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Rentendebatte : SPD setzt auf Mindestrente und Betriebsrenten

Die SPD hat erste Vorschläge für eine Rentenreform vorgelegt. Im Kern spricht sich eine Arbeitsgruppe um Parteichef Sigmar Gabriel für eine Mindestrente von 850 Euro aus sowie einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge. Der Parteivorstand will die Vorlage am Montag beraten. Erst danach will die SPD ihr Rentenkonzept im Detail präsentieren.

Betriebsrente statt Riester-Rente

Demnach soll eine "Solidarrente" Geringverdiener stützen. Rentner mit mindestens 40 Versicherungs- und 30 Beitragsjahren sollen mindestens 850 Euro bekommen. Dieser Vorschlag ähnelt der umstrittenen Zuschussrente des Bundesarbeitsministeriums. Doch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will ihr Modell aus der Rentenkasse finanzieren, die SPD ihre Mindestrente aus dem Steueraufkommen. Außerdem setzen die Sozialdemokraten auf eine deutliche Ausweitung der Betriebsrenten. Jeder Arbeitnehmer soll automatisch zwei Prozent des Bruttolohns zur Seite legen, es sei denn, er widerspicht ausdrücklich. Der Staat soll dann die betriebliche Altersvorsorge mit 400 Euro pro Jahr fördern.

Den Angaben zufolge soll die geförderte Betriebsrente die Riester-Rente ablösen. Gabriel sagte bei der Erläuterung der Rentenpläne, Riestern reiche im Kampf gegen Altersarmut nicht aus, "die betriebliche Altersvorsorge ist dafür wesentlich besser geeignet". Die Erwerbsminderungsrente soll nach Vorstellungen der SPD künftig ohne Abschläge ausgezahlt werden. Zugleich wird die Forderung nach einem Mindestlohn bekräftigt und es werden höhere Tariflöhne verlangt.

In dem Papier stellen die Sozialdemokraten die von der großen Koalition eingeführte Rente mit 67 nicht in Frage. Auch an der Senkung des Rentenniveaus von 51 auf 43 Prozent des Nettodurchschnittslohns bis 2030 hält die SPD fest. Allerdings berichtet Reuters auch von einem Alternativvorschlag, der ein Rentenniveau von 45 Prozent vorsieht. Darüber wolle die SPD nun diskutieren.

"Das wichtigste im Kampf gegen Altersarmut ist es, die Erwerbsarmut zu bekämpfen. Wir brauchen nicht nur höhere Tariflöhne, sondern auch einen gesetzlichen Mindestlohn. Wir müssen das Prinzip "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" - für Männer und Frauen, für Leiharbeiter und Stammbelegschaft - im Gesetz verankern."

Sigmar Gabriel

Tillich: Zuschussmodelle greifen im Osten nicht

Stanislaw Tillich
Auch innerhalb der CDU wird das Thema Altersrente kontrovers diskutiert.

In der Debatte um Rentenkonzepte und Maßnahmen gegen Altersarmut kommt Kritik aus Ostdeutschland. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich kritisierte sowohl die Zuschussrente von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen als auch das SPD-Modell einer Mindestrente als für den Osten ungeeignet. Beide Modelle sehen für Geringverdiener bei jahrzehntelangen Beitragszahlungen eine Aufstockung auf 850 Euro vor. Tillich bemängelte in der "Welt am Sonntag", dass dieses Konzept an Ostdeutschland vorbei gehe. "Die Menschen kommen nicht auf 35 ununterbrochene Erwerbsjahre." Diesen gebrochenen Arbeitsbiografien müsse Rechnung getragen werden. Gleichzeitig forderte der CDU-Politiker, die Rentenkasse nicht stärker zu belasten. Mögliche Zuschüsse müssten steuerfinanziert werden, um die jüngere Generation nicht zu überfordern.

Kritik von Jusos und Linken

Die Jungsozialisten sehen Gabriels Konzept skeptisch. Die Vorschläge wiesen zwar in die richtige Richtung, sagte Juso-Vorsitzender Sascha Vogt im "Deutschlandfunk". Ein "fundamentaler Fehler" werde aber nicht angegangen - die Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent. Vogt forderte, dass zumindest 50 Prozent des Einkommens über die gesetzliche Rente abgesichert bleiben sollten. Auch die SPD-Linke forderte Korrekturen.

Linksparteichef Bernd Riexinger nannte das Konzept Gabriels einen "Masterplan für den Gang in eine große Koalition". Er forderte die SPD auf, sich von ihren Lebenslügen zu verabschieden. Die SPD müsse die Rente mit 67 und die Rentenkürzungen zurücknehmen.

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2012, 23:01 Uhr

3. Sachlich:
Nach 20 Jahren nach der Wiedervereinigung trennt man noch zwischen Ost und West! Die Opferrenten verdienen nicht ihre Bezeichnung, während die Stasirenten und die Nazibeamtenrenten bestens bemessen sind! Auch war es ein Fehler, dass nur ein geringer kleiner Teil in die Rente einzahlen muss!!! 8 Millionen können keine Anwartschaften bilden, weil sie von ihrer Arbeit nicht leben können! Das sind bei freiberuflichen Künstlern 80% die weniger im Jahr haben als 3500,-€ haben!!! Dann sind die Rentengesetze und die Steuergesetzgebung nicht aufeinander abgestimmt. Sie sind für den Gehaltsempfänger gemacht! Der Rentner der Gehaltsempfänger war, bekommt die Kostenzuschüsse durch seinen Betrieb. Das Steuerrecht kennt den Begriff des Hinzuverdienstes nicht. Es sind Einkommen aus selbständiger Tätigkeit die wie die geringfügige Rente auch versteuert werden muss. Die Bildenden Künstler wurden somit bei der Gesetzgebung vergessen! Auskünfte über den BBK in Berlin!
09.09.2012
11:42 Uhr
2. Klaus-Peter:
Was ich total Vermisse ist: wie sieht es eigentlich bei den Beamten aus? Sind diese auch von der "Altersarmut" betroffen? Hat man vergessen, dass diese milliarden an Pensionen kosten und diese immer mehr steigen und unbezahlbar werden! Mein Vorschlag: Beamte, bezahlt mal einen Soli, um sich somit solidarisch mit dem Rest der arbeitenden Menschen zu erklären. Ach ich vergas, diese sind ja unantastbar. Entschuldigung.
09.09.2012
10:56 Uhr
1. Klaus-Peter:
Betriebsrenten? Da wird wieder einmal klar, dass Politiker nicht, oder nur sehr wenig über dieses Problem bescheid wissen. Hat man sich schon einmal gefragt, in welchen Betrieben dies überhaupt möglich ist? Betriebe, die nicht dem Arbeitgeberverband angehören, werden diese nicht einführen um Kosten zu sparen.(Und das sind die Meisten "Mittelständler"). Bevor man so etwas einführen will, sollte man sich erst einmal schlau machen, wie viele Betriebe dazu bereit sind!
09.09.2012
10:41 Uhr

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