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Finanzprobleme : TU Dresden muss möglicherweise Studiengänge streichen

Die Technische Universität Dresden wird auf Grund von Finanzproblemen möglicherweise einige ihrer über 100 Studiengänge streichen müssen und für zahlreiche Fächer Zugangsbeschränkungen einführen. Rektor Hans Müller-Steinhagen bestätigte Medienberichte, nach denen die TU-Dresden im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten deutlich unterfinanziert ist. Im Schnitt erhalten Hochschulen pro Student und Jahr rund 8.600 Euro an Zuwendungen. "In Sachsen sind es etwa 2.000 Euro weniger", erklärte der TU-Rektor. Auf der anderen Seite verzeichne die TU Dresden steigende Studentenzahlen. Rund 36.500 Studierende wären derzeit eingeschrieben - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Weder die Infrastruktur noch die Lehrkräfte seien für so viele Studenten vorhanden. "Wir überlegen derzeit ernsthaft, selbst für das Maschinenwesen einen Numerus clausus einzuführen", hatte Müller-Steinhagen der "Sächsischen Zeitung" gesagt. Dem zu erwartenden Fachkräftemangel würde dies aber völlig entgegenstehen.

"Forschung und Qualität der Lehre gefährdet"

Kurz vor dem Beginn der Vollversammlung der protestierenden Studenten an der Technischen Universität Dresden sitzen Studenten am Dienstag (08.12.2009) in einem besetzten Hörsaal. Die Studenten wollen heute einen Forderungskatalog vorstellen. Die Forderungen sind Ergebnisse der anhaltenden Kritik an den neuen Bachelor-und Masterstudiengängen. Foto: Ralf Hirschberger dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++
An der TU-Dresden gibt es so viele Studenten, wie noch nie zuvor.

Laut dem TU-Rektor hat der Freistaat die Mittel für die TU in den vergangenen Jahren stetig gekürzt. "Gehen diese Kürzungen weiter, sind Forschung und Qualität der Lehre gefährdet", erklärte Müller-Steinhagen. Bereits jetzt müssten Mitarbeiter von außeruniversitären Forschungseinrichtungen einspringen, um Lehrveranstaltungen abzudecken. Manche Mitarbeiter der TU würden sogar freiwillig und unbezahlt die Lehre unterstützen. Zudem liefen derzeit Verhandlungen mit allen Fakultäten über Stellenstreichungen und die Einstellung von Studiengängen. Im Frühjahr sollten erste konkrete Pläne bekannt gegeben werden. Steinhagen erwartet aber keine negativen Auswirkungen für Dresdens Bewerbung als "Elite-Uni". Die Zahlen seien dem Wissenschaftsrat bekannt. "Dennoch sind wir hervorragend aufgestellt." Als einzige Universität in den neuen Ländern geht die TU Dresden ins Rennen um die begehrte Auszeichnung. Die Entscheidung fällt in diesem Sommer.

Tillich verwundert über Steinhagens Äußerungen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zeigte sich verwundert über die Äußerungen des Rektors, zumal er erst kürzlich Kontakt zu Steinhagen gehabt habe. Er versicherte, dass im Falle einer erfolgreichen Exzellenzbewerbung auch entsprechende Finanzen zur Ausstattung fließen würden. Das sei zwischen ihm und dem Rektor vereinbart. Tillich erklärte weiter: "Die Frage ist auch, ob man Masse statt Klasse haben will." Da müssten sich die Hochschulen entscheiden. "Ich kann mir auch eine TU mit 150.000 Studenten vorstellen." Das hätte aber Abstriche an der Qualität zur Folge. "Ich glaube nicht, dass die sächsischen Universitäten unterfinanziert sind", sagte Tillich. Die Universitäten müssten ihre Budgets lokal steuern.

Nach Plänen der sächsischen Staatsregierung sollen an den sächsischen Hochschulen von 2013 bis 2016 rund 300 Stellen abgebaut werden. Die Universität Leipzig muss insgesamt 72 Stellen abbauen, an der TU Dresden sind es 94 Stellen, an der TU Chemnitz 42, an der Bergakademie Freiberg 36 und an der Fachhochschule Zittau-Görlitz drei. Geschlossen werden zudem die Außenstellen Reichenbach (Vogtlandkreis) der Westsächsischen Hochschule Zwickau und Roßwein (Mittelsachsen) der Hochschule Mittweida.

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2012, 18:24 Uhr

2. Bertram Rostendorf:
Gut, daß M.-Steinhagen nach viel zu langen Zögern endlich den Mumm findet, sich vor seine Mitarbeiter zu stellen. Bisher war seine verbreitete Message eher ein fatales "Das Ministerium hat gesagt wir sollen sparen,was soll ich denn da machen."
28.01.2012
15:02 Uhr
1. Alexander:
Jetzt muss der Staat aber endlich mal in Bildung investieren! F�r allen anderen unn�tzen Kram wird Geld verpulvert, aber an der Bildung gespart. Ganz toll. Nur Dilettanten am Werk. [...]
27.01.2012
15:32 Uhr

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