Lebensversicherung, Kugelschreiber, Geldscheine
In vielen Fällen lohnt sich eine Rückabwicklung der Lebensversicheurng finanziell. Bildrechte: IMAGO

Widerspruchsrecht bei fehlerhaften Policen Rückabwicklung von Lebensversicherungen kann sich lohnen

Eine Rückabwicklung von Lebensversicherungen kann sich nach Angaben von Verbraucherschützern mehr lohnen als eine Kündigung. Das ist laut Stiftung Warentest dann der Fall, wenn eine Police etwa fehlerhafte Widerrufsbelehrungen enthält. Selbst lange nach Vertragsende könne das Geld zurückgefordert werden.

Lebensversicherung, Kugelschreiber, Geldscheine
In vielen Fällen lohnt sich eine Rückabwicklung der Lebensversicheurng finanziell. Bildrechte: IMAGO

Für Millionen Versicherungskunden kann sich nach Angaben von Stiftung Warentest eine Rückabwicklung von Lebens- oder Rentenversicherungen lohnen. Das Magazin "Finanztest" berichtet, wenn ihre Verträge fehlerhafte oder unvollständige Widerspruchsbelehrungen enthielten, seien selbst lange nach Vertragsende oft noch tausende Euro Nachschlag möglich.

Millionen von Verträgen rückabwickelbar

Eine Brille auf einem Antrag zur Riesterrente
Auch eine Riesterrente kann unter bestimmten Voraussetzungen rückabgewickelt werden. Bildrechte: IMAGO

Die Verbraucherzentrale Hamburg schätzt, dass bis zu 24 Millionen Versicherungen rückabgewickelt werden könnten. Dabei gehe es um Lebens- und Rentenversicherungsverträge, darunter auch viele Riester- und Rürup-Rentenversicherungen, die zwischen Ende Juli 1994 und Ende 2007 abgeschlossen wurden.

Diesen Verträgen können Versicherte laut "Finanztest" nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs auch heute noch widersprechen, sollten sie eine fehlerhafte Widerspruchsbelehrung enthalten.

Rückabwickeln rentabler als Kündigung

Eine Rückabwicklung bringt nach Angaben der Verbraucherrechtsexperten meist mehr Geld als eine Kündigung, weil die Versicherer dann alle Prämien einschließlich der hohen Abschluss- und Verwaltungskosten komplett erstatten müssen. Das gelte auch für die Zinsen, die der Versicherungskonzern mit den eingezahlten Beiträgen erwirtschaftet hat. Abziehen dürften die Versicherer nur die Beiträge für den Versicherungsschutz, wie Risikobeiträge für den Todesfallschutz.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 17.07.2017 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2017, 15:20 Uhr

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1 Kommentar

17.07.2017 17:31 ha, ha, ha ... 1

"...Verträge fehlerhafte oder unvollständige Widerspruchsbelehrungen enthielten ..." Und wer schätzt das einfach so "nachhaltig" und positiv ein? Beispiel, das durch die TV-Medien ging. Die Machenschaften von Maschmeyer und Co. (AWD) bei den Immobilienfonds. Auch der Genosse „Basta“ hat sich da bedeckt gehalten. Ungeheurer Millionenschaden für viele tausend Vertragsabschlüsse. Rückabwicklung? Pustekuchen!