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Weltkonferenz für regenerative Medizin : Mediziner und Unternehmer beraten über Stammzellenforschung

In Leipzig tagen bis zum Freitag rund 1.000 Forscher und Unternehmer bei der Weltkonferenz für regenerative Medizin. Veranstaltet wird der Kongress vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie sowie vom Translationzentrum für regenerative Medizin an der Universität Leipzig. Kongresspräsident Frank Emmrich erklärte, die anhaltend hohe Resonanz unter Wissenschaftlern und Unternehmern beweise, dass sich Leipzig als international anerkannter Standort für Forschung und Erfahrungsaustausch etabliert habe.

Zeigt das Übertragung der Körperzelle von einer Frau in eine entkernte Eizelle.
Stammzellenforschung: Fluch oder Segen?

Themenschwerpunkt des Kongresses ist die Stammzellenforschung. Nach dem Grundsatzurteil, die Verwendung embryonaler Stammzellen einzuschränken, wenn bei deren Gewinnung befruchtete Zellen zerstört werden müssen, stehen Alternativen wie sogenannte induziert pluripotente Stammzellen im Fokus. Diese Zellen werden aus Körperzellen erwachsener Menschen gewonnen und deshalb auch weniger kritisch betrachtet. Andere Workshops und Symposien widmen sich Verfahren, in denen aus Stammzellen Hornhaut gewonnen werden kann oder Zelltherapien, die Prostatakrebs bekämpfen sollen.

"Aus Stammzellen einer Haarwurzel können etwa zehn Quadratzentimeter Haut erzeugt werden, die schlecht heilende Wunden bedecken soll."

Frank Emmrich vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie

Große Bedeutung der Stammzelltherapie in der Tiermedizin

Doch nicht nur die Bedeutung der Stammzellenforschung für die Humanmedizin steht im Mittelpunkt des Kongresses in Leipzig. Walter Brehm von der Chirurgischen Tierklinik an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig machte beispielsweise auf die neuen Behandlungsmethoden in der Tiermedizin aufmerksam. So würden Stammzelltherapien für Gelenkerkrankungen bei Pferden entwickelt. "Hunden kann mit Stammzelltherapien bereits heute bei der Regeneration von Nerven und Knochen geholfen werden."

Kritik an Rahmenbedingungen für Nachwuchsforscher

Die Diskussionen bei der Weltkonferenz für regenerative Medizin in Leipzig werden durchaus auch kontrovers geführt. So hat der Kölner Mediziner Jürgen Hescheler zum Auftakt der Konferenz die aus seiner Sicht unzulängliche Situation junger Stammzellforscher in Deutschland kritisiert. "Fehlende Forschungsstellen, oft auf zwei Jahre befristete Arbeitsverhältnisse und hohe regulatorische Hürden schrecken qualifizierte junge Leute von der Stammzellforschung in Deutschland ab."

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2011, 22:25 Uhr

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