Erneuerbare Energien : Regierung will Solarförderung weiter kappen
Die schwarz-gelbe Koalition will die Förderung der Solarenergie künftig drastisch kürzen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, sollen geplanten Einschnitte zudem vorgezogen werden. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte am Mittwoch zunächst lediglich die Einigung in zwei zentralen Streitfragen zum Thema Energie. Es gebe eine Position zur Photovoltaik-Vergütung und zur Energieeffizienz-Richtlinie.
Wochenlange Debatte über Zukunft der Sonnenenergie
Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP und der CDU-Umweltminister Norbert Röttgen wollen am Donnerstag weitere Einzelheiten vorstellen. Seit Wochen hatte es Streit über die Zukunft der Solarförderung gegeben. Während der Umweltminister grundsätzlich am bestehenden Modell festhalten wollte, plädierte der Wirtschaftsminister für harte Einschnitte: Die Fördersätze sollen gekürzt und jährlich gedeckelt werden. Bisher erhalten alle Betreiber einer Solaranlage für ihren Strom für 20 Jahre eine garantierte Einspeisevergütung. Finanziert wird dies über eine Umlage auf alle Stromverbraucher. Die Förderung sinkt automatisch ein- bis zweimal im Jahr und wurde bislang bereits mehrfach zusätzlich gekürzt.
1. April soll neuer Termin für Kürzungen sein
Die Branche boomt, nach vorläufigen Berechnungen der Bundesnetzagentur gingen 2011 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 7,5 Gigawatt neu ans Netz - so viel wie nie zuvor. Wie das "Handelsblatt" berichtet, soll die Förderung der Solaranlagen schon von 1. April an drastisch zusammengestrichen werden. Demnach sind Kürzungen geplant, die bei einzelnen Anlagentypen mehr als 30 Prozent betragen könnten. Bei kleineren Anlagen, wie sie etwa auf Hausdächern installiert sind, werde die Kürzung 20 Prozent betragen, berichtet das Blatt unter Berufung auf Regierungs- und Branchenkreise. Für große Freiflächen-Solarfelder könne die Förderung sogar um mehr als 30 Prozent gekappt werden. Nach geltendem Recht würde die nächste Kürzung um 15 Prozent erst zum 1. Juli anstehen.
Die Solarwirtschaft reagierte auf diese Nachricht mit Ablehnung. Wie der zuständige Bundesverband mitteilte, stehe damit die Energiewende in Deutschland auf dem Spiel sowie die Existenz von Tausenden Arbeitsplätzen in der Branche. Auch die Grünen sehen in den Beschlüssen den "ersten Schritt zum Ausstieg" aus der Förderung der Öko-Energie.
3 Kommentare
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.


