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Solarunternehmen in der Krise : Sovello: Schwere Vorwürfe gegen Landesregierung

Nachdem Sachsen-Anhalts Landesregierung überraschend angekündigt hat, der Solarfirma Sovello nicht mehr unter die Arme zu greifen, will es das insolvente Unternehmen nun aus eigener Kraft schaffen und eine Transfergesellschaft für die rund 500 Mitarbeiter finanzieren. Der Regierung warf Sovello vor, dem Unternehmen in den Rücken zu fallen, obwohl es "Himmel und Hölle in Bewegung" setze.

Die insolvente Solarfirma Sovello aus Bitterfeld-Wolfen hat gegen Sachsen-Anhalts Landesregierung schwere Vorwürfe erhoben. Der Grund: Das Wirtschaftsministerium hatte am Montag angekündigt, dem angeschlagenen Unternehmen keine weiteren Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen.

Unternehmenssprecher Robert Reinsch sagte am Dienstag MDR INFO, es sei handwerklich "sehr daneben", einem Unternehmen, das Himmel und Hölle für den Erhalt von 500 Arbeitsplätzen in Bewegung setze, so in den Rücken zu fallen. Das Verhalten der Landesregierung erschwere möglicherweise die Sanierung, weil das Umfeld verunsichert sei.

Reinsch betonte, alle Beteiligten seien bereits Mitte Juli darüber informiert worden, dass die Investorenlösung eventuell nicht bis zum 1. August realisiert werden könne. Allerdings werde ein tragfähiges Sanierungskonzept immer mehr konkretisiert. Laut Reinsch hatte bereits Anfang Juli ein asiatischer Investor die Solarfirma besucht und diese als vielversprechendes Investment wahrgenommen. Das Sanierungskonzept sehe entgegen den Angaben der Landesregierung vor, einen wesentlichen Teil der Fertigung am Standort Thalheim zu halten.

"Das ist einfach vom Sachverhalt her falsch, was da in der Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums stand."

Sovello-Sprecher Robert Reinsch

Kritik auch von der Opposition

Auch Sachsen-Anhalts Opposition kritisierte die Entscheidung des Landes, Sovello nicht weiter zu unterstützen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Christoph Erdmenger, sagte, damit würden nicht nur sämtliche Arbeitsplätze in dem Unternehmen aufs Spiel gesetzt, man gefährde auch die Rückzahlung eines bereits gezahlten Darlehens. Sovello hatte bis Ende 2011 durch die Investitionsbank bereits Kredite in Höhe von 37 Millionen Euro erhalten.

Unternehmen will Transfergesellschaft aus eigener Kraft stemmen

Nach der Absage der Landesregierung will Sovello nun eine Transfergesellschaft für rund 500 Beschäftigte aus eigener Kraft finanzieren. Der vorläufige Sachverwalter, Bernd Depping, sprach am Dienstag von gut zwei Millionen Euro. Ab Mittwoch sollen 475 Mitarbeiter in der Transfergesellschaft für fünf Monate weiter beschäftigt, qualifiziert und vermittelt werden. Die übrigen rund 500 Mitarbeiter gehen den Angaben zufolge in Kurzarbeit.

Das Land will dem Solarunternehmen nicht weiter unter die Arme greifen, da nach Ansicht des Wirtschaftsministeriums keine tragfähigen Konzepte vorliegen. Auch die Pläne eines möglichen Investors, der künftig überwiegend in China produzieren will, seien nicht akzeptabel. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau soll nun über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheiden.

Konkurrenzdruck führt zu finanzieller Schieflage

Sovello befindet sich seit Mai in eigenverantwortlicher Insolvenz und sucht nach Investoren. Wie das Unternehmen mitteilte, sind seitdem 260 Interessenten angesprochen worden. Sieben hätten ernsthaftes Interesse gezeigt, vier seien noch im Rennen seien. Sovello hat rund 1.000 Beschäftigte und stellt Solarscheiben, -zellen und -module her. Die Solarfirma war wie der benachbarte frühere Weltmarktführer Q-Cells unter anderem aufgrund des Konkurrenzdrucks aus China in finanzielle Schieflage geraten.

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2012, 19:01 Uhr

1. Ein Wolfner:
Am Ende wird der Laden sowieso einfach zu gemacht. Die paar Arbeitslosen mehr. Mir kommts so vor als ob das so gewünscht ist "von ober her".
01.08.2012
09:34 Uhr

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