Eine Ketten-Warnnachricht per Whatsapp auf einem Smartphone.
Bildrechte: MDR/Michael Voß

Digitale Warnmeldungen Was tun bei WhatsApp-Kettenbriefen?

Wer kennt sie nicht? Warnmeldungen, die über Twitter, Facebook oder WhatsApp eintrudeln - und das immer häufiger. Gewarnt wird zum Beispiel vor einem bestimmten Nutzer, hinter dem sich ein Virus verstecken soll. Und dann gibt es auch Gutscheintipps, aktuell zum Beispiel für eine Supermarktkette. Kann man diesen "digitalen Kettenbriefen" vertrauen oder können sie am Ende sogar schädlich sein?

von Michael Voß, MDR AKTUELL

Eine Ketten-Warnnachricht per Whatsapp auf einem Smartphone.
Bildrechte: MDR/Michael Voß

Das Smartphone piept und meldet eine neue WhatsApp-Nachricht. Das, was da ankommt, ist der Renner unter den elektronischen Kettenbriefen. Der Inhalt der Nachricht lautet: "Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt 'Ute Christoff' nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus,  der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter. Wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein!".

Telekom beruhigt: Nur ein Streich

Eine Ketten-Warnnachricht per Whatsapp auf einem Smartphone.
Eine Ketten-Warnnachricht im Smartphone-Messenger. Bildrechte: MDR/Michael Voß

Die genannte Telefonnummer ist ein Anschluss der Telekom. Steckt dahinter wirklich ein Hacker? Alexia Sailer, Pressesprecherin der Telekom, beruhigt: "Dahinter steckt ein sogenannter Hoax. Das ist der englische Begriff für Schabernack oder Schwindel. Da steckt im Grunde genommen nichts Substanzielles dahinter. Da haben Sie keinen Schadcode, wenn Sie da anrufen. Da wird auch nichts gelöscht. Das ist im Grunde genommen einfach nur ein Streich."

Es scheint fast unglaublich, aber dieser Streich wird seit mindestens fünf Jahren auf Facebook und nun bei WhatsApp immer wieder Freunden und Bekannten weitergeleitet. Die Namen, vor denen gewarnt wird, wechseln: Außer Ute Christoff werden auch Ute Lehr und Marcel Hohmann als angeblicher Virus genannt. Gleich bleibt interessanterweise die Telefonnummer. Doch wer den Versuch unternimmt, diese anzurufen, stellt fest: Die Nummer ist nicht vergeben. Es kann also auch niemand von dieser Nummer aus anrufen.

Falsche Links mit Lock-Angeboten

Kettenbrief-Persiflage auf einem Smartphone.
In Persiflagen macht man sich lustig über die gestreuten Warnmeldungen. Bildrechte: MDR/Michael Voß

Doch selbst harmlos erscheinende Kettenbriefe können gefährlich werden. Aktuell weist einer via WhatsApp auf Einkaufsgutscheine der Supermarktkette Lidl hin: "Guck mal, sie feiern ihren Jahrestag. Ich glaube, es ist ein beschränktes Angebot. Ich habe mir meinen schon geholt", steht in der Nachricht. Mit "meinen" ist ein Gutschein gemeint, den man sich auf einer angeblichen Lidl-Homepage abholen kann. Der in der Nachricht genannte Link fängt auch mit "www.lidl.de" an. Doch wer genau hinschaut, merkt, dass dahinter noch mehr steht, nämlich der Name einer ganz anderen Homepage. Wer diesen Link anklickt, landet bei einem völlig anderen Anbieter.

Telekom-Pressesprecherin Alexia Sailer sagt dazu: "Wenn Sie sich dann für so einen Gutschein anmelden, werden Sie aufgefordert, persönliche Daten einzugeben. Das ist natürlich gefährlich, weil mit diesen persönlichen Daten dann Schindluder getrieben werden kann." In diesem Fall geraten dann Name, Anschrift und weitere Angaben in die Hände von Unbekannten, die diese Daten dann höchstwahrscheinlich an Werbefirmen weiterverkaufen. Einen Gutschein für den Supermarkt bekommen Sie übrigens nicht an ihre Adresse geschickt, wenn Sie sich darauf eingelassen haben.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im Radio | 10.01.2017 | 05:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2017, 09:56 Uhr

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6 Kommentare

11.01.2017 12:27 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 6

Fratzenbuch und WhatsApp sind amerikanische Firmen, die auch den US-Geheimdiensten 'verpflichtet' sind. Nicht nur, weil ich nicht möchte, daß meine Daten von US-Geheimdiensten unter die Lupe genommen werden, nutze ich diese Angebote nicht.

Es gibt halt vertrauensselige Menschen, die alle ungefilterten Nachrichten öffnen. ich fühle mich gestört, wenn ständig irgendwelche Klingeltöne anzeigen, daß ein Fratzenbuch-Nutzer schon wieder etwas unglaublich wichtig fand.

Ich glaube fest daran, daß das Internet geschaffen wurde, um Wissensdurstigen die Kommunikation untereinander zu erleichtern, und nicht, um Katzenvideos zu teilen.

11.01.2017 06:56 Wahrheitsliebe 5

Ich kann mich an meine Jugend in der DDR entsinnen, wo es soetwas auch gab. Kettenbriefe gab es schon immer, da hat dann auch niemand verlangt, die Deutsche Post zu entsorgen.

10.01.2017 19:30 HERBERT WALLASCH, Pirna 4

Es ist erstaunlich, daß immer noch welche darauf hereinfallen und ausgerechnet diejenigen, die sich in den Medien auskennen müßten oder so tun.

10.01.2017 16:54 Fragender Rentner 3

Am besten keine haben, dann erhält man solche Briefe nicht!

Mir reichen schon die eMails, die ich ständig löschen muß.

10.01.2017 16:44 Querdenker 2

Also am besten ist, man gibt das gefährliche Smartphone samt Kettenbrief in den Sondermüll und gelobt, so ein blutbeflecktes Gerät nicht mehr zu kaufen. Die meisten Smartphone lastet der Geruch des Todes und der Kinderarbeit an. siehe "Smart und schmutzig Das Geschäft mit den Handys"

10.01.2017 11:04 Thomas 1

"Was tun bei WhatsApp-Kettenbriefen?"

Einfach löschen?

Noch besser ist es, statt nur die Kettenbriefe gleich WhatsApp mit zu entsorgen.