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Schlecker-Pleite : Jede fünfte Ex-Schlecker-Verkäuferin hat wieder Arbeit

Als die Drogeriemarktkette Schlecker vor einem halben Jahr pleite ging, stemmte sich die FDP vehement gegen Transfergesellschaften für die Betroffenen - zumeist Frauen. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok äußerte sich damals wie die meisten seiner Parteifreunde zuversichtlich, dass die Verkäuferinnen eine neue Arbeit finden. 80 Prozent, so prognostizierte er im April, werden in einem halben Jahr wieder regulär arbeiten. Doch die Zahlen vom Arbeitsamt belegen etwas anderes: 80 Prozent sind weiter arbeitslos.

Vor einer Schlecker-Filiale hängt ein Schild, mit dem Hinweis, dass bald geschlossen wird.

Nur jede fünfte in Sachsen gekündigte Schlecker-Verkäuferin hat bisher eine reguläre Arbeit gefunden. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, haben 256 der 1.271 Beschäftigten, die sich bis Mitte August arbeitslos gemeldet haben, eine neue Stelle gefunden. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent. Noch vor einem Monat lag die Quote bei 15 Prozent.

Neueinstellungen vor allem nach erster Kündigungswelle

Dabei hatten offenbar vor allem die Betroffenen der ersten Kündigungswelle Glück im Unglück - ihr Anteil unter den Neueinstellungen ist der Regionaldirektion zufolge am höchsten. Die Arbeitsagentur verwies zugleich darauf, dass den noch ohne Arbeit dastehenden Ex-Schlecker-Verkäuferinnen rein rechnerisch immerhin rund 2.200 freie Jobs im Bereich Handel, Dienstleistung, Vertrieb und Tourismus gegenüberstünden. Warum die Frauen noch nicht vermittelt wurden, ließ die Behörde allerdings offen.

Wirtschaftsminister Sven Morlok hatte Anfang April noch erklärt, binnen eines halben Jahres würden mehr als 80 Prozent der betroffenen Mitarbeiterinnen in Sachsen in eine neue Arbeit vermittelt.

Wirtschaftsministerum relativiert

Angesichts der aktuellen Zahlen allerdings verweist der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Florian Schäfer, auf die zweite Kündigungswelle und dem endgültigen Aus von Schlecker. Diese habe sich nach Morloks Versprechen ereignet. Zudem erlaubten die aktuellen Zahlen aus dem Arbeitsamt Schäfer zufolge "keine zuverlässigen und konkreten Rückschlüsse" auf die tatsächliche Vermittlungsquote: Einige der Gekündigten befänden sich in Qualifizierungsmaßnahmen. "Sie stehen damit einer Vermittlung in eine neue Beschäftigung in der Regel nur eingeschränkt zur Verfügung." Dabei verbesserten die Qualifizierungsmaßnahmen die Perspektiven der Frauen weiter. Es sei deshalb davon auszugehen, dass "der überwiegende Teil der ehemaligen Schlecker-Beschäftigten relativ rasch wieder in Beschäftigung vermittelt werden kann". Zumal viele bereits gut qualifiziert seien.

Die Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Bundesweit wurden 2.200 Filialen geschlossen, 11.000 Mitarbeiter - fast ausschließlich Frauen - entlassen. Eine angestrebte Auffanggesellschaft scheiterte am Widerstand einiger FDP-Wirtschaftsminister.

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Zuletzt aktualisiert: 16. September 2012, 13:18 Uhr

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