Ein verunfallter LKW auf derAutobahn 9 bei Eisenberg.
Bildrechte: MDR/Arne Schein

Tief "Iris" Hunderte Unfälle durch Schnee und Blitzeis

Anfang kommender Woche legt der Winter eine Pause ein, aber vorher hat er noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt: Heftige Schneefälle, die nach und nach in Regen übergingen und damit für gefährliche Glätte sorgten. Das befürchtete Blitzeis-Chaos blieb zwar aus, dennoch gab es bundesweit Hunderte Unfälle.

Ein verunfallter LKW auf derAutobahn 9 bei Eisenberg.
Bildrechte: MDR/Arne Schein

Tief "Iris" hat mit Schnee und Blitzeis bundesweit zu Hunderten Unfällen geführt. Besonders betroffen waren der Südwesten und der Osten Deutschlands. Dutzende Menschen wurden verletzt, Winter- und Abschleppdienste waren im Dauereinsatz. Denn der Regen, den Tief "Iris" mit seinen milderen Temperaturen mit sich brachte, hatte die Straßen und Autobahnen vielerorts in spiegelglatte Rutschbahnen verwandelt. Etliche Autos und Lastwagen krachten zusammen oder rutschten von der Straße.

Glätte-Unfälle auf Thüringer Autobahnen

In Thüringen gab es am Samstagmorgen auf den Autobahnen 4, 9 und 71 etliche Unfälle, die für Behinderungen sorgten. Nach Angaben der Polizei in Hermsdorf wurden mehrere Personen verletzt. Auf der A4 in Richtung Dresden blockierten mehrere Fahrzeuge vor der Anschlussstelle Stadtroda die Fahrbahn. In der Gegenrichtung sorgten quer stehende Lkw für Staus auf mehreren Kilometern.

Auf der A9 Richtung Berlin kam zwischen Eisenberg und Droyßig ein mit Äpfeln beladener Laster von der Fahrbahn ab, an der Anschlussstelle Schleiz kippte ein Anhänger um. Bei einem Unfall auf der A71 Richtung Sangerhausen wurde ein Autofahrer verletzt.

Staus durch liegengebliebene Laster auf Sachsens Autobahnen

In Sachsen gab es auf der Autobahn 4 zwischen Berbersdorf und Dresden-Nord mehrere Unfälle sowie querstehende Lastwagen. Es blieb aber meist bei Blechschäden. Auch auf den Autobahnen 17 Richtung Leipzig und 14 nach Prag sorgten querstehende Laster für Behinderungen. Bei Dresden-Altstadt staute sich der Verkehr bei der Bergung eines Lasters auf mehreren Kilometern. Auch auf der A72 (Hof-Chemnitz) blieben mehrfach Laster liegen. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage wieder.

An den Flughäfen Leipzig-Halle und Dresden gab es zahlreiche Verspätungen. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN, alle Maschinen müssten vor dem Start enteist werden. Zudem sei der Winterdienst pausenlos unterwegs gewesen, um Pisten, Rollwege und Parkflächen zu räumen.

Unfälle und Behinderungen auch in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gab es auf den Autobahnen 2, 9, 14 und 38 sowie die Bundestraßen 6, 71 und 185 glättebedingte Unfälle. Auf der A2 senkte die Polizei die Höchstgeschwindigkeit auf 40 Kilometer pro Stunde ab, dennoch gab es mehrere Unfälle mit Blechschäden.

Auto rutscht in den Neckar - Keine Post in München

In Baden-Württemberg erfasste die Polizei allein bis zum Morgen mehr als 140 Glätteunfälle. Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen.

In der Nähe von Aschaffenburg in Bayern prallte ein Auto in einen Lastwagen, der sich auf der Autobahn 3 wegen Blitzeis quergestellt hatte. Ein 19-Jähriger wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt. Ebenfalls auf der A3 bei Aschaffenburg verlor eine 27-Jährige die Kontrolle über ihr Auto, geriet ins Schleudern und prallte gegen eine Leitplanke. Dort erfasste ein Sattelzug ihr Fahrzeug. Die 27-Jährige wurde schwer verletzt.

In München lieferten die Briefträger der Deutschen Post aufgrund des Wetters im kompletten Stadtgebiet keine Sendungen aus. Die Arbeit sei für die Mitarbeiter, die zu Fuß und mit Fahrrädern unterwegs sind, zu gefährlich, sagte ein Pressesprecher. In Augsburg blieb der Zoo wegen Glatteis geschlossen.

Nächste Woche bis zu zehn Grad drin

In den nächsten Tagen ist dann Entspannung in Sicht. Nach Eis und Schnee gibt es milde Temperaturen und Tauwetter. MDR-Wetterexperte Jörg Heidermann sagte, im Laufe der Woche seien bis zu zehn Grad Celsius möglich.

Stichwort: Blitzeis Blitzeis entsteht, wenn es nach einer längeren Kälteperiode wieder wärmer wird und Niederschlag als Regen auf den gefrorenen Boden trifft, der dadurch in Sekundenschnelle spiegelglatt werden kann.

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2016, 18:34 Uhr

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12 Kommentare

24.01.2016 20:06 Guido Theek 12

Wisst ihr vom MDR eigentlich das ohne die zuverlässigen Multikar Streufahrzeuge das Hamburger Unfallkrankenhaus Hamburg Boberg im Müll versinken und Medikamente nicht beim Patienten ankommen würde denn der NDR benötigt neue Multikar der den Karren aus dem Dreck zieht wenn nichts hilft dann kommt Multikar von der Feuerwehr Neuruppin und der Tip ist gratis von Guido Theek.

24.01.2016 16:44 Auch ein Heidenauer 11

@10 Heidenauerin: Ihr Kommentar verkörpert die Haltung des typischen deutschen Autofahrers! 1.) ICH MUSS FAHREN!!! 2.) Räumdienst hat gefälligst SOFORT meine befahrenen Strassen in sommerliche Fahrbahnen zu verwandeln-schließlich bezahle ICH dafür Steuern!!! 3.) Ich habe doch WINTERREIFEN,Skandal wenn man damit "rückwärts rutscht"!!! Empfehle dringenst Kommentar 3 zur Lektüre und Beruhigung sowie Nachhilfekurs in Physik.

24.01.2016 10:53 Heidenauerin 10

Ich konnte aus beruflichen Gründen keine Fahrt vermeiden. Fazit: Auf-und Ausfahrten Heidenau und Dresden Süd waren bis 12.30h nicht erkennbar geräumt, die 170, Dresdner Abschnitt zwischen den genannten Abschnitten und der Kohlenstrasse genauso. Kohlenstrasse: Fehlanzeige. Ebenso Coschützer Str. stadteinwärts (8.45h)und -auswärts (12.30h- interessant,wenn das Auto ins Rückwärtsrutschen gerät trotz guter Winterreifen.)Ein einziges Räumfahrzeug sah ich in Richtung Stadt am Mittag auf der 170.

23.01.2016 20:12 Pirnaerin 9

Ich wohne an einer Hauptstrasse. Habe aber keinen Winterdienst gesehen. das hat hier zu DDR-Zeiten besser geklappt.

23.01.2016 18:31 Matthias Becker 8

Wie konnte so etwas im Winter nur passieren, und ich darf es kommentieren.

23.01.2016 16:39 Reiner Arndt 7

@3.: Wie Recht Sie haben!

23.01.2016 15:06 Snow 6

„Hunderte Unfälle. Blitzeis sorgt für Chaos auf den Straßen.“ Zusatzscheinwerfer und Nebelschlussleuchte an – und Gas! Kein Witz. So auf den Straßen hier beobachtet. In den USA wird vor Extremwinter gewarnt und die Leute richten sich danach. Hier wird vor Blitzeis und Regen auf gefrorenen Straßen gewarnt und? Egal. Weiter so. Freie Fahrt für „freie“ Bürger!

23.01.2016 09:54 Florentine 5

Sehr gute Einstellung, ich sehe es genauso. Und wenn man bei solchen Straßenverhältnissen nicht unbedingt fahren muss, sollte man das Auto einfach mal stehenlassen, um sich UND andere nicht zu gefährden.

23.01.2016 08:13 Wehrwolf 4

Peter Riesler, besser vermag man es kaum zu sagen.Spitzenkommentar.

22.01.2016 21:48 Peter Riesler 3

Habe die Fahrt von morgen auf heute verlegt. 260 km, alles gut. Hauptunfallverhinderer: Ruhige u. vorausschauende Fahrweise, mehr Zeit. Straßen frei, Temperaturunterschiede von 15 Grad. Teils Nebelbänke -> Geschwindigkeit reduziert. Nicht provozieren lassen. *** Idioten beobachten macht Spaß: Tempo 200 bei Sicht 100 m! *** Nichts ist es wert, 10 M. einzusparen. *** Ich sah beruflich m. als 50 Tote. Es tut mir leid, dass v. Unschuldige von den Idioten mitgerissen wurden. Wofür dies alles? Weil man meint, mit seinem PS-Boliden der Herrscher über Leben/Tod zu sein? Nein. Es ist eine systembed. Krankheit. Eine durch den verwesenden Kapitalismus hervorgerufene. Das Denken, es käme in dieser Lebenszeit darauf an, möglichst viele Güter anzuhäufen. Menschen wissen nicht, dass Glück nicht an materiellen Besitztümern festgemacht wird. Woran dann? Im Respekt gegenüber and. Menschen, gegenüber Tieren und Pflanzen und Umwelt.