Auwaldzecke
Die Auwaldzecke kann Krankheitserreger übertragen. Wer in betroffenen Gebieten lebt, sollte sich impfen lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verbreitung in Mitteldeutschland Gefährliche Auwaldzecke

Kleines Tier, große Wirkung. Der gemeine Holzbock, auch Zecke genannt, kann gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. Nun macht sich auch noch ein Artgenosse in Mitteldeutschland breit: die Auwaldzecke. Inwiefern sind wir hierzulande gefährdet und wie kann man sich schützen?

von Uwe Jahn, MDR AKTUELL

Auwaldzecke
Die Auwaldzecke kann Krankheitserreger übertragen. Wer in betroffenen Gebieten lebt, sollte sich impfen lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Auwaldzecke ist auf dem Rücken marmoriert und stammt aus Österreich und Norditalien. Sie hat eine lange Saison von Februar bis November und breitet sich immer weiter nach Norden aus. Auch in Mitteldeutschland kommt sie inzwischen häufiger vor – vor allem in Sachsen-Anhalt.

Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut in Berlin sagt, die Auwaldzecke sei deutlich größer als der Holzbock. "Im Gegensatz zum Holzbock, der üblicherweise an Gräserspitzen oder Zweigen abgestreift wird, krabbelt die Auwaldzecke aktiv auf den Wirt, den Menschen, zu", so Glasmacher. Die Wunden seien auch geringfügig größer: "Es ist insgesamt ein unangenehmerer Zeitgenosse."

Impfen ist sinnvoll

Allerdings sieht es nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis jetzt nicht danach aus, als würde die Auwaldzecke maßgeblich zur größeren Verbreitung von Krankheiten beitragen, da sie noch recht selten ist. Die Frühsommer-Hirnhautentzündung, im Fachjargon FSME, wird allerdings sowohl von der Auwaldzecke, als auch vom gemeinen Holzbock übertragen.

Allein 2016 gab es in Sachsen zehn FSME-Fälle, doppelt so viele wie im Vorjahr. Glasmacher rät deshalb, sich gegen FSME impfen zu lassen: "Das ist auch bitter nötig, weil sich der Erreger bei der Zecke bereits in den Mundwerkzeugen befindet, so dass er beim Stich direkt übertragen wird."

Langzeitschäden möglich

Und das kann zu Langzeitschäden führen. In Einzelfällen leiden Betroffene jahrelang unter schweren geistigen und körperlichen Behinderungen. Auch deshalb spricht die zentrale Impfkommission des Robert Koch-Institutes eine Impfempfehlung aus. Sie gilt insbesondere für alle, die in den Risikogebieten im Süden Thüringens und in Südwestsachsen leben oder dorthin reisen.

Diese Impfung wird von der Krankenkasse bezahlt. Der Arzt verabreicht sie mit drei Spritzen. Das dauert dann ein paar Wochen und sollte deshalb rechtzeitig in Angriff genommen werden. Etwas anders ist es bei der Borreliose. Auch sie ist eine schwere Infektionskrankheit. Allerdings geht die Übertragung etwas anders vonstatten, so Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut.

Bei Borreliose verläuft Infektion anders

Glasmacher sagt: "Die Borreliosebakterien befinden sich im Darm der Zecke. Es dauert viele Stunden, bis sie dann in die Mundwerkzeuge gelangen und dann in den Menschen – sieben, acht, neun Stunden üblicherweise", so die Expertin.

Zwar habe man gegen die Borreliose keine Schutzimpfung, doch wenn man die Zecke  schnell herausziehe, nachdem man sie gefunden habe, dann sei das Risiko einer Borreliose-Infektion sehr gering.

Beobachtet man das Symptom einer kreisrunden Rötung an der Einstichstelle, dann schleunigst zum Arzt. Mit einem Antibiotikum lässt sich die Krankheit wirksam behandeln. Während es also bei Borreliose vor allem auf Schnelligkeit ankommt, kann man sich gegen die Hirnhautentzündung FSME langfristig und vorbeugend durch die Impfung schützen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 18.05.2017 | ab 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2017, 14:29 Uhr

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1 Kommentar

18.05.2017 16:06 wirtz 1

Habe mich Infiziert 2008 sofort zum Arzt Blutp.+Antibiotika für 14 Tage 2te Blut entnahme lt. Arzt alles OK das war 2008. Heute Diagnose bekommen hochgradig Borrelien am Die. in die Klinik
Würde jedem Infizierten auch 1-3 J später Bluttest wiederholen