Gläubigerversammlung überlassen." Prinzipiell aber gelte, dass "Wettbewerb das Geschäft belebe".

Wolff verwies zugleich darauf, dass es von Anfang an mehrere Interessenten für Q-Cells gegeben hat. Die spanische Firma Isofotón habe auch dazu gehört. Wolff geht nicht davon aus, dass Q-Cells ausgeschlachtet werden könnte. "Man muss da genau hinschauen. Es gibt aus Sicht beider Kaufinteressenten gute Gründe, sich langfristig im Solar Valley von Sachsen-Anhalt zu engagieren. Wie plausibel die Motive und Konzepte sind, das muss der Insolvenzverwalter prüfen."

Isofotón: Doch Kürzungen der Stellen

Seit Montagmittag wollen zwei Bieter den ehemaligen branchenprimus Q-Cells übernehmen. Nachdem Insolvenzverwalter Henning Schorisch am Wochenende mit der südkoreanischen Hanwha schon handelseinig geworden war, brachte sich am Montag auch noch die spanische Isofotón als Käufer ins Spiel. Wer den Zuschlag letztlich erhält, entscheidet die Gläubigerversammlung am Mittwoch.

Wie am Wochenende angekündigt hat der Präsident von Isofotón, Angel Luis Serrano, sein Angebot am Montag bei einem Treffen in Frankfurt abgegeben. Das gab ein Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Madrid bekannt. Zur Höhe des Kaufpreises machte er keine Angaben. Isofotón wolle eine europäische Solar-Gruppe schmieden. Die Standorte im ostdeutschen Bitterfeld und in Malaysia sollen erhalten bleiben. Allerdings sei der Abbau von zehn Prozent der Stellen geplant, teilte Isofotón mit. Der Sprecher hatte zunächst angekündigt, alle Q-Cells-Arbeitsplätze blieben erhalten. Ein namentlich nicht genannter US-Fonds sei zur Finanzierung der Übernahme mit im Boot, hieß es weiter.

Serrano erklärte, Isofotón sehe es als besondere Stärke an, nach der Übernahme sowohl in Spanien und den USA als auch in Deutschland und Malaysia produzieren zu können. Damit sei man in der Lage, nah am Endkunden zu produzieren.

Hanwha: Standort erhalten und Stellen kürzen

Hanwha hatte bereits am Sonntag den Vertrag zum Kauf von Q-Cells unterzeichnet. Der Konzern will nahezu den gesamten Geschäftsbetrieb von Q-Cells übernehmen. Der Großkonzern will am Standort Bitterfeld-Wolfen die Forschungsarbeit und zwei Drittel der Stellen erhalten. Laut Vertrag würde Hanwha auch die Q-Cells-Tochter in Malaysia übernehmen.

Hanwha will für die Übernahme von Q-Cells umgerechnet 250 Millionen Euro zahlen. Die Übernahmekosten setzen sich dabei aus dem Bar-Kaufpreis von 38 Millionen Euro und übernommenen Schulden in Höhe von 200 Millionen Euro zusammen. Bis zum endgültigen Abschluss des Geschäfts könne sich der Transaktionspreis allerdings noch ändern. "Die Entscheidung, dieses Angebot anzunehmen oder andere Optionen weiter zu prüfen, liegt nun bei den Gläubigern", erklärte Schorisch.

Entscheidung liegt bei Gläubigerversammlung

Die Entscheidung der Gläubigerversammlung wird für Mittwoch erwartet. Eine gewichtige Stimme in der Gläubigerversammlung hat das Land Sachsen-Anhalt. Laut Regierungssprecher Franz Kadell kann und will das Land Sachsen-Anhalt wegen seiner Forderungen gegen Q-Cells bei der Auswahl der Investoren mitreden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte bereits am Sonntag angekündigt, dass im Laufe der kommenden Woche entscheidende Weichen zum Verkauf von Q-Cells an Hanwha gestellt würden. Er rechne mit Hanwha.

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2012, 13:03 Uhr

1. Ein Wolfner:
Klingt alles viel zu schön, wers glaubt. Hier gehts doch nur um Märkte,Rechte und Namen von QCell. 3...2...1... meins schlimmer kanns nicht kommen. Hoffentlich muß nicht wieder der " Kleine Mann " darunter leiden.
27.08.2012
19:12 Uhr

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