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Nachruf auf Otfried Preußler : Vater von Räuber Hotzenplotz ist tot

Einer der großen deutschen Kinderbuchautoren ist tot: Otfried Preußler. Wie sein Verlag Thienemann mitteilte, starb er bereits am 18. Februar in Prien am Chiemsee - im Alter von 89 Jahren. Preußlers bekannteste Werke sind "Der kleine Wassermann", "Räuber Hotzenplotz", "Krabat", "Das kleine Gespenst" und "Die kleine Hexe". Seine Geschichten wurden in 55 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei rund 50 Millionen Exemplaren. Viele Geschichten wurden verfilmt und werden als Bühnenstück im Theater gespielt.

Der Autor wurde für sein Werk vielfach geehrt, unter anderem mit dem Eichendorff-Literaturpreis, dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse sowie dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte Preußler als eindrücklichen Erzähler: "Wir werden uns gerne weiter von seinen Geschichten verzaubern lassen". Viele Generationen von Kindern seien mit der "Kleinen Hexe" eingeschlafen und hätten mit "Räuber Hotzenplotz" lesen gelernt.

Pädagoge und Schriftsteller zugleich

Otfried Preußler
Otfried Preußler
(20.10.1923 - 18.2.2013)

Preußler wurde 1923 im nordböhmischen Reichenberg geboren. Die volkstümlichen Erzählungen seiner Heimat prägten später seine Kinderbücher. Nach dem Abitur 1942 musste Preußler zum Kriegsdienst. Er überlebte den Einsatz an der Ostfront und die Kriegsgefangenschaft und kehrte schwer gezeichnet erst 1949 nach Deutschland zurück. Im bayerischen Rosenheim gründete er eine Familie und arbeitete als Volksschullehrer. Nebenbei arbeitete er als Lokalreporter und Autor für den Kinderfunk.

1956 erschien Preußlers erstes Buch vom kleinen Wassermann. Insgesamt schrieb der Pädagoge 32 Kinder- und Jugendbücher, allein in Deutschland wurden insgesamt 15 Millionen Bücher gedruckt. Seine phantasievollen Geschichten begeistern kleine und auch größere Kinder bis heute. Zuletzt arbeitete Preußler als freier Schriftsteller und lebte zurückgezogen in Haidholzen bei Rosenheim. Er schrieb seine Erlebnisse in den russischen Gefangenenlagern auf. Diese sollten jedoch erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2013, 22:34 Uhr

2. Wassermann:
@1. Heinz: "Krabat" ist kein Kinderbuch! - Da haben sie ganz recht; aber wir sind in Deutschland und da ist alles ein Kinderbuch, was nicht in der Schule als Hochliteratur vermittelt wurde. Der Film "Krabat" ist ja auch ein einziges peinliches Elend, das die ganze Geschichte auf RTL-Niveau herunterkompiliert. Dass es auch anders geht, zeigt Karel Zemans Zeichentrickfilm "Krabat"...
21.02.2013
00:08 Uhr
1. Heinz:
"Krabat" ist kein Kinderbuch! Auch wenn es im Film wie eine Grusel- und Liebesgeschichte dargestellt wird, so kommt doch im Buch die Versuchung des Protagonisten vor dem Bösen deutlich heraus. Preußler selbst hat in Interviews "Krabat" als die Geschichte seines Lebens bezeichnet, und den Meister in diesem Buch als ebensolche Inkarnation des Bösen wie Hitler charakterisiert.
20.02.2013
13:40 Uhr

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