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Magdeburg : Schweinegrippen-Impfstoff ist verbrannt

Lediglich 15 Prozent des bestellten Schweinegrippen-Impfstoffes sind 2009 und 2010 aufgebraucht worden. Die Haltbarkeit des Serums ist längst abgelaufen, nun wurde der Millionen-Rest in Magdeburg verbrannt. Der Impfstoff war mehrere Millionen Euro wert. Kosten, die die Länder schultern müssen.

Anlagenfahrer Sven Mehring steuert am Dienstag (29.11.2011) in der Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH in Magdeburg einen Greifer mit Kartons mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix.

Millionen von übriggebliebenen Schweinegrippe-Impfdosen sind im Müllheizkraftwerk Rothensee in Magdeburg entsorgt worden. Bis Mittwochnachmittag wurden 16 Millionen Dosen verbrannt. Zuvor waren in den vergangenen Monaten bereits mehrere Millionen Dosen dezentral von Ärzten und Gesundheitszentren entsorgt worden. Insgesamt waren deutschlandweit nur 15 Prozent der insgesamt 34 Millionen bestellten Impfdosen genutzt worden.

Schweinegrippe: Chronik einer Hysterie

Auf großen Plakaten wird vor der Schweinegrippe gewarnt. Erst am Oktober 2009 wurde der Impfstoff in Deutschland geimpft. Blick in eine Quarantänestation

Anfang 2009 wird über eine in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe berichtet. Weil sie rasant um sich greift, wächst in Windeseile die Angst. Hektisch werden weltweit Maßnahmen ergriffen. Eine Chronologie. [Bilder]


Was die Länder zu schultern haben

Die Kosten für den ungenutzten Impfstoff haben die Länder zu schultern: 239 Millionen Euro. Die Krankenkassen kamen lediglich für die verabreichten Dosen auf. Allein Sachsen-Anhalt hatte 700.000 Impfdosen zu viel gekauft und blieb auf Anschaffungskosten von sechs Millionen Euro sitzen. In Sachsen beliefen sich die Kosten für den überschüssigen Impfstoff auf 13,8 Millionen Euro, in Thüringen auf sieben Millionen Euro.

Der Kauf war 2009 auf Drängen der Bundesregierung erfolgt, an den Ausfallkosten wollte sich der Bund aber nicht beteiligen – trotz Drängen der Länder. Das Magdeburger Heizkraftwerk hat nun als Entsorger das günstigste Angebot vorgelegt. Die Verbrennung soll 14.000 Euro kosten. Die Summe teilen sich erneut die Länder. Die 16 Millionen zu entsorgenden Dosen haben einen Wert von 130 Millionen Euro.

Auch Ausland wollte Impfstoff nicht

Geringes Interesse hatte zu den massenhaft überflüssigen Impf-Dosen geführt. Ebenso waren die Verbraucher durch die ungeklärten Nebenwirkungen des neu entwickelten Pandemrix-Impfstoffes verunsichert gewesen. Als weltweit die Angst vor der Schweinegrippe rapide sank, konnte der Impfstoff auch nicht mehr ins Ausland verkauft werden. Verhandlungen hatte es zwischenzeitlich mit Osteuropa, dem Irak und mit Pakistan gegeben. Die teuren Einkäufe hatten in Deutschland zu kontroversen Debatten geführt. Die Antikorruptionsbehörde Transparency International (TI) forderte im Oktober, den Schweinegrippen-Fehlalarm aufzuklären.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechtfertigte dennoch den Kauf der großen Mengen Impfstoff. RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher sagte MDR INFO, es sei nicht zu erwarten gewesen, dass die Grippe vergleichsweise mild verlaufe. Die Behörden hätten sich daher aussuchen können, ob sie dafür kritisiert werden zu wenig oder zu viel getan zu haben. In einem solchen Fall sei es jedoch deutlich sinnvoller, zuviel zu tun.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte 2009 wegen der Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe ausgerufen und damit für einen Ansturm auf den Impfstoff gesorgt. Für die Pharmaindustrie war es ein Milliardengeschäft. Allerdings erwies sich das H1N1-Virus im Vergleich zu üblichen Grippeerkrankungen als relativ harmlos.

Die Anschaffung von Schweinegrippe-Impfstoff war im Jahr 2009 ...

  • ... gerechtfertigt. Es hätte ja auch schlimmer kommen können.
     
    20 Prozent | 286 Stimmen
  • ... reine Panikmache. Für mich war abzusehen, dass das Geld zum Fenster rausgeworfen ist.
     
    70 Prozent | 1024 Stimmen
  • ... vielleicht richtig, vielleicht falsch. Das kann ich nicht entscheiden.
     
    11 Prozent | 155 Stimmen
Die Abstimmung ist beendet.

28.12.2011 | 01:03:55 Uhr | 1465 abgegebene Stimmen

Die Umfrageergebnisse sind nicht repräsentativ.

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2011, 09:02 Uhr

17. Rainer:
Auch wenn die Länder für die Kosten gerade stehen müssten, finde ich es schon Angesicht dieser Zahlen sehr beruhigend dass ich es mir leisten kann 1 Millionen Euro mal mir nix dir nix zu verbrennen. Deutschland besitzt aufgerundet 82 Millionen Einwohner, vernichtet wird ein Warenwert von 130 Millionen Euro, da wären noch 48 Millionen für G, I; S aufzuteilen gewesen, ich weiß die Rechnung ist absolut inkorrekt. Aber ich habe einen Vorschlag, wie wir mehr Geld besorgen können. Man hätte die Ampullen neu beschriftet und an unsere Experten, Manager und Politiker als super, effektives, leistungsstärkendes Gehirn-Tonikum für teures Geld verkaufen sollen, den obigen Warenwert hätte man so locker um das 10 fache steigern können, den denen S…… kann man mit gar nix mehr helfen und S steht für Superschlaueleuten, nicht was Ihr schon wieder denkt und meine Rechnung stimmt dann auch wieder. Perfekt.
29.11.2011
23:09 Uhr
16. werkmann:
Gott sei dank, ich hab mich nicht voreilig impfen lassen und muss jetzt nicht für den Rest meines Lebens nach Rechtfertigungen suchen, warum ich den überflüssigen Giftcocktail mit mir rumtragen muss.
29.11.2011
21:18 Uhr
15. kalter rechner:
Schießerei, Verkehrsunfälle, Selbstmorde usw. ganz klar daß da hunderte von Personen gestorben sind bzw wurden. Klasse, an allen diesen Verblichenen hat nur die Schweinegrippe schuld. So eine Schweinerei. Leute, glaubt nur den Statistiken, die ihr selbst gefälscht habt. Ein Impfstoff gegen Geldgier wäre dringend angeagt.
29.11.2011
21:13 Uhr
14. RandySpangler:
Wie gut das ich bei einem Pharmaunternehmen investiert bin (das durch Lizenzen durch Tamiflu verdient) und es Dank diesem Blödsinn unserer Regierung zu enormen Gewinnen geführt hat. JUHU! Danke! WKN 885823
29.11.2011
18:50 Uhr
13. Anja Temme:
Nein Cosmas, es bestand zu keinem Zeitpunkt eine größere Gefahr. Von der Pharmaindustrie unabhängige Arztzeitschriften berichteten zu Beginn der Epidemie darüber.Dieses Geld wurde leider mal wieder an den wirklichen Bedürfnissen der Mitmenschen vorbei- ausgegeben.
29.11.2011
18:13 Uhr
12. Heinz Heidtmann:
Könnte man Seiten darüber schreiben! der einzige Gewinner die Pharmalobby. Die wirklich Interessierten haben das Spiel von Anfang an durchschaut. Der Rest, ließ sich mal wieder forführen. Immer wieder die gleiche Tour! Ich fasse es mittlerweile nicht mehr! Und die Regierung, spielt dieses üble Spiel mit. Na ja, auf die paar Millionen kommt es auch nicht mehr an! Mittlerweile stehen ja ganz andere Summen zur Diskusion! Also: Im Westen nichts NEUES!
29.11.2011
18:08 Uhr
11. loki:
jaja ich erinnere mich noch die ganzen Experten in den Medien, die witziger Weise immer für die Pharmariesen arbeiteten. Die Namen konnte man ja im Inet raussuchen. Und natürlich war die Schweinegrippe harmlos. Jeder der halbwegs sich informiert hat, bzw in Virologie halbwegs bescheid weiß wusste das.
29.11.2011
18:00 Uhr
10. goddi:
"Der eigentliche Skandal ist, dass sich 30 Millionen Menschen nicht haben impfen lassen und somit nicht nur das eigenen sondern auch das Leben von vielen anderen gefährdet haben" Die "Schlafkrankheit" und "Toten" vieler doch geimpften ist wohl harmlos? Contergan läßt auch grüßen. Ich find Vitamin C doch besser.
29.11.2011
17:59 Uhr
9. perpetuum-mobile:
An die meisten in diesem Thread: Das Vorsichtsprinzip gebietet es, sich auf eine potenzielle Gefahr vorzubereiten. Nachher wollen immer viele vorher schon schon schlauer gewesen sein. Dass die Pandemie nicht eingetreten ist, bestätigt doch nicht im mindesten irgendwelche Verwörungstheorien oder "Anfangsverdachte". *kopfschüttel*
29.11.2011
17:50 Uhr
8. cosmas:
Der eigentliche Skandal ist, dass sich 30 Millionen Menschen nicht haben impfen lassen und somit nicht nur das eigenen sondern auch das Leben von vielen anderen gefährdet haben. Dass die Schweinegrippe so schnell so harmlos werden würde was ein großes Glück!
29.11.2011
17:13 Uhr

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Schweinegrippe

Die Schweinegrippe wird durch Viren übertragen. Der Schweinegrippe-Virus vom Typ H1N1 löst Kopf- oder Gliederschmerzen, leichtes Fieber, Reizhusten und Schnupfen aus, also ähnliche Symptome wie eine ganz normale Grippe. In den Jahren 2009 und 2010 kam es in Deutschland zu mehreren Infektionsfällen, mit teils schwerem Verlauf und mehreren Toten. Von Herbst 2009 bis August 2010 wurden in Deutschland über 220.000 H1N1-Fälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. 250 Menschen starben. Inzwischen schützen normale Grippeimpfungen vor dem H1N1-Virus.

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