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Sachsens größtes Volksfest : Besucherrekord beim Tag der Sachsen 2011 in Kamenz

Mit einem großen Festumzug bei hochsommerlichen Temperaturen ist der 20. Tag der Sachsen in Kamenz zu Ende gegangen. Entlang der 2,5 Kilometer langen Strecke zeigten rund 4.000 Teilnehmer etwa 150 Bilder aus der Geschichte der Stadt. Unter ihnen war auch Sigmund Jähn, der 1978 als erster Deutscher ins All flog. Jähn hatte 1955 an der Kamenzer Offiziersschule seine Ausbildung zum Jagdflieger begonnen und fühlt sich der Lessingstadt nach wie vor verbunden.

Freiberg freut sich auf 2012

Im Festumzug vertreten waren auch ehemalige Gastgeberstädte wie Zittau oder Freiberg. Freiberg wird im September 2012 zum zweiten Mal das Fest austragen.Zum Abschluss des festes in Kamenz sagte Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm im MDR FERNSEHEN, die Vorbereitungen seien in vollem Gange. Das Fest in Kamenz habe ihm und allen Freibergern noch mal den letzten "Kick" gegeben, auch im nächsten Jahr wieder ein tolles Fest auf die Beine zu stellen. Man wolle sich als weltoffene und moderne Stadt präsentieren. "Wir laden alle Sachsen in die kleine Weltstadt Freiberg ein."


450.000 Besucher zu Gast in der Lessingstadt

Das tolle Wetter hat den Veranstaltern auch den erhofften Besucheransturm beschert. Rund 450.000 Menschen seien in das 17.000-Einwohner-Städtchen gekommen, teilten sie mit. Damit wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. In den engen Gassen sei zeitweise niemand mehr durchgekommen. Oberbürgermeister Roland Dantz erklärte, dass es trotz des Andrangs keine größeren Probleme gab. Es sei ein sehr schönes Fest gewesen.

Meilenweise Angebote

Unter dem Motto "Lessing, Lausitz, Lebensfreude" wurden an drei Tagen 230 Programmpunkte geboten. Im Festgebiet waren 16 Bühnen aufgebaut, dazu unzählige Stände, an denen sich mehr als 550 Vereine präsentierten sowie 380 Händler und Gastronomen ihre Produkte anboten. Die Stände waren in thematische Festmeilen geordnet: Country- und Westernmeile, Blaulichtmeile, Handwerkermeile, Genussmeile, Sportmeile, Gesundheitsmeile, Heerlager der Landsknechte, Kirchenmeile und Sorbisches Dorf. Der MDR bot auf seiner Bühne auf dem Marktplatz ein großes Unterhaltungsprogramm, bei dem sich Vereine aus der Region präsentierten und Stars der Schlagerszene sich die Klinke in die Hand gaben.

Sorbisches Brauchtum und Religion

Tag der Sachsen
Die Sorben präsentierten ihre Kultur in einem eigenen Themendorf.

Kamenz war nach Hoyerswerda 1998 und Weißwasser 2005 der dritte Gastgeber des Tages der Sachsen im Siedlungsgebiet der Sorben. Die Festtage sollten deshalb erneut genutzt werden, um die Vielfalt der lebendigen sorbischen Kultur zu präsentieren, erklärte David Statnik, Vorsitzender der Interessenvertretung Domowina im Vorfeld. Im sorbischen Themendorf konnten die Besucher Sprache und Brauchtum des kleinsten slawischen Volkes kennenlernen. Passend zum tiefverwurzelten Glauben vieler Sorben erstreckte sich unweit des Themendorfs die Kirchenmeile.

Was bleibt vom Tag der Sachsen?

Rhododendron vor Kirche in Kamenz
Wieviele Touristen werden Kamenz und seine Rhododendren nach dem Tag der Sachsen bewundern?

Kamenz hat mit der Ausrichtung des größten sächsischen Volks- und Heimatfestes große Hoffnungen verbunden. Oberbürgermeister Roland Dantz sprach sogar von einer einmaligen Chance für die Lessingstadt. Diese wollte vor allem ihre touristischen Attraktionen ins rechte Licht rücken, allen voran das Lessingmuseum und das kürzlich eröffnete Sakralmuseum, aber auch die Grünanlagen am Hutberg mit ihren heimischen und exotischen Pflanzen, darunter Tausende Rhododendren und Azaleen.

Ob der langfristige Nutzen die kurzfristig entstehenden Kosten überwiegen wird bleibt abzuwarten. Der Freistaat schießt zwar bis zu 700.000 Euro für Investitionen in die Infrastruktur der Region und für laufende Kosten zu. Allerdings rechnet Projektleiter Marcel Linack mit Gesamtausgaben von rund 1,5 Millionen Euro für das Fest. Da rechnen interessierte Kommunen inzwischen mit spitzem Stift und so gab es für 2013 bisher auch nur einen Bewerber: Schwarzenberg. Am Sonnabend hatte das Kuratorium der Erzgebirgsstadt einstimmig den Zuschlag erteilt.

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2011, 09:06 Uhr

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