100 Beschäftigte bangen um Jobs : Großkelterei Rötha vom Aus bedroht
In der Großkelterei Rötha bangen mehr als 100 Mitarbeiter um ihre Jobs. Grund ist der Insolvenzantrag des Mutterunternehmens Elro Holding aus Rostock. Wie das Unternehmen mitteilte, hat Elro bereits am 5. September den Antrag für sich und seine fünf Tochterunternehmen gestellt. Das Amtsgericht Rostock habe dem Antrag zugestimmt und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Das Gericht habe einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt.
Löhne für drei Monate gesichert
Der Geschäftsbetrieb der Holding sowie der Tochtergesellschaften läuft während des Verfahrens weiter. Die Löhne und Gehälter der insgesamt 350 Mitarbeiter sind Elro zufolge für die kommenden drei Monate gesichert. Die Unternehmen seien weiterhin voll handlungsfähig. Unter Aufsicht eines vorläufigen Sachverwalters solle ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich Ende Oktober eröffnet werden.
Die Elro-Gruppe ist mit einem Umsatz von knapp 150 Millionen Euro einer der größten Fruchtsafthersteller und -lieferanten in Deutschland. Die Großkelterei Rötha gehört zu den ältesten Fruchtsaftherstellern in Deutschland. Die Anfänge reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück, als hier Wein gepresst wurde. Die Kelterei nahm 1882 die Produktion auf. Zunächst wurde vorrangig Apfelwein hergestellt, weil aus dem florierenden Obstbau die Ernteüberschüsse verarbeitet werden mussten. Inzwischen verlassen 30 verschiedene Produkte die Abfüllhallen, darunter Säfte, Tees und Wellness-Getränke.
Wichtiger Arbeitgeber vor Ort
Der Röthaer Bürgermeister Ditmar Haym zeigte sich bestürzt über die Entwicklung des Traditionsbetriebes. Von den Beschäftigen stammten 70 Prozent aus der Stadt mit insgesamt 4.000 Einwohnern, sagte Haym der "Leipziger Volkszeitung". Als Gründe für die Insolvenz vermutet er den zunehmenden Konkurrenzdruck in der Branche.
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