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Museen : Staatliche Kunstsammlungen Dresden im Planungseifer

Der Umbau und die Erneuerung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) werden im nächsten Jahr fortgesetzt. Wie der Generaldirektor Hartwig Fischer mitteilte, stehen dabei die Sanierung der Sempergalerie und des Residenzschlosses im Mittelpunkt. Der Innenausbau des Schlosses sei zur Hälfte fertig; die Erneuerung der Sempergalerie stehe bevor.

Puppentheatersammlung unsichtbar

Hartwig Fischer
Seit Mai 2012 ist Hartwig Fischer als Generaldirektor der Kunstsammlungen im Amt.

Neben der Sanierung der Sempergalerie und des Residenzschlosses müsse auch die Situation der Puppentheatersammlung deutlich verbessert werden, sagte Fischer. Die komme im Jägerhof überhaupt nicht zur Geltung: "Die Puppentheatersammlung, eine der größten in Europa, ist de facto unsichtbar."

Weitere Sorgenkinder sind in den Augen des Direktors das Völkerkundemuseum, dem geeignete Räume fehlten und das Pillnitzer Kunstgewerbemuseum, das nur halbjährig geöffnet ist. Insgesamt will Fischer in Zukunft vermehrt sachsenweit agieren: "Wir planen Ausstellungen im Schloss Hubertusburg, in Torgau, Görlitz und Zwickau."

Weg in die Forschung

Doch nicht nur um Ausstellungen, wird es den SKD in Zukunft gehen: Fischer will in die Forschung. Dazu wird der Wissenschaftsrat des Bundes die Arbeit der Kunstsammlungen bis zum Herbst begutachten. Danach könnten die SKD den Status einer Forschungsinstitution erhalten.

Doch zunächst einmal steht die Eröffnung der Rüstkammer-Sammlung im renovierten Riesensaal des Residenzschlosses im Februar an. Im März folgt die Sonderausstellung "Die Erschütterung der Sinne". Die Schau zeigt nach Angaben Fischers unter anderem Werke des 19. Jahrhunderts von Francisco Goya, Caspar David Friedrich und Eugène Delacroix neben Exponaten aus späteren Epochen. Mit der Eröffnung des Mathematisch-Physikalischen Salons Mitte April wird schließlich nach langer Renovierungspause auch diese Sammlung im Zwinger zu sehen sein.

Material aus dem Vatikan

Im Herbst dürfen sich Indianer- und Karl-May-Fans auf eine Ausstellung zum Werk von Ferdinand Pettrich freuen. Der Dresdner Bildhauer porträtierte zwischen 1830 und 1840 Häuptlinge von Indianerstämmen. Fischer dazu: "Ein außergewöhnliches Material, das sich heute im Vatikan befindet." Erstmals werde es in Deutschland gezeigt.

Eintrittspreise: nur Grünes Gewölbe teurer

Höhere Eintrittspreise müssten Besucher nur im Grünen Gewölbe berappen, sagte Fischer. "Tatsächlich erhöhen wir die Preise nicht, obwohl im nächsten Jahr mehrere neue Räume und ganze Sammlungen dazukommen." Auch der Preis für die Jahreskarte bleibe mit 40 Euro stabil.

Zuletzt aktualisiert: 25. Dezember 2012, 16:53 Uhr

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