Handy am Fahrradlenker
Immer wieder nur ein kurzes Klingeln - das könnte ein Ping-Anruf sein. Bildrechte: IMAGO

Kostenfalle Telefon Ping-Anrufe zocken Verbraucher ab

Das Telefon klingelt nur kurz, eine Nummer erscheint und wer zurückruft, zahlt und zwar kräftig. Genau das ist das Ziel. Bei den sogenannten Ping-Anrufen zielen Betrüger darauf ab, Nutzer möglichst lange in der Leitung zu halten. Derzeit kommen die Anrufe vor allem aus Tunesien und Burundi.

Handy am Fahrradlenker
Immer wieder nur ein kurzes Klingeln - das könnte ein Ping-Anruf sein. Bildrechte: IMAGO

Das Handy klingelt nur ganz kurz und wer zurückruft, tappt in die Kostenfalle. Genau das ist das Ziel sogenannter Ping-Anrufe oder Ping-Calls. Dabei wird oft mit der Nummer getrickst, so dass der Anrufer nicht sieht, dass er es gerade in Tunesien oder Burundi klingeln lässt, wenn er zurückruft.

Der Pressesprecher des sächsischen Landeskriminalamtes, Tom Bernhardt, sagte MDR AKTUELL, die Betrüger wollten mit einem kurzen Anklingeln einen kostenpflichtigen Rückruf provozieren. Dieser Rückruf könne Verbraucher dann unter Umständen einige Euro pro Minute kosten.

Lange Leitung ist das Ziel

Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Sachsen sind bei einem Rückruf häufig Bandansagen zu Gewinnspielen oder Erotikdiensten zu hören. Stefanie Siegert sagte MDR AKTUELL, damit werde darauf abgezielt, die Anrufer so lange wie möglich in der Leitung zu halten. Die Verbraucherzentrale rät, bei Anrufen deren Nummer man nicht kennt und bei denen das Telefon immer wieder für ein paar Sekunden klingelt, vorsichtig zu sein.

Wer skeptisch ist, wer ihn da möglicherweise zu erreichen versucht, kann die Nummer im Internet eingeben. Laut Polizei hat die Bundesnetzagentur bereits tausende Nummern aufgelistet, bei denen diese Betrugsmasche festgestellt wurde. Man bekomme deshalb im Internet meist sofort einen Hinweis. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, über seinen Telefonanbieter Mehrwertdienst- und Sonderrufnummern sperren zu lassen.

Wie kann man sich schützen?

Nummern, die man nicht kennt, sollte man nicht zurückrufen. Das rät die Verbraucherzentrale. Außerdem sollte jeder vorsichtig mit der Weitergabe seiner Daten sein. Stefanie Siegert empfiehlt, immer zu hinterfragen, warum man seine kompletten Daten angeben soll, sich aber beispielsweise eigentlich nur einen Routenplan aus dem Internet ausdrucken möchte. Das treffe auch auf Gewinnspiele und kostenlose Services zu. Häufig sei dies der Weg, über den die Nummern in Umflauf gerieten.

Zurückgerufen – was kommt danach?

Sobald man merkt, dass es sich nicht um einen seriösen Anruf gehandelt hat, sollte man schnell auflegen. Außerdem sollte der Vorfall sofort der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen kann es sein, dass den Telefonanbietern bereits durch die Bundesnetzagentur verboten wurde, bestimmte Ping-Anrufe abzurechnen. Es bestehe ein sogenanntes Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot. Das Inkassierungsverbot gelte auch, wenn der Verbraucher bereits eine Rechnung erhalten, diese aber noch nicht bezahlt habe.

Hat der Verbraucher schon gezahlt, gibt ihm dieses Verbot allerdings nicht das Recht, eine Rückerstattung zu fordern. Besser sollte sich der Geschädigte an die Verbraucherzentralen wenden, da die Möglichkeit besteht, dass sich diese selber mit dem Anbieter in Verbindung setzen, um eine Lösung zu finden. Beanstandet man Posten auf einer Telefonrechnung, sollte der Widerspruch laut Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen innerhalb von acht Wochen erfolgen.

Zusammengefasst gelte aber: Skepsis sei angebracht, wenn die Nummer unbekannt ist und es mehrfach nur kurz klingelt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 06.10.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2017, 17:12 Uhr

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4 Kommentare

07.10.2017 23:44 smartkritiker 4

#2 Bitte nicht so arrogant, es gibt Kinder und Rentner, die erkennen die Gefahr vielleicht noch nicht oder nicht mehr. Die Leute, die damit Geld machen, gehören ins Gefängnis.

07.10.2017 23:03 Ingo 3

Wer behauptet, dass jemand nur dumm und neugierig ist, wer bei solchen Ping-Anrufen zurückruft und damit verdient hat noch viel, viel mehr abgezockt zu werden, bewegt sich auf Augenhöhe mit den Abzockern. Abgesehen davon, dass es eine Reihe von älteren, weniger technikversierten oder einfach nur gutgläubigen Leuten gibt, sind diese Pinganrufe z.T. raffniert gemacht. So kann man diese beim Überfliegen schnell mit einer innländischen Nummer verwechseln und darauf, dass das Freizeichen am anderen Ende von einem AB imetiert wird, kommt auch nicht jeder gleich.

07.10.2017 16:41 optinator 2

Wer da zurück ruft sollte noch viel viel mehr bezahlen.
So dumm und neugierig kann man doch nicht sein.
Wer etwas von mir will wird sich schon wieder melden.

07.10.2017 12:53 Barthel Wenzel 1

Hatte einen Anruf aus Serbien, stand auf dem Display. Der Anruf dort schließt sich von selbst aus.