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Bundestagswahl : Steinbrück wird SPD-Kanzlerkandidat

Die SPD schickt Peer Steinbrück gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Rennen. Wie SPD-Chef Sigmar Gabriel mitteilte, will er am Montag den früheren Bundesfinanzminister im Parteivorstand als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 vorschlagen. Bundestags-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erklärte, für den Posten nicht zur Verfügung zu stehen.

Peer Steinbrück
K-Frage entschieden: Steinbrück darf gegen Merkel ran und nimmt die Herausforderung an.

Bislang war die Nominierung frühestens Ende des Jahres geplant. In den vergangenen Tagen hatte jedoch vor allem in den SPD-Landesverbänden der Druck zugenommen, sie vorzuziehen.

Gabriel betonte, er habe für diese Entscheidung die Unterstützung der ganzen Partei. Bei der Wahl im kommenden Jahr gehe es nun vor allem darum, die Macht der Märkte zu bändigen und ein neues soziales Gleichgewicht zu finden: "Für dieses Ziel und diese Aufgabe ist Peer Steinbrück der beste Kandidat", sagte Gabriel.

In der SPD-Spitze regt sich indes auch Kritik. So bezeichnete das SPD-Vorstandsmitglied Hilde Mattheis das Verfahren als "befremdlich". Der Parteivorstand sehe sich vor vollendete Tatsachen gestellt. Mattheis machte sich zudem für Forderungen des linken SPD-Flügels stark: "Wir haben eine Beschlusslage, die es einzuhalten und für das Regierungsprogramm auszubauen gilt." Einer der Punkte sei ein Rentenniveau nicht unter 50 Prozent. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) begrüßte die Entscheidung. Nun könne die Partei "endlich in die Gänge kommen". Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stimmte zu. Mit Steinbrück habe die Partei "einen hervorragenden Kandidaten", der "gerade in Zeiten der Finanzkrise mit seinem finanzpolitischen Sachverstand die richtige Alternative" sei.

"In der SPD ist alles wie früher: Am Ende behält
Helmut Schmidt Recht!"

SPD-Chef Sigmar Gabriel zur Nominierung von Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat

Steinbrück zeigte sich optimistisch, die Regierungschefin Merkel ablösen zu können. "Ich nehme diese Herausforderung an", sagte er: "Wir wollen diese Bundesregierung ablösen. Wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Regierung ersetzt wird." Und mit Blick auf Gabriel und Steinmeier fügte er hinzu: "Diese Troika wird über diesen Tag hinaus zusammenwirken und zusammenhalten für die SPD." Steinmeier sagte dem designierten Kandidaten volle Unterstützung zu. Steinbrück sei der richtige Kanzler für Deutschland, sagte Steinmeier. Er selbst werde sich im Wahlkampf "so engagieren, als wär's mein eigener".

"Er kann es, Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann."

Der früher SPD-Kanzler Helmut Schmidt im Oktober 2011 im "Spiegel"

Da in Niedersachsen am 20. Januar ein neuer Landtag 2013 gewählt wird, soll die offizielle Wahl Steinbrücks zum Kanzlerkandidaten im Dezember auf einem Parteitag in der Landeshauptstadt Hannover erfolgen.

Geteiltes Echo der anderen Parteien

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, sprach von einer "Troikadämmerung": Gabriel könne nicht, Steinmeier wolle nicht, "da blieb nur einer übrig". Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zeigte sich erfreut. Der Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag sagte der "Rheinischen Post", mit Steinbrück könnten die Liberalen noch am ehesten reden. Die Grünen sehen eine schnelle Klärung der K-Frage beim Wunschpartner SPD positiv - und können laut Parteichefin Claudia Roth mit Steinbrück gut leben. Jetzt könne man gemeinsam den Angriff auf Schwarz-Gelb starten. Sie hoffe, dass Steinbrück die gesamte SPD hinter sich versammeln könne. Das sei Voraussetzung für einen erfolgreichen Wahlkampf.

Linken-Vize Sahra Wagenknecht spricht von einem Offenbarungseid der SPD. Wagenknecht sagte der "Frankfurter Rundschau", Steinbrück stehe für schlechte Renten, niedrige Löhne und lasche Bankenregulierung. Die SPD habe aus ihrer Wahlniederlage von 2009 nichts gelernt.

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2012, 22:28 Uhr

7. Annett:
Sooo ein Hickhack bei der SPD - die strahlende Gewinnerin wird Angela Merkel heißen!!! Nur mit solchen Politikern wie Regine Hildebrandt oder Helmut Schmidt hätte die SPD Siegchancen: volksnah, streitbar, charismatisch, authentisch, ...!!!! Aber soooo - Fehlanzeige!!! SCHADE!!!!
29.09.2012
11:54 Uhr
6. G. Henning:
Herr Steinbrück hat nur eine Chance, wenn er sich öffentlich von der Familienpolitik des SPD-Altkanzler Gerhard Schröder distanziert, welche im Wesentlichen von seiner Gattin bestimmt wurde. Meine damit eine Gleichberechtigung ohne Benachteiligung geschiedener Väter.
29.09.2012
06:14 Uhr
5. Enrico Pelocke:
Steinbrück kürzte in seiner Zeit als Bundesfinanzminister die Gelder für den Schienenpersonennahverkehr. Zahlreiche Züge und Strecken mussten daraufhin abbestellt und stillgelegt werden. Viele Einwohner sind nun vom Weltverkehr abgeschnitten, kommen nicht mehr auf Arbeit, in den Urlaub, zu Verwandschaftsbesuchen usw. Das war kontraproduktiv für eine umweltfreundliche Verkehrsgestaltung. Ich wünsche ihn deshalb in die Wüste, wo weit und breit kein Zug fährt. Von mir aus kann er auch bis an sein Lebensende Bahnsteige kehren. [...]* Regierungsverantwortung gestehe ich ihm keinesfalls zu. Mir sind Steinmeier und Gabriel lieber. Ich verstehe nicht, warum in den Umfragen Steinbrück mehr Stimmen bekommt als die beiden anderen. [...]* Unterstellung gelöscht - MDR.DE-Redaktion
28.09.2012
20:58 Uhr
4. Nadine:
3. hmüller: Sie können froh sein wenn Ihnen Frau Merkel erhalten bleibt, denn was Deutschland unter Rot oder Grün blüht bekam man unter Kanzler Schröder deutlich zu spüren. Die gegenwärtige Finanzkrise hat Rot/Grün zu verantworten, dass steht fest.
28.09.2012
19:29 Uhr
3. hmüller:
Oh je-Ich befürchte, die Merkeln bleibt uns erhalten...
28.09.2012
17:23 Uhr
2. Hans-Georg M.:
Er kann es, Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann. Das einzige was er bewiesen hat, ist dass er nicht vorhandenes eld mit beiden Händen ausgeben kann. Diese Partei hat Deutschland vor einigen Jahren an den Rand des Abgrundes gebracht. Eine Aktie daran hat auch er. Ich hoffe das sich die Wähler bei der Wahl 2013 daran erinnern. Besonders die Hartz4 Empfänger, 1 Euro Jobber, Leiharbeiter, u.s.w..
28.09.2012
16:42 Uhr
1. Giesela B.:
Pappanasentreffen am Nachmittag. LOL
28.09.2012
14:16 Uhr

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