Gerichtsbeschluss : Schmähfilm-Produzent in Haft
Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Mohammed-Videos ist verhaftet worden. Wie ein US-Bundesgericht mitteilte, musste der 55-Jährige wegen verschiedener Verstöße gegen die Bewährungsauflagen und Fluchtgefahr hinter Gitter.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Verdächtigen in einem Bewährungsverfahren insgesamt acht Verstöße gegen Bewährungsauflagen vorgehalten, darunter Falschaussagen und den Gebrauch falscher Namen. Die Richterin stimmte der Anklage zu und befand: "Das Gericht hat wenig Vertrauen in den Angeklagten." Die Freilassung gegen Kaution scheiterte wegen Fluchtgefahr und Gefährdung der Allgemeinheit. Der mutmaßliche Produzent des Videos war 2010 wegen Bankbetrugs verurteilt worden und nur unter der Auflage freigekommen, dass er fünf Jahre lang keine falschen Namen benutzt und ebenso lang weder Computer noch Internet nutzen darf.
Nach dem Video massive Ausschreitungen
Der in den USA lebende koptische Christ aus Ägypten war nach den massiven und blutigen Protesten gegen das Schmähvideo schon am 15. September bei der Polizei erschienen und von einem Bewährungshelfer vernommen worden. Danach hatte er sich an einen unbekannten Ort zurückgezogen.
Der Film hatte vor etwa zwei Wochen zu gewalttätigen Ausschreitungen in der muslimischen Welt geführt. In Libyen wurde die US-amerikanische Botschaft gestürmt und unter anderem der US-Botschafter getötet. Im Sudan wurde die deutsche Botschaft gestürmt. Bei den Protesten wurden dutzende Menschen getötet. In Pakistan setzte der Verkehrsminister ein Kopfgeld auf den Produzenten des Schmähvideos in Höhe von 100.000 Dollar aus.
In Deutschland löste der Streifen eine breite Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit aus.



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